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Neuer Test: Das sind die Frühsymptome von Alzheimer

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Neuer Früherkennungstest  

Das sind die Frühsymptome von Alzheimer

16.12.2016, 11:34 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Neuer Test: Das sind die Frühsymptome von Alzheimer. Ein neuer Test per Fragebogen soll Alzheimer im frühen Stadium erkennen. (Quelle: Symboldbild Thinkstock by Getty-Images)

Ein neuer Test per Fragebogen soll Alzheimer im frühen Stadium erkennen. (Quelle: Symboldbild Thinkstock by Getty-Images)

Wo sind die Schlüssel? Und wie heißt der Kollege doch gleich mit Nachnamen? Vergesslichkeit kennen wir alle. Ältere Menschen denken dann schnell an Alzheimer. Doch die Krankheit zeigt noch weitere Warnzeichen, auch schon im Frühstadium. Ein neuer 34-Fragen-Test soll sie erkennen.

Auf der „Alzheimer’s Association International Conference in Toronto“ stellten Wissenschaftler in diesem Jahr Persönlichkeitstest vor. Er soll helfen, frühe Symptome richtig zu deuten und eine Behandlung früh zu beginnen.

Alzheimer-Test: Fünf Kategorien geben Hinweise

Der Test wurde von dem Neuropsychiater Dr. Zahinoor Ismail und seinem Team an der Universität Calgary entwickelt. Er beurteilt fünf Bereiche der Persönlichkeit eines Patienten:

  • Motivation und Interesse an seiner Umwelt
  • Angstsymptome und Stimmung
  • Belohnungsverhalten, Selbstkontrolle, Impulse
  • Mitgefühl und Sozialverhalten
  • Lebenserfahrung, Überzeugungen, Glaubenssätze


Alzheimer beginnt nicht immer mit Vergesslichkeit

Typische Frühwarnzeichen sind Verhaltensänderungen wie Streitlust, Feindseligkeit und Misstrauen bei ehemals ausgeglichenen Menschen. Auch Unruhe und Nervosität treten bereits im Frühstadium der Krankheit auf. Viele Demenz-Patienten haben Symptome ähnlich einer Depression und verlieren ihr Interesse an Hobbys und gemeinsamen Unternehmungen mit Freunden.

Fünf Beispielfragen aus dem Alzheimer-Test

Der Test, den Patienten selbst ausfüllen sollen, ist unkompliziert und als reiner Fragebogen konzipiert. Im Prinzip soll der Patient angeben, ob ihm ein Verhalten an sich selbst aufgefallen ist, das für ihn bisher eher unüblich war und seit länger als sechs Monaten anhält. Ist dies der Fall, kreuzt die befragte Person "Ja" an. Zudem kann der Getestete mit einer Skalierung von eins bis drei die Intensität des Symptoms angeben.

Zu den Fragen gehören beispielsweise:

  • Mangelt es der getesteten Person an Neugierde bei Themen, die sie sonst interessiert hätten?
  • Ist die getestete Person oft traurig und scheint niedergeschlagen?
  • Zeigt sich die getestete Person vermehrt uneinsichtig oder unüblich streitsüchtig?
  • Zeigt sich die getestete Person weniger interessiert daran, wie ihr Verhalten oder ihre Worte auf andere wirken? Ist sie unsensibel gegenüber den Gefühlen anderer?
  • Ist die getestete Person der neuen Auffassung, dass sie in Gefahr ist oder andere ihr schaden wollen?

Nicht als Selbsttest gedacht

Die Auswertung und Gewichtung der Antworten obliegt dann allerdings dem Mediziner. Für zu Hause in Form eines Selbsttests ist der Fragebogen nicht gedacht. Zu groß ist die Gefahr, dass der Getestete die Ergebnisse falsch deutet. Nicht alle Stimmungsschwankungen sind ein Zeichen für Alzheimer. Auch andere Erkrankungen oder bestimmte Lebenssituationen können diese auslösen.

Praxis-Anwendung noch ungewiss

Der Test ist noch in der Erprobung, eine künftige Anwendung in der Praxis also noch unklar. Die Forscher erhoffen sich davon, Alzheimer-Demenz früh behandeln zu können. Denn obwohl es bislang keine Heilung gibt, gibt es dennoch Therapien, die Symptome lindern oder den Ausbruch schwerer Symptome verzögern können.

Kritik am Test

Allerdings gibt es auch Mediziner, die auf die Schattenseiten solch eines Tests verweisen, etwa Professor Kenneth Langa von der Universität Michigan. Im Interview mit der Zeitung New York Times befürchtet er nicht nur eine hohe Anzahl an Überdiagnosen, weil jemand einfach mal einen schlechten Tag erwischt hat. Zudem könne der Hinweis auf die Erkrankung in einem so frühen Stadium die Betroffenen mehr belasten als ihnen nutzen.

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