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Hortensien richtig pflegen, schneiden und überwintern

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Hortensien richtig pflegen, schneiden und überwintern

24.08.2016, 10:59 Uhr | oh (CF)

Hortensien richtig pflegen, schneiden und überwintern. Hortensien blühen in den schönsten Farben (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hortensien blühen in den schönsten Farben (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für die Hortensien-Pflege ist nicht nur das richtige Vorgehen beim Düngen und Schneiden ausschlaggebend: Vor allem der Standort entscheidet darüber, wie wohl sich Hortensien in Ihrem Garten fühlen und wie lange sie Blüten tragen. Erfahren Sie mehr zu Pflege, Schnitt und richtiger Überwinterung des beliebten Sommerblühers.

Hortensien schneiden: Schnittgruppen beachten

Wenn Sie Hortensien schneiden wollen, müssen Sie berücksichtigen, dass die unterschiedlichen Hortensien-Arten unterschiedliche Bedürfnisse haben. Dazu werden Hortensien in zwei Schnittgruppen unterteilt. Die Gruppen unterscheiden sich danach, wie stark der Rückschnitt erfolgen sollte. Hortensien-Arten der ersten Gruppe dürfen nur wenig geschnitten werden. Dazu zählen:

  • Bauernhortensie
  • Ballhortensie
  • Eichblatthortensie
  • Kletterhortensie
  • Riesenblatthortensie
  • Samthortensie
  • Tellerhortensie

Der Rückschnitt dieser Hortensien erfolgt im zeitigen Frühjahr. Sie bilden ihre Knospen für das kommende Jahr bereits im Herbst aus, weshalb der Rückschnitt nur dezent ausfallen sollte. Wird zu viel abgeschnitten, müssen Sie ein Jahr auf die Blüten verzichten. Entfernt werden im Winter erfrorene Triebspitzen und alte Blütenstände. Schneiden Sie dazu direkt über dem ersten Knospenpaar den alten Blütenstand ab.

Hortensien der zweiten Gruppe: Im Herbst schneiden

Schneeballhortensien und Rispenhortensien sind die einzigen Hortensienarten, die ihre Knospen erst im Jahr der Blüte an den neuen Austrieben bilden. Ihr Rückschnitt entspricht dem klassischen Sommerblüher: Im Spätherbst oder im Frühjahr – am besten bis Ende Februar – werden alle Triebe der vergangenen Saison bis auf ein kurzes Stück mit je einem Augenpaar gestutzt. Die Pflanzen bilden dann kräftige neue Triebe mit großen Blüten aus.

Sonderfall Hortensie "Endless Summer" und "The Bridge"

Die neuen Hortensien-Züchtungen "Endless Summer" und "The Bridge" blühen den ganzen Sommer über, da sie Blüten an neuem und an altem Holz entwickeln können. Daher ist der Rückschnitt nicht zwingend erforderlich. Bei frisch gepflanzten Hortensien dieser Art sollten Sie sogar besser darauf verzichten. Es reicht, wenn Sie verblühte Blüten entfernen. Erst nach fünf bis sechs Jahren sollte ein größerer Rückschnitt erfolgen. Dazu werden die ältesten und knorrigsten Zweige herausgeschnitten. So wird das Wachstum gefördert und die nächste Blüte setzt schneller ein.

Hortensien richtig überwintern

Die bei uns üblichen Hortensien-Arten sind generell winterhart. Allerdings sollten die Pflanzen vor starkem Frost geschützt werden. Damit die Hortensien überwintern können, muss der Wurzelhals über dem Boden mit Gartenerde, Kompost, Rindenmulch oder Torf zehn bis 20 Zentimeter hoch abgedeckt werden. Zum Schluss noch mit einem Leinensack abdecken – schon ist die Pflanze für die kalte Jahreszeit gewappnet. Wichtig: Die Hortensie muss atmen. Auf keinen Fall darf sie in Folie oder andere luftundurchlässige Materialien gewickelt werden. Wenn größere Pflanzen nicht mehr mit Sackleinen abgedeckt werden können, sollten Sie auf einen Rückschnitt im Herbst verzichten. Die Triebe sind danach besonders empfindlich und dürfen keinem Frost ausgesetzt werden. 

Hortensien in Kübeln werden am besten frostfrei überwintert und in den Keller gestellt. Ist dies nicht möglich, sollte die Pflanze samt Kübel mit einem Sackleinen verhüllt werden. 

Der richtige Standort für Hortensien

Wenn Sie Hortensien pflanzen möchten, wählen Sie dazu idealerweise einen schattigen oder halbschattigen Standort. In der prallen Sonne ist die Gefahr zu groß, dass die Erde austrocknet, denn Hortensien benötigen zum Gedeihen stets ausreichend Wasser. Wichtig: Zwar verdunstet über die enorme Blattfläche der Hortensie jede Menge Feuchtigkeit, dennoch sollte beim regelmäßigen Gießen keine Staunässe entstehen. Besonders gut geeignet sind Lehmböden oder humose Böden, da sie Feuchtigkeit speichern, jedoch locker und durchlässig sind.

Besonders empfindlich gegen zu viel Nässe und direktes Sonnenlicht zeigen sich Bauern- und Tellerhortensien. Überschwemmte, trockene oder frosthaltige Böden lassen sie verwelken. Rispenhortensien sind hingegen etwas robuster. Achten Sie zudem auf einen möglichst windgeschützten Standort. 

