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Stromanbieter wechseln: Worauf Sie beim Wechsel achten sollten

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Kosten senken und Energie sparen  

Einfach und sicher zu einem niedrigeren Strompreis

10.04.2017, 16:36 Uhr | dpa-tmn

Stromanbieter wechseln: Worauf Sie beim Wechsel achten sollten. Strom ist sehr teuer geworden (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/HandmadePictures)

Strom ist sehr teuer geworden (Quelle: HandmadePictures/Thinkstock by Getty-Images)

Der Strompreis in Deutschland steigt immer weiter. In den letzten Jahren hat sich der durchschnittlich bezahlte Preis pro Kilowattstunde nahezu verdoppelt. Durch die Einführung des Smart Meter wird das erst recht deutlich. Was Sie tun können und wie Sie Energie- und somit Kostensparen, erfahren Sie hier.

Zwar steigen die Energiepreise europaweit und Deutschland ist insofern keine Ausnahme, viele Verbraucherschützer sind allerdings der Überzeugung, dass auch die Stromkunden zu mehr Wettbewerb und damit einem moderateren Strompreis beitragen könnten. Noch immer wechseln offenbar die wenigsten Abnehmer zu einem günstigeren Energieversorger. Dabei geht das oft ohne großen Aufwand online.

Trotz hohem Strompreis treue Kunden

Es ist inzwischen zu einem fast alljährlichen Ritual geworden: Die großen Energiekonzerne schockieren die Verbraucher mit teils drastischen Preiserhöhungen. Als Reaktion darauf ernten sie in der Regel einen Sturm der Empörung. Doch die Quittung für die oft horrenden Preissteigerungen erhalten sie kaum. Nach Angaben der Bundesnetzagentur haben seit der Liberalisierung des deutschen Strommarktes 1998 nur rund 14 Prozent aller Stromkunden von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, zu einem günstigeren Stromanbieter zu wechseln.

Dabei ist ein solcher Anbieterwechsel in der Regel sehr einfach möglich und bei gleichen Leistungen eine Preisersparnis von bis zu rund 30 Prozent möglich. Unter Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist kann ein Kunde jederzeit wechseln. "Darüber hinaus besteht bei Preiserhöhungen in der Regel ein Sonderkündigungsrecht", sagt Peter Kafke aus dem Energieteam des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes in Berlin. Dasselbe gelte auch im Falle eines Umzugs. Trotzdem zeigen sich die deutschen Energieverbraucher recht wechselunwillig.

Oft bieten kleine Anbieter einen günstigeren Strompreis

So dominierten die vier großen Stromkonzerne E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall Kafkes Angaben zufolge nach wie vor den deutschen Strommarkt. Daneben gibt es aber eine Vielzahl kleiner Anbieter, die häufig günstigere Preise anbieten und so, eine entsprechende Nachfrage durch die Verbraucher vorausgesetzt, den Wettbewerb anheizen könnten. "In den meisten Netzgebieten können die Verbraucher mittlerweile unter mehr als 50 potenziellen Stromlieferanten auswählen", sagt Rainer Warnecke von der Bundesnetzagentur in Bonn. Auf dem Gasmarkt ist die Auswahl zwar kleiner, aber in den meisten der rund 600 Netzgebiete könnten Verbraucher unter mindestens sechs Anbietern auswählen.

Strompreis ganz einfach vergleichen

Wer wissen will, ob er zu viel für seinen Strom bezahlt, kann sehr bequem die Preise der Anbieter in seiner Region vergleichen. "Tarifrechner im Internet sind eine praktische und schnelle Hilfe: Man gibt zunächst seine Postleitzahl und seinen Jahresverbrauch ein", erklärt Achim Schröder von der Stiftung Warentest. "Bei vielen Rechnern gibt es weitere Filtermöglichkeiten wie 'nur Ökostrom'." Stiftung Warentest hat verschiedene Tarifrechner getestet. Sieger im Vergleich war der Strompreisrechner von Verivox. Für uns Grund genug, Ihnen den Testsieger zur Verfügung zu stellen.

