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K.-o.-Tropfen: Acht Tipps, wie Sie sich schützen können

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Polizei und Frauennotruf warnen  

Acht Tipps: So schützen Sie sich vor K.-o.-Tropfen

12.02.2018, 17:23 Uhr | Nicola Wilbrand-Donzelli, sah, t-online.de, dpa

K.-o.-Tropfen: Acht Tipps, wie Sie sich schützen können. K.-o.-Tropfen: Die Drogen werden oft in Zusammenhang mit Straftaten wie sexuellen Übergriffen in Getränke oder Essen gemischt. (Quelle: Nicolas Armer/dpa)

K.-o.-Tropfen: Die Drogen werden oft in Zusammenhang mit Straftaten wie sexuellen Übergriffen in Getränke oder Essen gemischt. (Quelle: Nicolas Armer/dpa)

Sie sind geruchlos, farblos und geschmacklos, können aber lebensgefährlich sein: K.-o.-Tropfen. Meist werden junge Frauen beim Feiern damit betäubt. Welche Gefahren von K.-o.-Tropfen ausgehen und wie Sie sich schützen können.

Auf Gefahren durch K.-o.-Tropfen während der Straßenfassenacht macht der Frauennotruf Mainz aufmerksam. An den ungezwungenen Tagen von Altweiber bis Fastnachtsdienstag könnten die Tropfen "schnell und oft unbemerkt verabreicht werden", teilt eine Sprecherin mit.

Die Drogen werden oft in Zusammenhang mit Straftaten wie sexuellen Übergriffen in Getränke oder Essen gemischt. Häufig werden Frauen und Mädchen Opfer der Tropfen. Sie können sich dann nicht mehr gegen sexuelle Übergriffe wehren und sich nur schwer erinnern.

Was sind K.-o.-Tropfen?

Bei den K.-o.-Substanzen handelt es sich meist um Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB) und Gamma-Bytyrolacton (GBL – Vorstufe von GHB), die auch als Partydrogen unter dem Namen "Liquid Ecstasy" bekannt sind. Während GHB dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt wird GBL als Lösungsmittel vertrieben. Beide sind geruch-, farb- und geschmacklose Flüssigkeiten, die in kleinen Mengen enthemmend wirken, in großen Mengen betäubend und als Überdosis tödlich sein können.

So wirken K.-o.-Tropfen

"Typisch für K.-o.-Tropfen ist, dass sie sehr schnell wirken", erklärt Diplom-Sozialpädagogin Kerstin Jüngling von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin. "Häufig fühlt man sich zu Anfang von einem Moment auf den anderen schwindelig oder wie in Watte gepackt, dann fühlt man sich stark betrunken, so dass man nur wenig Zeit hat, auf sein Befinden zu reagieren, bevor man bewusstlos wird."

Wie Sie sich vor K.-o.-Tropfen schützen

Die Gefahren von K.-o.-Tropfen sollten Sie nicht unterschätzen. Denn nicht nur Fremde, auch Freunde können Täter sein. Generell gelten folgende Verhaltensregeln, um sich vor K.-o.-Tropfen zu schützen:

  • Lassen Sie Getränke nie unbeaufsichtigt, damit niemand unbeobachtet etwas in Ihr Glas füllen kann.
  • Nehmen Sie nur Getränke an, deren Weg Sie vom Ausschank aus verfolgt haben. Bestellen Sie im Zweifelsfall ein neues Getränk.
  • Seien Sie aufmerksam und übernehmen Sie auch für Freunde die Verantwortung. Achten Sie gegenseitig auf Ihre Getränke, wenn Sie auf die Toilette oder auf die Tanzfläche gehen.
  • Bei Übelkeit oder Schwindel machen Sie Freunde auf sich aufmerksam.
  • Bei einem "Filmriss" trotz geringen Alkoholkonsums, sollten Sie sich Hilfe suchen.
  • Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihnen unter Einfluss von K.-o.-Tropfen etwas passiert ist, dann sichern Sie so schnell wie möglich eine Urinprobe. Die Substanz ist nur kurze Zeit im Körper nachweisbar.
  • Gehen Sie bei Verdacht auf K.-o.-Tropfen wenn möglich sofort ins Krankenhaus oder rufen Sie die Polizei.

