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Forscher warnen  

Nierenschwäche wird häufig nicht erkannt

25.04.2017, 10:14 Uhr | dpa

Nierenschwäche wird häufig nicht erkannt. In Deutschland haben etwa 17 Prozent der Erwachsenen eine Nierenschwäche. (Quelle: imago/Science Photo Library)

In Deutschland haben etwa 17 Prozent der Erwachsenen eine Nierenschwäche (Quelle: Science Photo Library/imago)

Jährlich sterben etwa eine Million Menschen an Nierenversagen. Wenn erste Symptome auftreten, ist oftmals schon ein fortgeschrittenes Stadium der Krankheit erreicht. Dennoch ist eine frühe Diagnose wichtig, um die "stille Epidemie" rechtzeitig einzudämmen.

Forscher schlagen aufgrund der hohen globalen Raten bei Nierenerkrankungen Alarm. Weltweit würden Regierungen zu wenig gegen die Volkserkrankung unternehmen, heißt es in einem Bericht der Internationalen Gesellschaft für Nierenheilkunde (ISN). Dabei leiden den Angaben zufolge zehn Prozent der Weltbevölkerung an einer chronischen Nierenschwäche (Niereninsuffizienz). Neun von zehn Betroffenen wüssten aber gar nichts davon.

Das sind die Risikofaktoren

In Deutschland leiden dem Bericht zufolge schätzungsweise 17,4 Prozent der Erwachsenen an einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Angabe geht allerdings auf eine Studie aus dem Jahr 2009 zurück. In den USA sind es 14 Prozent. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen. Bei der chronischen Niereninsuffizienz verlieren die Nieren ihre Fähigkeit, Giftstoffe aus dem Körper zu filtern sowie den Flüssigkeitshaushalt und den Säuregehalt des Blutes zu regulieren.

Wird die Krankheit nicht behandelt, kann es zu einem tödlichen Nierenversagen kommen. Pro Jahr sterben weltweit schätzungsweise eine Million Menschen an Nierenversagen. "Im Anfangsstadium können Patienten mit blutdrucksenkenden Medikamenten und einer Diät behandelt werden", sagt ISN-Präsidentin Adeera Levin. "Deshalb ist es wichtig, dass alle Länder mehr für Früherkennung und Behandlung tun."

Besonders wichtig ist eine frühe Diagnose

Kommt es zum Nierenversagen, sind teure Dialysebehandlungen oder Transplantationen nötig. Obwohl in reichen Staaten die Kosten für Dialyse und Transplantation besonders hoch sind, haben lediglich 29 Prozent dieser Länder den Kampf gegen Nierenerkrankungen zu einer Priorität erklärt, schreiben die Autoren des Berichts. Dagegen sehen 59 Prozent der ärmeren Länder in den Erkrankungen ein ernstzunehmendes Problem.

Wichtig ist nach Einschätzung von Experten vor allem eine frühe Diagnose. "Mangelndes Bewusstsein für Nierenerkrankungen unter Patienten und Ärzten sowie fast keine Symptome im Frühstadium führen dazu, dass die Nierenfunktion bereits stark eingeschränkt ist, wenn erste Beschwerden auftreten", sagt Medizinprofessor David Johnson von der Universität Queensland in Australien. "Deshalb empfehlen wir Menschen aus den Risikogruppen, ihren Hausarzt um eine Nierenuntersuchung zu bitten. Man braucht nur einfache Blut- und Urintests und eine Blutdruckmessung."

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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