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Laufen ist : Müssen 10.000 Schritte am Tag sein?

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10.000-Schritte-Hype  

Jeder will jetzt 10.000 Schritte gehen, doch wie viele müssen es wirklich sein?

16.01.2015, 15:19 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Laufen ist : Müssen 10.000 Schritte am Tag sein?. Der 10.000-Schritte-Hype motiviert viele Menschen zu mehr Bewegung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der 10.000-Schritte-Hype motiviert viele Menschen zu mehr Bewegung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Deutschland laufen derzeit die Sohlen heiß. Dabei haben viele Menschen ein gemeinsames Ziel: 10.000 Schritte am Tag. Auch die Schrittzähler drehen eifrig mit. Wir haben eine Sportexpertin gefragt, was dran ist an dem neuen Hype und ob wir mit weniger Schritten ein schlechtes Gewissen haben müssen.

Zählte man vor kurzem noch Kalorien, sind es nun Schritte. Selbst Bewegungsmuffel sind hoch motiviert und Sätze wie "Ich komme später, mir fehlen noch 3.000 Schritte" wundern niemanden mehr. Gibt man bei Google das Stichwort "10.000 Schritte" ein, findet man mehr als eine halbe Million Suchergebnisse. Jeder Schritt macht uns gesünder, so das Credo der fleißigen Marschierer.

Bewegung stärkt unsere Gesundheit

Dem stimmt auch Professorin Christine Graf von der Abteilung Bewegungs- und Gesundheitsförderung am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln zu. "Bewegung ist ein 'Allheilmittel'", so die Expertin. "Nicht nur Laufen, sondern Bewegung generell sorgt für eine bessere Durchblutung der Organe – auch des Gehirns, trainiert den Stoffwechsel und die Gefäße, steigert das Wohlbefinden und stärkt das Immunsystem."

Dadurch könne Bewegung viele chronische Erkrankungen, darunter Tumore, Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, aber auch Depression und Alzheimer vorbeugen. Auch der Kalorienbilanz tun die Schritte gut: "Nach 500 Schritten haben Sie etwa einen Würfelzucker verbrannt", sagt Graf.

Es müssen nicht 10.000 Schritte sein

10.000 Schritte, das entspricht in etwa fünf Kilometern Fußmarsch, sind für den Alltag eine ganze Menge. Muss der, der das Pensum nicht schafft, ein schlechtes Gewissen haben? "Nein", beruhigt Graf. "Aber diese Angabe hat sich als eine wichtige Größenordnung herausgestellt, auch in der Kommunikation von Bewegungsempfehlungen. Alternativ kann man aber auch von 150 Minuten Bewegungszeit pro Woche sprechen."

Das sind zweieinhalb Stunden pro Woche oder 30 Minuten Bewegung je Werktag. Eine Menge, die jeder schaffen kann und in Hinblick auf seine Gesundheit auch erzielen sollte.

Wer ein Ziel hat, ist motivierter

Das ambitionierte Ziel der 10.000 Schritte, spornt jedoch viele Läufer an. Auf dieses Ziel hinzuarbeiten, motiviert. Damit die tägliche Schrittmenge leichter zu schaffen ist, gibt Graf einige Tipps: "Es ist durchaus möglich, am Tag 10.000 Schritte zu gehen, wenn man bewusst darauf achtet und zum Beispiel mal das Auto stehen lässt, weiter weg parkt oder abends nochmal eine Runde spazieren geht."  Zur Orientierung: Für 1.000 Schritte braucht man nach Angaben der Expertin etwa zehn Minuten.

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Schrittzähler bieten eine gute Orientierung

Besonders gut lässt sich der Fortschritt mit einem Schrittzähler messen. "Schrittzähler unterstützen die Umsetzung der vorgenommenen Schrittmenge. Bewegung wird auf diese Weise 'sichtbar' und quantifiziert. Das heißt, Sie können sehen, wie viel Sie wirklich gelaufen sind", sagt die Bewegungsexpertin und ergänzt: "Wir haben mit den Zählern sehr gute Erfahrungen für die Motivation gemacht."

Welche Schrittzähler gute Ergebnisse liefern

Doch wie genau zählen die kleinen Helfer wirklich? Graf empfiehlt als verlässliche Schrittzähler solche mit einem sogenannten piezoelektrischen Element. Dieses misst mit Hilfe elektrischer Spannung die Bewegungen.

Das Ergebnis wird zudem genauer, wenn die Sensoren des Zählers nicht nur die Erschütterungen registrieren, die beim Gehen entstehen, sondern auch vertikale und seitliche Bewegungen erkennen und so zwischen einem Spaziergang und einer Radtour unterscheiden können. Solche 3D-Zähler sind allerdings komplizierter in der Anwendung und auch deutlich teurer als einfache Schrittzähler.

Im Handel beraten lassen

Geräte, die nur mit einem Zähler arbeiten, seien in der Regel zwar weniger verlässlich, aber auch hier gebe es Unterschiede: "Die Sensibilität des Gerätes kann man am besten durch Schütteln austesten", rät Graf. Bei jeder größeren Erschütterung zählen die Geräte in der Regel einen Schritt. Am besten ist es, sich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen.

Wer nicht gerne läuft, kann Rad fahren, Schwimmen gehen oder Gymnastik betreiben. "Hauptsache, Sie bewegen sich", so Graf.

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