Verabreichung von K.-o.-Tropfen ist eine Straftat

Die Verabreichung von K.-o.-Tropfen erfüllt den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung. Doch wie viele Attacken es genau gibt, können Experten nicht beziffern. Die Opfer können meistens nicht viel über den Hergang berichten. Die Drogen lassen sich nur etwa zwölf Stunden nach Konsum im Blut nachweisen.

Zudem kommt es aus Scham oder Unsicherheit nur selten zu Anzeigen und damit auch zu Ermittlungen. Deshalb gibt es eine hohe Dunkelziffer und weder eine Statistik, noch aktuelle Fallerhebungen auf Bundesebene.

Wo K.-o.-Tropfen verabreicht werden

K.-o.-Tropfen werden allerdings nicht nur in Kneipen, Diskotheken, auf Karnevalsveranstaltungen oder auf Volksfesten verabreicht. Es kann überall dort passieren,

  • wo viele Menschen zusammenkommen,
  • wo getanzt wird,
  • wo Alkohol getrunken wird,
  • wo die Situation unübersichtlich ist.

"Sehr oft sind es private Partys, wo eben nicht der unbekannte Fremde die K.-o.-Tropfen heimlich in den Drink mischt", erklärt Expertin Jüngling.

K.-o.-Tropfen: Erfahrungsberichte

In der mittelfränkischen Kleinstadt Hersbruck machte eine Gruppe junger Mädchen und Frauen während einer Kneipentour unfreiwillig Erfahrung mit den gefährlichen Substanzen. In der örtlichen Presse berichtete danach eines der Opfer: "Schlagartig ging es mir so schlecht, als hätte ich eine Flasche Wodka auf Ex getrunken. Was danach war, weiß ich nicht mehr."

Eine Freundin erzählt: "In den vier Stunden, wo wir unterwegs waren, war auch ich angeheitert, aber nicht betrunken. Und dann war plötzlich Ende, als ob eine schwarze Wand herunterfahren würde – ich hatte den kompletten Filmriss." Zum Glück gingen diese Vorfälle glimpflich aus. Keine der jungen Frauen wurde während ihrer Bewusstlosigkeit beraubt oder sexuell missbraucht. Von den Tätern, die die Droge heimlich in die Gläser gaben, fehlt jede Spur.

Darum benutzen Täter K.-o.-Tropfen

Häufig seien die zumeist männlichen Täter selbst nicht mehr nüchtern und hätten jegliches Grenzgefühl verloren. "Dann kann es sein, dass gerade schüchterne junge Männer versuchen, durch die Manipulation mit K.-o.-Tropfen in Kontakt zu dem anderen Geschlecht zu kommen – manchmal vielleicht mit einem bestimmten Mädchen, das für sie bisher unerreichbar schien", sagt Jüngling.

Dabei spielten Minderwertigkeitsgefühle und die daraus geborenen Allmachtfantasien eine große Rolle. "Nicht zwangsläufig ist das dann mit sexuellen Handlungen an dem Opfer verbunden", weiß die Expertin. Manchmal sähen die Täter den heimlichen Einsatz der betäubenden Mittel auch nur als üblen Spaß an, dessen Risiken sie massiv unterschätzen.

K.-o.-Tropfen mit Freunden und Eltern thematisieren

Vor K.-o.-Attacken kann man sich nicht zu hundert Prozent schützen, doch Jugendliche und junge Erwachsene sollten sich die Gefahren bewusst machen und gewisse Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Jugendliche müssten sich vor allem fragen, ob sie mit Menschen ausgehen, denen sie wirklich vertrauen können. "Hier hilft, wenn man einfach mal in seiner Clique über K.-o.-Tropfen spricht und nachhakt, wer sich überhaupt vorstellen könnte, so etwas zu machen", meint Jüngling.

Ebenso offensiv sollten Eltern mit ihren Kindern über die gefährlichen Tropfen reden. Sie sollten ihnen einschärfen, es unbedingt dem Freund oder der Freundin mitzuteilen, wenn man sich plötzlich in der Disko oder auf der Party unwohl fühlt, statt sich alleine auf die Toilette zurückzuziehen.

Um für den Ernstfall richtig vorbereitet zu sein, helfen Beratungsstellen oder Webseiten wie ko-tropfen-nein-danke.de mit ausführlichen Informationen weiter. Aber auch die öffentliche Diskussion über die gefährlichen Substanzen trage zur Prävention bei, sagt Kerstin Jüngling.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • eigene Recherchen
  • ko-tropfen-nein-danke.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen











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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
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