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Karies: Wie er entsteht und wie Sie sich schützen

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Karies (Caries dentum, Zahnfäule)  

Die wichtigsten Fakten im Überblick

19.10.2016, 13:06 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Karies: Wie er entsteht und wie Sie sich schützen. Karies führt im schlimmsten Fall zum Verlust eines Zahnes. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Karies führt im schlimmsten Fall zum Verlust eines Zahnes. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Karies ist eine Erkrankung der Zähne. Bakterien im Zahnbelag zersetzen winzige Bestandteile von Essensresten und bilden dabei Säuren. Diese greifen die Zahnsubstanz an und führen bei unzureichender Mundhygiene zu Löchern im Zahnschmelz

Ursachen: Wie Karies entsteht

Auch wenn der Zahnschmelz das härteste Material im Körper ist, unzerstörbar ist er nicht. Für Karies gibt es drei Hauptrisikofaktoren: häufiger Zuckerkonsum, schlechte Mundhygiene und Zahnbelag (Plaque). Zahnbelag bietet kariesbildenden Bakterien (vor allem Streptokokkus mutans und Laktobazillen) den idealen Nährboden. Zersetzen sie die Nahrungsreste und den enthaltenen Zucker, entstehen als Abfallprodukt Säuren. Diese greifen den Zahnschmelz an und führen im ersten Schritt zu einer Entkalkung der geschwächten Zahnoberfläche. Die betroffene Stelle zeigt eine helle weißliche Färbung und bietet den Bakterien eine zusätzliche Angriffsfläche. Ohne eine ausreichende Zahnpflege wird der Zahnschmelz immer weicher. Irgendwann bildet sich schließlich ein kleines Loch. Dieses muss vom Zahnarzt ausgebohrt und mit einer Füllung versehen werden. Geschieht dies nicht, frisst sich die Karies durch die Zahnkrone hindurch zur Zahnwurzel und zerstört schließlich das Zahnbein und den Zahnnerv.

Karies: Die drei Stadien der Zahnerkrankung

Karies im Anfangsstadium (Initialkaries): Initialkaries bezeichnet das Anfangsstadium einer Karies. Hier zeigen sich kleine weiße entkalkte Stellen, die besonders anfällig für Kariesbakterien sind. In diesem Stadium ist nur der Zahnschmelz betroffen. Die fortschreitende Zerstörung lässt sich durch eine gute Mundhygiene und fluoridhaltige Zahnpasten noch aufhalten.

Dentinkaries: Im weiteren Verlauf färbt sich die kleine weiße Stelle am Zahnschmelz gelblich-bräunlich und wird zunehmend weicher. Stück für Stück frisst sich die Karies weiter durch den Zahnschmelz und erreicht irgendwann das Zahnbein. Dort breitet sie sich weiter aus und untergräbt den Zahnschmelz förmlich. So kann es passieren, dass eines Tages plötzlich ein Teil des Zahnes abbricht. Meist macht sich der kranke Zahn erst in diesem Stadium durch Schmerzen bemerkbar.

Tiefe Karies (Caries profunda): Bei der tiefen Zahnkaries sind bereits zwei Drittel des Zahnbeins zerstört. Hat sich die Zahnfäule zum Nerv durchgefressen, leidet der Patient unter sehr starken Schmerzen. Bleibt die tiefe Karies unbehandelt, stirbt der Zahn ab.

Symptome: Bei diesen Beschwerden zum Arzt

Je früher Karies behandelt wird, desto geringer sind die Schäden am Zahn. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt helfen dabei, eine beginnende Zahnfäule frühzeitig zu entdecken. Auch wenn man selbst Veränderungen an den Zähnen oder am Zahnfleisch bemerkt oder Schmerzen bekommt, sollte man schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Zu den Leitsymptomen einer Karies zählen:

  • im Anfangsstadium kleine weißliche, später hell- bis dunkelbraune Verfärbungen auf der Zahnoberfläche
  • vermehrte Kälte- und Hitzeempfindlichkeit (Ziehen im Zahn beim Genuss von Eis oder heißen Getränken)
  • weiche Stellen auf der Zahnoberfläche
  • Schwellungen des Zahnfleisches
  • Blutungen des Zahnfleisches
  • im späteren Stadium Schmerzen
  • abbrechende Zahnteile

Behandlung: Das macht der Zahnarzt

Der Zahnarzt untersucht den betroffenen Zahn genau. Bei Bedarf führt er eine Röntgenuntersuchung durch, um das Ausmaß des Befalls festzustellen. Das Röntgenbild zeigt zudem, ob sich unter einer Füllung oder in den Zahnzwischenräumen Karies gebildet hat. Im Frühstadium reicht es oftmals aus, die Zähne regelmäßig mit einer fluoridhaltigen Zahncreme zu putzen oder vom Zahnarzt ein Fluoridgel auf die Zähne auftragen zu lassen.