Hortensien blau färben: Auf den Boden kommt es an

Die Beschaffenheit des Bodens spielt nicht nur für die Hortensien-Pflege eine wichtige Rolle, sondern auch für die Färbung der Blüten. Wird eine rosafarbene Bauernhortensie auf saurem Boden mit einem pH-Wert von 4,0 bis 4,5 gepflanzt, wird das im Boden vorhandene Aluminium von den Wurzeln aufgenommen. Nach einer Weile ändert sich die Blütenfarbe von Rosa zu einem satten Blau. Um diesen Prozess zu beschleunigen, eignen sich nährstoffreiche Rhododendron-Erde und die Gabe von Aluminium-Dünger (zum Beispiel Kalialaun aus der Apotheke) oder spezielle Blaufärbemittel aus dem Garten-Fachhandel.

Der richtige Zeitpunkt zum Düngen ist das Frühjahr, wenn die Blüten beginnen sich auszubilden. Wenn Sie bereits blaue Hortensien gekauft haben, sollten Sie auch diesen ab dem zweiten Jahr Aluminium-Dünger geben. Verwenden Sie zum Gießen möglichst Regenwasser, da kalkhaltiges Leitungswasser den pH-Wert des Bodens verändert und die Aufnahme von Aluminium verhindert. 

Hortensien richtig düngen

Unabhängig von der Blütenfarbe düngen Sie Hortensien am einfachsten mit einem speziellen Hortensiendünger, den Sie nach Packungsangabe ausbringen. Alternativ eignet sich auch Dünger, der eigentlich für Rhododendren oder Azaleen vorgesehen ist, sowie Volldünger für Grünpflanzen. Wichtig ist, dass der Dünger nicht zu viel Phosphor enthält, sondern ein ausgewogenes Stickstoff-Phosphor-Verhältnis aufweist. Blaukorn-Dünger sind deshalb nicht geeignet. Möchten Sie auf chemische Produkte verzichten, können Sie auch mit organischem Dünger Ihre Hortensien düngen. Geben Sie den Pflanzen dazu hin und wieder etwas Kompost oder auch Hornspäne.

Hortensien-Pflege: Die Nachtbarschaft ist hilfreich

Laut ZDF-Gartenexperte Elmar Mai sollten Sie bei der Hortensien-Pflege einen Standort im Garten auswählen, der Nachbarschaftshilfe unter den Pflanzen ermöglicht. Am besten werden Hortensien mit Stauden wie Eisenhut oder Rittersporn ansiedelt - Achtung, giftig! Auch andere Gartenpflanzen sorgen dafür, dass Hortensien lange und häufig Blüten tragen, allerdings müssen es Großstauden sein, sonst würden sie nicht wirken, so der Experte. Ein ebenso guter Standort für Hortensien ist der sonst meist kahle Platz unter einem tief wurzelnden Baum. Dank des Blätterdachs werden die Blüten hier vor Wind, Mittagssonne und heftigen Regenschauern geschützt.

 

Hortensien mit Stecklingen vermehren

Alle Hortensienarten lassen sich problemlos mithilfe von Stecklingen vermehren. Dazu sollten Sie im Frühling oder Frühsommer junge Triebe ohne Knospen abschneiden und mit je einem Blattpaar oben und unten in Stücke teilen. Damit die Stecklinge im Pflanzgefäß wenig Platz einnehmen und nicht vertrocknen, sollten Sie die oberen Blätter mit einem scharfen Messer oder einer Schere in der Mitte quer abschneiden. Die unteren Triebenden werden von den Blättern befreit, kurz in Bewurzelungspulver getaucht und dann in einen Topf mit Anzuchterde gepflanzt.

Da Bewurzelungspulver auf hormoneller Basis nur schwer erhältlich ist, können Sie auch auf Weidenwasser zurückgreifen. Dieses können Sie ganz leicht selbst herstellen. Schneiden Sie dazu frische junge Triebe der Weide in ein bis zwei Zentimeter große Stücke, die Sie anschließend mit heißem Wasser übergießen. Nach etwa 24 Stunden Ziehzeit kann der Sud durch einen Sieb abgegossen und verwendet werden.

Tipp: Setzen Sie die Triebe ein paar Zentimeter tief in den Boden, damit die Wurzeln später genug Platz haben, um sich auszubreiten. Im nächsten Schritt sollten Sie die Erde gut wässern, ohne die Pflanzen zu ertränken. Ob als Steckling oder ausgewachsene Pflanze – Hortensien brauchen viel Feuchtigkeit. 

Hortensien rauchen? Vergiftungsgefahr

In den letzten Jahren häufen sich die Fälle bei denen Hortensien als Droge missbraucht werden. Die Wirkung soll ähnlich der von Marihuana sein, allerdings in abgeschwächter Form. Tatsächlich gelten die Pflanzen als ausgesprochen giftig. Sie enthalten Blausäureverbindungen, die beim Rauchen in größeren Mengen freigesetzt werden. Dies kann zu Blausäurevergiftungen mit fatalen Folgen führen. "Die Atmungskette wird blockiert, das zentrale Nervensystem wird zerstört, und das kann zum inneren Ersticken, also zum Tod führen", so Heidemarie Lux, Oberärztin am Klinikum Nürnberg im Gespräch mit der "Welt" zu den Folgen des Hortensienrauchens.

Wissenschaftler zweifeln zudem daran, dass Hortensienrauch tatsächlich eine berauschende Wirkung hat. Von den bekannten Inhaltsstoffen der Hortensie sollte eigentlich keiner einen Rausch auslösen können. Sicher ist aber, dass der Konsum zu schweren Vergiftungen führen kann, die sogar tödlich enden können.

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