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Fenster putzen: Wirklich nie wieder?

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Selbstreinigendes Glas: Nie wieder Fenster putzen?

01.06.2011, 09:05 Uhr | rw, zuhause.de, dpa-tmn

Fenster putzen: Wirklich nie wieder?. Wirklich nie wieder Fenster putzen? (Foto: imago) (Quelle: imago)

Wirklich nie wieder Fenster putzen? (Foto: imago) (Quelle: imago)

Ein Traum scheint wahr geworden zu sein: Glaubt man der Industrie, könnte lästiges Fensterputzen bald Geschichte sein. Gläserne Duschabtrennungen und Fensterscheiben gibt es inzwischen mit beschichteten Oberflächen, die sich angeblich von selbst reinigen. Sonne und Regen sollen den Job übernehmen, der bislang Reinigungsmittel und Muskelkraft erforderte. Doch wie gut funktioniert der selbstreinigende Effekt?

Sonne und Regen: natürliche Glasreiniger

"Als selbstreinigend werden Gläser mit einer Oberflächenbeschichtung aus Titandioxid bezeichnet", so Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim. In Verbindung mit UV-Licht entsteht eine chemische Reaktion, bei der aktiver Sauerstoff freigesetzt wird. "Dieser löst organische Verschmutzungen wie Vogelkot oder Blattreste an der Grenzfläche zur Beschichtung und verringert so ihre Haftung zur Glasscheibe. Kleinere Verschmutzungen wie Fingerabdrücke oder Fliegendreck werden gleich ganz aufgelöst", erklärt Norbert Wruk, Forschungsleiter beim Glashersteller Pilkington. Um die gröberen Verschmutzungen zu entfernen, genüge dann der nächste Regenschauer.

Selbstreinigende Fenster bleiben durch Regenwasser sauber

Die Titandioxid-Beschichtung besteht aus Nanopartikeln, die bereits bei der Herstellung des Glases aufgebracht werden und eine Stärke von etwa 15 Nanometern haben, was ungefähr dem Tausendstel eines menschlichen Haardurchmessers entspricht. Die Beschichtung verleiht dem Glas hydrophile Eigenschaften. Sie sorgt dafür, dass sich die Oberflächenspannung des auf das Fenster prasselnden Regenwassers verringert. So bilden sich keine Tropfen auf der Scheibe. Das Wasser verteilt sich zu einem gleichmäßigen Film. "Durch die Filmbildung ist das Wasser in der Lage, den durch den aktiven Sauerstoff gelösten Schmutz zu unterwandern und abzulösen. Die natürliche Reinigungswirkung des Wassers wird so intensiviert", sagt Wruk.

Selbstreinigende Fenster sind etwas teurer

Eine Beschichtung im Nanobereich, die chemische Reaktionen auslöst: selbstreinigende Fenster sind echte High-Tech-Produkte - und als solche auch etwas teurer als normales Glas. "Der Preis liegt etwa 15 bis 20 Prozent über dem eines eingebauten Fensters mit herkömmlichem Wärmedämmglas", teilt etwa der Markenglashersteller Pilkington mit, der unter anderem auch selbstreinigende Fenster im Sortiment hat. Dafür hat die Beschichtung und damit die selbstreinigende Wirkung in der Regel ein ganzes Fensterleben lang Bestand.

Silikon greift die Beschichtung an

Beschichtungen selbstreinigender Gläser sind prinzipiell dauerhaft, können aber bei falscher Behandlung Schaden nehmen. So sind nach Auskunft des Verbands der Fenster- und Fassadenhersteller in Frankfurt am Main hydrophile Oberflächen unverträglich mit Silikonen. Falls Silikon mit einer hydrophilen Oberfläche in Berührung kommt, kann sich das Wasser nicht mehr zu einem Film ausbreiten, was die selbstreinigende Funktion des Glases störe.

Tageslicht und Wasser sorgen für den selbstreinigenden Effekt

"Wie gut der Selbstreinigungseffekt funktioniert, hängt auch entscheidend von der Einbausituation ab", erklärt Fensterexperte Benitz-Wildenburg. So werden beispielsweise Dachfenster mit größerem Neigungswinkel besser gereinigt als unter einem Dachüberstand eingebaute Fenster, die seltener vom Regen getroffen werden. Regnet es lange Zeit nicht oder gibt es bauliche Beeinträchtigungen, kann auch selbstreinigendes Glas schmutzig werden. Der Schmutz lässt sich dann aber ohne größeren Aufwand mit reichlich Wasser, etwa mit einem Schlauch, abspülen. Für eine optimale selbstreinigende Funktion braucht es also immer das Zusammenspiel von Tageslicht und Wasser.

Halber Aufwand beim Fenster putzen

Ganz überflüssig wird Putzen aber auch mit den selbstreinigenden Gläsern nicht. Bleiben hydrophile Fensterscheiben zu lange trocken, bildet sich auch hier sichtbarer Schmutz. Allerdings erleichtern die modernen, beschichteten Gläser die Putzarbeit enorm - und zwar gleich in doppelter Hinsicht: Wegen der selbstreinigenden Wirkung ihrer Beschichtung müssen die Scheiben viel seltener geputzt werden und können zugleich mit viel geringerem Aufwand, zum Beispiel durch bloßes Abspritzen mit Wasser gereinigt werden. Besonders deutlich wird das beim Einsatz solcher Fenster im großen Stil. Schrubben und Scheuern gehört so tatsächlich der Vergangenheit an.

Mit der Reinigung ganzer Glasfassaden an großen Gebäudekomplexen beschäftigt sind Facility-Management-Unternehmen wie die Berliner Firma Dussmann. Hier macht sich besonders bemerkbar, wie viel leichter und schneller sich selbstreinigende Fenster reinigen lassen. "Wir haben festgestellt, dass vor allem die Glasflächen, die der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sich mit vermindertem Aufwand reinigen lassen", so Christian Dinkel, Verkaufsleiter bei Dussmann. Der Reinigungsaufwand reduziere sich demnach um bis zu der Hälfte.

Leichter und sicherer Fenster putzen

Im privaten Bereich sind selbstreinigende Fenster vor allem bei großen Glasfronten und an schwer zugänglichen Bereichen interessant. Hier machen selbstreinigende Gläser die alltägliche Hausarbeit nicht nur leichter, sondern auch sicherer. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ereignen sich jährlich rund 2,7 Millionen Unfälle in deutschen Haushalten - davon knapp 300.000 bei der Hausarbeit. Wenn wacklige Kletterpartien auf der Leiter entfallen, könnte sich wohl so mancher Unfall verhindern lassen.

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