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Kaminofen einbauen und in Betrieb nehmen

06.10.2016, 08:06 Uhr | zuhause.de, dpa-tmn

Beim ersten Anheizen nicht die Tür verriegeln. (Quelle: Screenshot: Hark)
Beim ersten Anheizen bloß nicht die Tür zu machen

Der Fachmann erklärt, wie man den neuen Kaminofen richtig in Betrieb nimmt und worauf man dabei achten muss.

Beim ersten Anheizen bloß nicht die Tür zu machen


Ein Kaminofen ist für Spontankäufe nur bedingt geeignet. Auswahl, Einbau und Inbetriebnahme des neuen Ofens sollten gut vorbereitet werden. Am besten holt man den Schornsteinfeger möglichst früh mit ins Boot. Am Ende muss dieser die Anlage nämlich ohnehin abnehmen. Wir erklären, welche Vorbereitungen sonst noch wichtig sind, worauf Sie beim Kauf eines Kaminofens achten sollten und wie Sie den Ofen erstmals in Betrieb nehmen. Gerade beim ersten Anheizen passiert schnell ein folgenschwerer Fehler.

"Wichtig ist, dass die Tür nur angelehnt und nicht verriegelt ist", gibt Ingo Schultz, Ofenbaumeister beim Duisburger Kaminofen-Hersteller Hark, einen wichtigen Hinweis. In den ersten Betriebsstunden müsse der Lack noch einbrennen und werde während dessen nochmals weich.

Beim ersten Anheizen bloß nicht die Tür verriegeln

"Wenn ich die Tür verriegele, würde die Dichtung am Lack kleben bleiben und sich beim Öffnen aus der Nut ziehen", erklärt Schultz. "Um das Einbrennen zu beschleunigen, kann man kurzzeitig etwas mehr Holz einlegen." Solange die Tür nur angelehnt ist und der Lack einbrennt, sollte man das brennende Feuer und den Ofen natürlich gut im Auge behalten. Der entstehende Geruch sei zwar nicht besonders angenehm, gesundheitlich aber unbedenklich, verspricht der Fachmann. Bevor man seinen neuen Ofen in Betrieb nehmen darf, müsse aber erst einmal der Schornsteinfeger die Feuerstätte abnehmen, so Schultz.

Schornsteinfeger bei der Planung einbeziehen

"Der Kauf eines Kaminofens will gut vorbereitet sein", rät deshalb Stephan Langer vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. Am besten lassen sich Verbraucher schon vor dem Kauf vom Schornsteinfeger beraten. Dieser prüft, welcher Ofen geeignet ist, ob ein passender Schornstein vorhanden ist oder ein neuer Abzug eingerichtet werden muss. "Viele Schornsteinfeger bieten solche Beratungen kostenlos an", sagt Langer. "Sie dauern etwa 15 bis 20 Minuten."

Zwar muss man diese Beratung nicht in Anspruch nehmen, aber man geht auf diesem Wege sicher, dass es später bei der Abnahme keine Probleme gibt. Der Schornsteinfeger kennt die örtlichen Bestimmungen und kann für die Auswahl des richtigen Ofens und den besten Standort nützliche Tipps geben.

Mindestabstand zwischen Kaminofen und Wand beachten

Bei der Abnahme wird dann unter anderem geprüft, ob ein für die Verfeuerung von festen Brennstoffen geeigneter Schornstein vorhanden ist, der Ofen richtig daran angeschlossen wurde und ob die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände zu Wand und Decke eingehalten wurden. Die zulässigen Abstandswerte variieren je nach Ofenmodell und liegen gewöhnlich zwischen 20 und 60 Zentimetern. Im Bereich der Ofentür sind mindestens 80 Zentimeter Abstand zu brennbaren Möbeln oder Gegenständen einzuhalten. Um beim Öffnen der Tür genügend Platz zu haben, ist meistens auch ein noch größerer Abstand sinnvoll. Hat der Ofen seitliche Fenster, müssen auch seitlich mindestens 65 Zentimeter Abstand gehalten werden.