Ist der Zahnschmelz bereits weich oder haben sich kleine Löcher gebildet, muss behandelt werden. Um Schmerzen bei der Behandlung vorzubeugen, kommt oftmals eine Betäubungsspritze zum Einsatz. Anschließend bohrt der Zahnarzt die betroffene Stelle aus und füllt diese. Hierfür kommen meist Kunststoff, Keramik oder Edelmetalle zum Einsatz. Amalgam ist aufgrund der Quecksilberbelastung in der Kritik. Viele Ärzte setzen solche Füllungen daher nicht mehr ein und raten ihren Patienten, vorhandene Füllungen Stück für Stück durch andere Materialien zu ersetzen. Wer Amalgamfüllungen hat und unsicher ist, was das persönliche Gesundheitsrisiko angeht, vereinbart am besten einen Beratungstermin.

Ist der Zahn stärker beschädigt, kann eine Krone notwendig werden. Oftmals geht die Behandlung mit einer Zahnwurzelbehandlung einher. Manchmal muss der ganze Zahn entfernt werden. Dieser wird dann durch ein Implantat oder eine Brücke ersetzt.

Erste Hilfe: Was die Zahnschmerzen lindern kann

Zahnschmerzen kommen meist zu den unpassendsten Momenten: samstags vor dem Schlafengehen, im Urlaub oder auf der Dienstreise. Ist der schnelle Gang zum Zahnarzt nicht möglich, können Schmerztabletten, beispielsweise mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol, die Beschwerden kurzzeitig lindern. Unterstützend kann das Kauen einer Gewürznelke helfen. Das enthaltene ätherische Öl Eugenol wirkt leicht betäubend und desinfizierend.

Vorbeugen: So bleiben die Zähne gesund

Das Risiko für Zahnfäule lässt sich senken, indem man nach den Mahlzeiten die Zähne putzt und Zahnbeläge entfernt. Wichtig: Erst 30 Minuten nach dem Essen zur Zahnbürste greifen. Die Säuren im Essen weichen den Zahnschmelz auf und durch zu starkes Putzen kann dieser abgerieben werden (Abrasion). Es braucht einige Zeit, bis der Speichel die Säuren neutralisiert und die Zahnoberfläche remineralisiert hat.

Auch Zahnseide stellt eine wichtige Maßnahme für die Mundhygiene dar. Sie erreicht die Stellen, an die die Zahnbürste nicht kommt. Die Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegenüber Säuren. Zudem sollten zuckerhaltige Lebensmittel nur in Maßen verzehrt und nach ihrem Genuss auf eine gute Mundhygiene geachtet werden.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt sind ebenfalls wichtig für die Zahngesundheit. Sie sollten zwei Mal im Jahr wahrgenommen werden. Nicht nur, dass Karies so schon im Frühstadium entdeckt werden kann. Die regelmäßige Entfernung von Zahnstein reduziert das Kariesrisiko. Kleine entkalkte Zahnstellen können mit Fluorid behandelt werden.

Ein Mal im Jahr: Professionelle Zahnreinigung (PZR)

Da bakterielle Beläge die Hauptursache für die kariöse Zahnzerstörung darstellen, zählt deren Entfernung zu den wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Karies. Zahnärzte empfehlen daher, zusätzlich zu der Zahnhygiene zu Hause einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen zu lassen. Mit speziellen Instrumenten kann der Zahnarzt hartnäckige Ablagerungen und bakterielle Beläge an schwer zugänglichen Stellen entfernen und Bakterien so den Nährboden nehmen. Neben einem Pulverstrahlreiniger, der mit einem Salz-Wasser-Gemisch arbeitet, kommen auch Zahnseide und Fluoridgel zum Einsatz. Die Behandlung dauert zwischen 30 und 60 Minuten.

Obwohl der medizinische Nutzen einer Zahnreinigung unbestritten ist, muss der Patient die Kosten selbst tragen. Die PZR ist nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten, sondern zählt als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Die Kosten sind abhängig vom Aufwand und können bis zu 150 Euro betragen. Einige Krankenkassen übernehmen allerdings einen Teil der Kosten. Am besten fragt man vor der Behandlung bei seiner Krankenkasse nach.

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