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Waschbecken und Badewanne selbst reparieren: So geht's

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Keramik, Emaille und Acryl  

Mit dieser einfachen Methode beseitigen Sie Macken in Wanne und Waschbecken

30.08.2017, 13:38 Uhr | zuhause.de, dpa-tmn

Waschbecken und Badewanne selbst reparieren: So geht's. Macken an der Badewanne muss man möglichst schnell reparieren. (Quelle: dpa)

Macken an der Badewanne muss man möglichst schnell reparieren. (Quelle: dpa)

Kratzer und Macken in Badewanne und Waschbecken sind schnell geschehen. Dabei sind die fehlerhaften Stellen nicht nur ein optisches Problem. Repariert man kleine Löcher nicht sofort, werden daraus mit der Zeit größere Schäden. Heimwerker können einfachere Reparaturen auch leicht selbst durchführen.

"Man darf solche Schäden nicht ignorieren", sagt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. "Denn selbst kleinste Stellen können schnell größer werden und sich tief ins Material fressen." Dann wird unter Umständen eine Reparatur unmöglich, und die Wanne muss ausgetauscht werden.

Verschiedene Werkstoffe unterscheiden

Wenn also der Parfümflacon oder die Flasche mit dem Rasierwasser heruntergefallen ist und kleine Stellen vom Belag abgeplatzt sind, darf man nicht zögern, zum Reparaturset zu greifen. "Allerdings muss man wissen, welche Art Sanitärkeramik behandelt werden soll", erklärt Wischmann. Üblicherweise werden im Sanitärbereich die Werkstoffe Keramik, Emaille und Acryl verwendet.

Badewannen und Duschtassen sind gewöhnlich aus Stahlemaille oder Acryl. Wasch- und Spülbecken sowie Toilettenbecken werden meist aus Keramik hergestellt. Diese Materialien sind unterschiedlich empfindlich und müssen auch unterschiedlich behandelt werden. Allen gemeinsam ist jedoch, dass scharfe und ätzende Putzmittel möglichst vermieden werden müssen. "Sie schmirgeln die Oberfläche regelrecht auf", erläutert Wischmann. "Das lässt sich nur schwer oder gar nicht beheben."

Bei Emaille genügt oft ein Lackstift

Badewannen aus Emaille haben unter der weißen Oberschicht eine Schicht Blaukeramik. Wenn nur die oberste Schicht Schaden genommen hat, genügt unter Umständen ein Lackierstift, um die Stelle auszubessern. "Ist aber auch die darunterliegende Schicht beschädigt, muss das Loch besonders zügig verschlossen werden", erläutert Michael Pommer, Trainer an der Heimwerkerschule DIY Academy. "Denn unter der Blaukeramik befindet sich stahlhaltiges Material, das schnell rostet, wodurch sich das Volumen der beschädigten Stelle vergrößert."

Reparatursets funktionieren gut

Im Baumarkt gibt es Reparatursets mit Sandpapier, einer Spachtelmasse und Speziallack zur Oberflächenbehandlung von Keramik, Emaille und Acryl. "Die funktionieren gut", erklärt Pommer. "Zwei bis vier Millimeter tiefe Löcher und Kratzer lassen sich damit beheben." An größeren und tiefergehenden Beschädigungen sollten sich Laien lieber nicht selbst versuchen. "Ohnehin muss man bedenken, dass die Wanne nach der Behandlung nicht wieder wie neu aussieht."

Für die Reparaturen muss die Stelle sauber, trocken und fettfrei sein. Rost ist sorgfältig und vollständig zu entfernen. Das Loch oder der Kratzer sollte gesäubert werden. Ob man die zu behandelnde Stelle vorher anschleifen muss, ist bei den angebotenen Produkten unterschiedlich.

Die Spachtelmasse wird gut auf der schadhaften Stelle verteilt. Es dürfen keine Luftblasen entstehen. Nach etwa einer halben Stunde wird die Spachtelmasse langsam hart. Bis dahin sollte man mit der Arbeit fertig sein. Zum Schluss wird die Oberfläche mit dem Speziallack versiegelt. Es braucht ein paar Tage, bis alles vollständig ausgehärtet ist und man Wanne oder Becken wieder nutzen kann.

Bei Reparatur auf Speziallacke achten

Wer kein Reparaturset verwenden möchte, sondern sich die einzelnen Komponenten selbst zusammenstellt, sollte vor allem auf den richtigen Lack achten. "Besonders die Oberflächen von Waschbecken, Badewannen und Toilettenbecken werden durch Wasser und Chemikalien stark beansprucht", sagt Michael Bross, Geschäftsführer des Deutschen Lackinstituts. Wird dort bei der Reparatur von kleinen Schäden ein ungeeigneter Lack verwendet, hält das nicht lange.

"Kunden sollten nur hochwertige Spezialprodukte verwenden und beim Kauf darauf achten, dass die Lacke speziell für die Reparatur von Badewannen, Toiletten und Waschbecken ausgewiesen sind", rät Bross daher. "Das muss auf der Verpackung extra gekennzeichnet sein." Auch Fliesen können mit speziell für sie zugeschnittenen Produkten überstrichen werden. Wenn sorgfältig gearbeitet wird, sieht das gut aus und hält lange.

Mit dem Radiergummi Schäden in Acryl reparieren

Sanitäreinrichtungen aus Acryl sind meist preiswerter als die aus Keramik oder Emaille und nicht so anfällig. Aber auch sie nehmen natürlich Schaden, wenn die mechanische Einwirkung zu groß ist. "Hier ist die Reparatur kleiner Schäden einfacher als bei Emaille", sagt Michael Pommer. Der Heimwerker schleift die ein bis drei Millimeter starke Acrylschicht ab und baut die Oberfläche mit einem Gel wieder auf. Anschließend poliert er sie glatt. "Bei kleinen oberflächlichen Kratzern kann man auch mit einem speziellen Radiergummi arbeiten", erklärt Pommer. Durch die Reibungswärme, die beim Radieren entsteht, schmelze der Kunststoff an der Oberfläche. Dadurch lassen sich kleine Vertiefungen herauspolieren.

Wachs repariert Splitter in Fliesen

Auf stark beanspruchten Fliesen an Wand und Boden kommt es immer wieder zu Absplitterungen der Glasur, das Material springt oder es bilden sich Kratzer. Dem lässt sich mit Wachs beikommen. Mit Hilfe von Schmelzstiften kann man es erwärmen, so dass es sich gut in die Risse und Löcher einfügt. Diese Prozedur muss allerdings immer mal wiederholt werden.

Auch Silikonfugen lassen sich leicht selbst erneuern

"Ganz wichtig ist es, die Silikonfugen in Bad und Küche regelmäßig in Augenschein zu nehmen", betont Michael Pommer. Sie verbinden die Sanitärmöbel wasserdicht mit Wand oder Boden. Bilden sich dort kleine Risse, muss der Heimwerker umgehend das betroffene Stück herausschneiden und ersetzen. "Sonst kann sich hinter Wanne und Becken Feuchtigkeit ansammeln, die zu größeren Schäden führt", sagt der Heimwerkerexperte. "Spätestens alle fünf Jahre müssen sämtliche Silikonfugen ausgewechselt werden." Wie man selbst Silikonfugen erneuert, erfahren Sie hier.

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