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Risiko Fernreise  

Lange Reisen mit Kindern können ein Risiko sein

23.05.2017, 13:42 Uhr | Simone F. Lucas, srt

Fernreisen mit Kindern können riskant sein. Fernweh – lange Reisen sind eine Belastung für Kinder (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/DmitriiSimakov)

Fernweh – lange Reisen sind eine Belastung für Kinder (Quelle: DmitriiSimakov/Thinkstock by Getty-Images)

Etwa 100 Millionen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre reisen jährlich um die Welt. Darunter sind Migrantenkinder oder Kinder, die ihre Verwandten im Ausland besuchen. Aber auch immer mehr Urlaubskinder. Das liegt daran, dass sich junge Familien mit Kleinst- und Kleinkindern zunehmend auf lange oder auch auf Fernreisen begeben.

Selbst Reiseveranstalter bieten immer mehr Fernreisen für junge Familien an. Doch lange Flüge, Zeit- und Klimaumstellung sind für Kleinkinder eine größere Belastung als für Erwachsene. Mediziner raten deshalb, Fernreisen nur dann zu unternehmen, wenn sie wirklich nötig sind. Ist das Ziel zu weit weg, die Anreise entsprechend mit vielen Strapazen verbunden, ist die medizinische Infrastruktur vor Ort nicht gut ausgebaut oder das Klima extrem, "sollten Eltern ihren Kindern die Reise besser nicht zumuten", rät etwa Mathias Wagner, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Referent des Centrums für Reisemedizin (CRM). Denn für Kleinkinder bedeute eine Fernreise zunächst einmal Stress.

Beliebtestes Fernreiseziel sind die USA 

Die beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen sind laut der jährlichen Reiseanalyse neben Deutschland Spanien und Italien. Unter den Fernreisezielen sind die USA am populärsten. "Anhand der Statistik ist davon auszugehen, dass viele Familien ihren Jahresurlaub eher in europäischen Ländern verbringen", schlussfolgert Wagner, "das entspricht auch unseren Empfehlungen bei der Urlaubsplanung - insbesondere mit Kleinkindern." Länder wie Frankreich, Italien, Griechenland oder Österreich sind Familienziele mit großem Freizeitpotenzial. 

Tropengebiete können für Kinder gefährlich werden

Vor allem vor Reisen in Malariagebiete rät das CRM analog zu den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab. Solche Ziele könnten für Babys und Kleinkinder sogar lebensgefährlich werden. "Von einer Tropenreise mit Kindern unter fünf Jahren sollten Eltern absehen", so Wagner: "Malaria verläuft bei Kleinkindern oft schwer und untypisch." Was viele nicht wissen: "Bei Kindern unter drei Monaten kann Malaria auch ohne Fieber auftreten." Zudem sei in warmen Gebieten das Risiko weiterer gesundheitlicher Schäden bei Kindern höher: Sie hätten eine geringere Hitze- und Kältetoleranz als Erwachsene, und ihre Haut reagiere empfindlicher auf UV-Strahlung. Auch seien in dieser Altersgruppe Reisedurchfall-Erkrankungen wesentlich häufiger und schwerwiegender. Kinder könnten stärker dehydrieren, ihr Kreislauf schneller entgleisen.

Hinzu kommt die oft mangelnde medizinische Versorgung in tropischen Ländern. Außerdem: Selbst kleinere Verletzungen, die sich Kinder beim Toben schnell einmal zuziehen, heilen im feuchtwarmen Klima langsamer und infizieren sich schnell. 

Achten Sie auf nötige Reiseimfpungen

Ist eine Reise in Gebiete mit Infektionserkrankungen wie Malaria unvermeidbar - etwa bei Verwandtenbesuchen, sollten Eltern sich zunächst individuell und umfassend von einem Reisemediziner beraten lassen. Der Impfstatus aller Familienmitglieder müsse geprüft, entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) vollständig sein und den Anforderungen des Reiselandes entsprechen. 

Für einen Schüler- oder Studentenaustausch empfiehlt das CRM zusätzlich eine Meningitis-B-Impfung, neben den für das Zielland notwendigen Impfungen. Bei kurzfristiger Planung sollten Schnellimmunisierungs-Schemata genutzt werden, um die Reisenden maximal zu schützen. "Reisende, die aus familiären Gründen ins Ausland reisen, sogenannte 'Visiting Friends and Relatives' (VFR), können die Kosten für die Reiseimpfungen durch viele gesetzliche Krankenversicherungen zurückerstatten lassen", klärt Wagner auf.

Bei Fieber sofort zum Arzt

Prinzipiell gilt: Bei jeder fieberhaften Erkrankung eines Kindes im Urlaub oder nach der Rückkehr sollten die Eltern sofort einen Arzt aufsuchen. Darüber hinaus rät Wagner, Medikamente für Reisen grundsätzlich in ausreichender Menge in Deutschland zu kaufen. Häufig seien diese –insbesondere Malariamittel – im Ausland gefälscht. "In eine Reiseapotheke gehören in jedem Fall orale Rehydrationslösungen bei Durchfall, Fiebermittel und Nasentropfen – neben den speziell notwendigen Medikamenten für das Reiseland", betont der Experte. 

Das gehört in die Reiseapotheke: 

- Durchfall: Medikamente dagegen und Nahrungsmittel zur Genesung 
- Entzündungen: Augen-, Ohren- und Nasentropfen 
- Erkältungen: Hustensirup und schmerzstillende Tropfen oder Zäpfchen 
- Desinfektionsmittel (ohne Jodgehalt)
- Sonnenschutz: Mittel mit hohem Schutzfaktor und Après-Sun-Gel 
- Insektenschutzmittel 
- Verbandsmaterial wie sterile Gaze-Kompressen, Binden, Heftpflaster 


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