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Steckdosenleisten und marode Verkabelung oft Ursache für Brände

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Brandgefährliche Elektrik im Haus

07.08.2012, 08:08 Uhr | sj, zuhause.de, dpa-tmn

Steckdosenleisten und marode Verkabelung oft Ursache für Brände. "Mangelhafte" Steckdosenleisten: Gefahr von Feuer und Stromschlägen (Quelle: imago)

"Mangelhafte" Steckdosenleisten: Gefahr von Feuer und Stromschlägen. (Quelle: imago)

Wer schon einmal im Altbau gewohnt hat, kennt das Problem: Es gibt selten mehr als zwei Steckdosen in einem Raum und die Verkabelung ist mitunter abenteuerlich. Meist ersetzen dutzende Steckerleisten die fehlenden Anschlüsse. Dass hin und wieder die Sicherung herausfliegt, wenn etwa gleichzeitig Mikrowelle und Spülmaschine laufen, darüber sehen wohl viele Altbau-Bewohner als charmanten Schönheitsfehler hinweg. Dabei gehören überlastete Leitungen und defekte Elektroinstallationen zu den häufigsten Ursachen für Wohnungsbrände – nicht nur im Altbau. Was Sie bei der Heimverkabelung unbedingt beachten sollten, verraten Installations-Profis. Das sind die sechs größten Strom-Gefahren zuhause.

Wenn es im Haushalt zu Stromunfällen und Bränden kommt, ist oft eine defekte oder veraltete Elektrik die Ursache. Bei den vom Institut für Schadensverhütung und Schadensforschung (IFS) untersuchten Bränden war 2010 in 35 Prozent der Fälle die Elektrik schuld. Gerade in älteren Wohngebäuden sei oft noch die ursprüngliche Elektroinstallation in Betrieb, erläutert Klaus Jung, Geschäftsführer des Fachverbands Installationsgeräte und -systeme beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Frankfurt. Diese Installationen entsprechen häufig nur den Anforderungen der Entstehungszeit und sind mit modernen Haushaltsausstattungen überfordert.

Zu viele Geräte an einer Steckdose

Jahrzehnte alte Leitungen sind beispielsweise nicht für den gleichzeitigen Betrieb mehrerer moderner Haushaltsgeräte ausgelegt. Für den heute üblichen gleichzeitigen Gebrauch von Computer, Wasserkocher, DVD-Player, Fernseher, Kühlschrank oder Gefriertruhe fehle es neben Steckdosen auch an leistungsfähigen Leitungen, erklärt Susanne Woelk von der Aktion "Das sichere Haus" in Hamburg. Die Bewohner behelfen sich dann vielfach mit Mehrfachsteckdosen, die leicht überlasten können, warnt Jung.

Die Folge ist ein ständiges Herausspringen der Sicherung. Oder schlimmer: Bei dauerhafter leichter Überlastung springe die Sicherung unter Umständen nicht heraus. Statt dessen überhitze das Isolationsmaterial der Leitungen immer wieder, bis es schließlich brüchig werde, warnt Jung. Im schlimmsten Fall entstehe dadurch ein Schwelbrand, der schließlich die ganze Wohnung in Brand setzt.

Lebensgefährliche Steckdosenleisten

Gerade im Altbau sind fast immer zu wenig Steckdosen verfügbar. Dann müssen etwa Computer, Fernseher und Stereoanlage über eine einzige Steckdose versorgt werden. Damit das klappt, werden oft mehrere Steckdosenleisten hintereinander geschaltet. Das große Manko solcher Provisorien: "Viele Steckdosenleisten sind nicht sicher", hat Stiftung Warentest in einem Test festgestellt. 11 der 19 geprüften Steckdosenleisten seien in der elektrischen Sicherheit mangelhaft.

Bei hohem Stromfluss bestehe die Gefahr, dass sich die Mehrfachsteckdosen stark erhitzen. Aber die Untersuchung offenbarte auch: Die Nutzer selbst könnten zur Sicherheit beitragen, indem sie die auf der Leiste aufgedruckte Belastungsgrenze einhalten und niemals mehrere Steckdosenleisten hintereinander stöpseln. "Steckdosenleisten sollten kein Dauerzustand sein und bei Bedarf durch fest installierte neue Steckdosen nachgerüstet werden", rät Woelk.

Bloß nicht selbst reparieren

Wohnungsbesitzer könnten die Gefahren durch einen nicht ordnungsgemäßen Zustand oftmals nicht selbst erkennen. Daher sollte ein Fachmann die Anlagen von Zeit zu Zeit prüfen. Bei Mängeln dürfe der Hausbesitzer aber auf keinen Fall selbst Hand anlegen. Zudem gilt es, für die Zukunft gerüstet zu sein: Bauherren und Modernisierer sollten deshalb die elektrische Anlage und Ausstattung mit Steckdosen so großzügig planen, dass sie nicht nur für die heute benötigten Geräte ausreicht, sondern auch für die Anforderungen kommender Entwicklungen. Neben ausreichend vielen Steckdosen und Schaltern empfiehlt Jung beispielsweise für alle Räume einen Antennen- und Telefonanschluss.

Kein Recht auf moderne Verkabelung in der Mietwohnung

Wer zur Miete wohnt, sollte die Übernahme der Kosten für den Handwerker vorher klären. "Mieter haben kein Anrecht auf eine Modernisierung ihrer Elektroinstallation auf den neuesten Stand", sagt Hermann-Josef Wüstefeld vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Aber auch in einer nicht modernisierten Altbauwohnung müssten die elektrischen Anlagen zumindest technisch sicher sein.

Die Elektroinstallation muss in jeder Wohnung einem Mindeststandard genügen, der ein zeitgemäßes Wohnen ermöglicht und alle damit üblicherweise verbundenen Tätigkeiten mit technischen Geräten erlaubt. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden (Az.: VIII ZR 281/03). Konkret heißt das: Es müssen zumindest ein größeres Haushaltsgerät wie die Waschmaschine und weitere übliche Elektrogeräte wie Staubsauger zugleich laufen können, ohne dass der Mieter Angst vor einer Leitungsüberlastung und möglichen schlimmeren Folgen haben muss.

FI-Schalter bei Modernisierungen Pflicht

Zusätzliche Sicherheit in der Elektroinstallation bietet ein Fehlerstrom-Schutzschalter, auch FI-Schutzschalter oder RCD genannt. Der Schalter unterbricht die Stromzufuhr, sobald ein Fehler auftritt. Springt er ständig heraus, sei das ein sicheres Zeichen, dass etwas mit der Elektroinstallation nicht stimmt, erklärt Jung. Fehlerstrom-Schutzschalter sind heute bei Neuinstallationen und Modernisierungen Pflicht. In vielen Wohnungen mit alten Installationen gibt es sie aber noch nicht. Aus Sicherheitsgründen sollten sie unbedingt nachgerüstet werden.

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