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Ostsee: Vibrionen verursachen schwere Wundinfektionen

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Krankheitserreger in der Ostsee  

Vibrionen verursachen schwere Wundinfektionen

01.09.2014, 12:29 Uhr | cme

Sechs Urlauber sind in diesem Sommer erkrankt, einer starb: An der Ostsee machen derzeit so genannte Vibrionen von sich reden. Die Bakterien sind mit dem Choleraerreger verwandt und können schwere Wundinfektionen hervorrufen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Schwerin (LAGuS) warnt dennoch vor einer Panik.

Das Bakterium "Vibrio vulnificus" kommt natürlicherweise in warmem Salzwasser vor. Seit 1994 ist bekannt, dass es sich auch in der Ostsee tummelt. "Vibrionen sind natürliche Bewohner der Ostsee", sagt Doktor Heiko Will, Direktor des Landesamts gegenüber t-online.de. Dem Experten zufolge vermehren sich die Bakterien, sobald die Wassertemperatur auf über 20 Grad Celsius steigt.

Fieber, Schwellungen und Blutblasen

Für gesunde Menschen ist Vibrio vulnificus offenbar keine Gefahr. "Bislang waren vorwiegend Menschen über 60 Jahren betroffen, die offene Wunden sowie bestimmte Vorerkrankungen hatten", sagt Will. Der Erreger könne bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem über die offene Wunde eindringen und sich dort vermehren.

Dann allerdings wird es heftig: Die Haut wird rot, schwillt an und bildet kleine Blutblasen. Dazu kommen Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit. "Wer solche Symptome feststellt, sollte umgehend zum Arzt gehen", rät der Behördenleiter.

Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet

Besondere Vorsichtsmaßnahmen müssten gesunde Badegäste aber nicht treffen, sagt Will. Allerdings sollten Menschen mit Vorerkrankungen nicht ins Wasser gehen, wenn sie zusätzlich offene Wunden haben. Er empfiehlt Badegästen, achtsam zu sein, wenn sich Wunden entzünden.

Tatsächlich haben sich in diesem Jahr mehr Ostseebesucher mit Vibrionen infiziert als je zuvor. In den vergangenen Jahren waren jeweils höchstens vier Menschen erkrankt. Der Grund dafür sind vermutlich die hohen Temperaturen der Ostsee. Sie liegen derzeit bei 17 bis 19 Grad. Überall dort, wo es flach ist und wenig Wasserbewegung herrscht, kann die Temperatur schnell über 20 Grad steigen und damit ideale Bedingungen für die Keime schaffen.

Der Leiter des Landesamtes warnt dennoch vor zu viel Aufregung. "Angesichts von Millionen Badegästen jährlich, ist auch die Zahl von sechs Infizierten gering."

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