Bei brennbaren Fußböden braucht man eine Bodenplatte

Auch darüber hinaus ist bei der Standortwahl einiges zu beachten. So muss beispielsweise bei brennbaren Bodenbelägen wie Teppich oder Holz ein Funkenschutz angebracht werden. Platten aus Metall, Schiefer oder feuerfestem Glas sind dafür gut geeignet. Die Platte muss so angebracht werden, dass sie den Bereich vor dem Ofen um etwa 50 Zentimeter und auf jeder Seite um mindestens 30 Zentimeter abdeckt. Die Platten gibt es in verschiedenen vorgefertigten Formen und Größen. Ein Funkenschutz aus Stahlblech ist schon ab etwa 50 Euro erhältlich, die Glasausführung gibt es ab etwa 100 Euro.

Wer sich für eine Glasplatte entscheidet, tut gut daran, den Rand rundum mit Silikon abzudichten. Durch das Gewicht des Ofens hebt sich die Platte vorne meist ein wenig. Durch die Abdichtung verhindert man, dass Asche oder andere Staubpartikel unter die Platte wandern, die sich nur mit großem Aufwand wieder entfernen ließen.

Schornstein nachträglich anbauen

Die meisten Kaminöfen werden an die Wand gestellt. Sollte kein geeigneter Schornstein im Haus vorhanden sein, muss ein neuer angebaut werden. "Das ist kein großer Aufwand", erklärt Langer. Er wird durch einen Durchbruch in der Wand geführt und verläuft an der Außenwand nach oben.

Sollte der Außenanbau nicht möglich sein, kann man ihn auch durch das Gebäude verlegen. Das ist allerdings etwas aufwendiger. Wie hoch der Schornstein sein muss, hängt vom Umfeld des Hauses ab. Laut Bundesimmissionsschutzverordnung muss die Einmündung mindestens 15 Meter vom Fenster des Nachbarhauses entfernt sein. Anderenfalls muss der Schornstein das Fenster um mindestens einen Meter überragen.

Den passenden Kaminofen finden

Die Auswahl an Kaminöfen ist groß. Es gibt Modelle aus Emaille, Gusseisen, Naturstein, Keramik, Speckstein oder Granit in etlichen Farben und Formen. Die aktuellen Modelle setzen auf zusätzliche Wärmespeicher, die dafür sorgen, dass der Ofen noch lange nachheizt, wenn das Feuer schon erloschen ist. Die dafür notwendige Masse wird so in die schlanken hohen Öfen eingepasst, dass sie die Optik nicht beeinträchtigt.

Das schicke Aussehen ist aber nicht alles. "Einen Kaminofen kauft man nicht wie einen Wohnzimmerschrank", betont Langer. Um das passende Modell zu finden, muss man wissen, wo der Kamin später im Raum stehen wird – an der Wand oder in der Mitte. Danach richten sich Art und Länge des Schornsteins. Außerdem sollte man beim Kauf des Kaminofens auf einen hohen Wirkungsgrad und eine möglichst einfache Bedienung achten.

Umweltanforderungen für neue Kaminöfen

Bei einem guten Händler bekommt der Kunde ungefragt eine sogenannte Prüfstandsmessbescheinigung für seinen neuen Ofen. "Ohne dieses Blatt Papier darf der Kaminofen nicht betrieben werden", erklärt Langer. Es ist ein Nachweis dafür, dass der Ofen alle aktuellen Umweltauflagen erfüllt. Anfang 2015 traten verschärfte Grenzwerte für neue Kaminöfen in Kraft.

Die zweite Stufe der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) begrenzt die zulässigen Staubemissionen neuer Öfen auf 0,04 Gramm pro Kubikmeter (g/m³) und den Kohlenmonoxidausstoß auf 1,25 g/m³. Aber: "In der Regel entsprechen die heute in Deutschland verkauften Kaminöfen diesen Anforderungen", berichtet Frank Kienle, Geschäftsführer des Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI).

Pelletöfen heizen bequemer

Einfacher zu bedienen, aber auch weniger romantisch sind Pelletöfen. Sie verfügen über eine Mechanik, die das Brennmaterial automatisch aus einem Vorratsbehälter in den Brennraum transportiert. Je nach Bedarf kann die Temperatur am Pelletofen eingestellt werden. Ist diese erreicht, schaltet sich das Gerät automatisch ab. "Aufgrund der optimalen Steuerung heizen die Geräte sogar um einiges länger als Kaminöfen, ohne dass Brennmaterial nachgelegt werden muss", erklärt Reiner Verbert, Experte für Feuerungsanlagen beim TÜV Rheinland. "Allerdings ist bei ihnen statt des prasselnden Kaminfeuers nur das Rauschen des Gebläses und der Transport der Pellets zu hören."

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