Beim Wechsel nicht nur auf den Strompreis achten

Neben dem Tarif müssen die Vertragskonditionen geprüft werden. Je kürzer die Laufzeiten und die Kündigungsfristen sind, desto flexibler ist der Kunde. Kafke warnt aber vor Anbietern, die Vorauskasse oder Kaution verlangen. "Bei einer Insolvenz ist das eingezahlte Geld verloren", so der Verbraucherschützer. Auch Sonderabschläge sind den Experten zufolge für den Kunden ungünstig, genauso wie vermeintlich lukrativ erscheinende Paket-Preise. Hier sei der Preis an eine bestimmte Verbrauchsmenge gekoppelt. Wer weniger verbraucht, bekomme kein Geld zurück, und wer mehr verbraucht, müsse sogar draufzahlen. Daher empfehlen alle Experten eine Preisgarantie für die Vertragsdauer und eine monatliche Ratenzahlung.

Mancher Energieversorger lockt Neukunden mit einem Bonus im ersten Jahr an. Hier ist Vorsicht geboten. Eventuell wurde dieser Bonus gleich in den Tarif eingerechnet, so dass dieser nur günstig erscheint. Wenn man sich doch für ein Bonusmodell entscheidet, ist der Blick ins Kleingedruckte wichtig. Unter welchen Voraussetzungen wird der Bonus gewährt? Dies kann an die Bedingung geknüpft sein, dass man innerhalb des ersten Jahres nicht kündigen kann. So wäre man zwei Jahre an seinen Tarif gebunden. Wer sich nicht mit Kleingedrucktem und Einzelbestimmungen plagen will, entfernt beim Strompreisrechner einfach das Häkchen bei "Einmaligen Bonus berücksichtigen".

Vor dem Wechsel den bisherigen Anbieter kontaktieren

Vor einem Wechsel lohnt sich oft ein Anruf beim derzeitigen Versorger. Eventuell macht der Ihnen dann ein Angebot zu verbesserten Konditionen, um Sie nicht als Kunden zu verlieren. Auf dem Strommarkt hätten sich im vergangenen Jahr die Tarife der Grundversorger denen der alternativen Anbieter stark angenähert, berichtet Warnecke. Ähnlich sei die Situation auf dem Gasmarkt. "Die Preise bei einem Vertragswechsel lagen mit denen bei einem Lieferantenwechsel im April 2010 fast gleichauf."

Der einfache und sichere Weg zu einem geringeren Strompreis

Viele Tarifrechner bieten die Möglichkeit, auf ihrer Seite direkt einen Wechselantrag auszufüllen oder herunterzuladen. Alternativ kann der Anbieter direkt kontaktiert werden. Für den Kunden ist es am einfachsten, wenn der neue Lieferant die Kündigung beim bisherigen übernimmt sowie den Datenaustausch mit diesem und mit dem Netzbetreiber organisiert. Dem Verbraucher entsteht also durch seinen Wechsel kein lästiger Papierkram. "Ein Wechsel sollte nicht länger als ein bis zwei Wochen dauern", sagt Kafke.

Der gesamte Wechsel vollzieht sich nur auf dem Papier. Zähler oder Leitungen werden nicht ausgebaut. Für die Wartung des Netzes ist weiterhin der örtliche Betreiber zuständig. Auch bei Verzögerungen geht das Licht oder die Heizung nicht aus, sagt Schröder. "Selbst wenn der Wechsel nicht pünktlich klappt: In der Übergangszeit springt der Grundversorger ein."

Stromanbieter muss über Preiserhöhung informieren

Erhöht ein Stromanbieter seine Preise, muss er Kunden darüber aufklären. Die Ankündigung muss dabei transparent sein, erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. In der Praxis funktioniert das allerdings nicht immer, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage unter Stromkunden zeigt, die ein Preiserhöhungsschreiben erhalten hatten. Die meisten (82 Prozent) erkannten dieses zwar direkt als solches. Jeder Sechste (16 Prozent) musste aber erst genauer hinschauen, um das Schreiben als Ankündigung einer Preiserhöhung zu identifizieren.

Die meisten darunter ärgerten sich darüber, dass die Erhöhung versteckt beziehungsweise das Schreiben insgesamt sehr unübersichtlich war (45 Prozent). Einigen waren die Formulierungen zum Teil zu kompliziert (14 Prozent). Andere monierten, das Schreiben komplett durchlesen zu müssen (8 Prozent), dass der alte Strompreis nicht genannt wurde (7 Prozent) oder dass das Schreiben an Werbung erinnerte (7 Prozent).

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