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Nachbarschaftsrecht: Bäume, Hecken und Zweige an der Grundstücksgrenze

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Nachbarschaftstreit  

Bäume und Hecken an der Grundstücksgrenze

18.08.2017, 07:43 Uhr | dpa-tmn, sj, zuhause.de, dpa-tmn

Es ist der Klassiker unter den Nachbarschaftsstreits: Doch welche Regeln gibt es bei der Gartengestaltung? (Screenshot: Imago)
Wichtige Regeln der Grundstücksbepflanzung

Der Klassiker unter den Nachbarschaftsstreits: Die Grundstücksgrenze wird nicht beachtet oder einfach unterschiedlich ausgelegt.

Es ist der Klassiker unter den Nachbarschaftsstreits: Doch welche Regeln gibt es bei der Gartengestaltung? (Quellet: T-Online)


Beim Streit zwischen Nachbarn geht es häufig um den Garten und seine Bepflanzung. Dabei ist die Grenzbepflanzung im Nachbarrecht sehr detailliert geregelt – wenn auch in jedem Bundesland anders. Wie dicht Bäume, Hecken und Sträucher an der Grundstücksgrenze stehen dürfen und was man bei überhängenden Ästen beachten muss – diese Vorschriften sollten Sie bei der Grenzbepflanzung kennen.

Es ist der klassische Streit zwischen Nachbarn: Die Birke ragt aufs Nachbargrundstück, das Laub verstopft die fremde Regenrinne und nimmt den gepflegten Rosen des Nachbarn das Sonnenlicht. Solch kleine Ärgernisse am Gartenzaun können leicht eskalieren.

Unterschiedliche Regelungen für Pflanzen am Gartenzaun

Im schlimmsten Fall stehen sich die Nachbarn irgendwann vor Gericht gegenüber. Wer dort Recht bekommt, hängt vor allem davon ab, in welchem Bundesland gestritten wird. Denn die Regeln für Pflanzen an Grundstücksgrenzen sind nicht ganz einfach und je nach Region unterschiedlich.

Jedes Bundesland habe ein eigenes Nachbarschaftsrecht, das sich in Bezug auf die Grundstücksbepflanzung grob in zwei Linien einteilen lasse, erklärt Kai Warnecke vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Die einen hätten festgelegt, welche Strauch- und Baumarten wie nah am Zaun stehen dürften. Die anderen hätten geregelt, wie weit Pflanzen einer bestimmten Höhe von der Grundstücksgrenze weg gepflanzt werden müssen.

Grenzabstand je nach Pflanzengröße anders

In vielen Bundesländern hängt es vom Gewächs ab, welcher Mindestabstand eingehalten werden muss. In Hessen beispielsweise seien Bäume und Sträucher in drei Kategorien eingeteilt – von sehr stark wachsend bis klein –, erklärt Martin Breidbach, Gartenberater beim Verband Wohneigentum Hessen in Oberursel. Es werden jeweils beispielhaft ein paar Sorten im Gesetz aufgeführt.

Demnach müssen sehr stark wachsende Bäume wie Linden mindestens vier Meter von der Grundstücksgrenze entfernt gepflanzt werden, während man mit einer etwas weniger ausladenden Weißbirke nur zwei Meter Abstand zu halten braucht. Auch für Obstbäume gibt es die dreigeteilten Abstandsregeln. Für die meisten Steinobstarten ist es nach hessischem Nachbarrechtsgesetz allerdings ausreichend, wenn sie 1,5 Meter von der Grenze entfernt gepflanzt werden.

Ziersträucher und Beerenobststräucher dürfen je nach Sorte zwischen einem Meter und 50 Zentimetern nah am Nachbargrundstück stehen. Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz regeln die Grenzbepflanzung in ähnlicher Art und Weise.

Je dichter an der Grenze, desto niedriger die Anpflanzung

Einfacher halten es Bayern, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt: Hier gilt unabhängig von der Art des Gewächses der Grundsatz: Je näher die Anpflanzung an der Grenze steht, desto niedriger muss sie sein. Für Bayern heißt das beispielsweise, dass in einem Abstand von einem halben Meter zur Grenze keine Pflanze höher als zwei Meter sein darf.

So unterschiedlich die Rechtslage ist, so verschieden sind auch die Ergebnisse, wenn Streitfälle vor Gericht enden. "Urteile gibt es da haufenweise, aber sie sind oft sehr unterschiedlich", sagt Breidbach. Die Richter fällten viele Entscheidungen, die nur auf den Einzelfall anwendbar seien.

Großzügiger Grenzabstand vermeidet Streit

"Hauptstreitpunkte sind der Grenzabstand von Gehölzen und zu dicht stehende Hecken", erklärt Breidbach. Stehen Hecken etwa so nah am Zaun, dass der Besitzer sie nicht mehr von seinem Grundstück aus schneiden könne, sei er auf den Nachbarn angewiesen. Schließlich müsse der ihn dafür auf sein Grundstück lassen.

Breidbach empfiehlt, die Paragrafen des jeweiligen Landesrechts zu lesen und auf eventuelle Vorgaben der Kommunen zu achten. Denn so lässt sich Streit vermeiden. "Außerdem ist es sinnvoll, den Grenzabstand lieber etwas größer zu wählen, um grundsätzliches Streitpotenzial rauszunehmen."

Was tun, wenn die Hecke zu dicht steht?

Sollte Nachbars Hecke oder ein Baum dichter an der Grenze stehen, als es das Landesrecht erlaubt, kann man verlangen, dass die Abstände eingehalten werden. Dazu müssen die Anpflanzungen je nach Landesrecht entweder zurückgeschnitten oder auf den passenden Abstand zurückgesetzt werden.

Allerdings sollte man sich mit seiner Beschwerde gegen eine Anpflanzung nicht all zu viel Zeit lassen. In den meisten Bundesländern verjährt der Anspruch auf Beseitigung innerhalb von fünf Jahren. Auch dabei gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen.

Die Verjährungsfristen variieren zwischen zwei und sechs Jahren. Dazu kommt, dass der Beginn der Frist nicht einheitlich festgelegt ist: Mal gilt der Zeitpunkt der Pflanzung, mal der Zeitpunkt, zu dem die Maximalhöhe überschritten wurde.

Die Verjährung bleibt auch bei einem Besitzerwechsel bestehen. Wer also ein Haus kauft, hat möglicherweise keine Handhabe gegen die zu dicht stehenden Bäume auf dem Nachbargrundstück.

Überhängende Zweige und Wurzeln

Blumen und Büsche, die nicht allzu hoch sind, könnten gewöhnlich direkt am Zaun gepflanzt werden, erklärt Warnecke. Zweige und Blätter sollten aber möglichst nicht auf das Nachbargrundstück hängen. Gleiches gilt für Hecken.

Wenn Zweige oder gar Wurzeln des Nachbarn, die auf das eigene Grundstück ragen, sehr stören, kann man vom Nachbar verlangen, dass er den Überhang abschneidet. Laut § 910 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) muss man ihm eine angemessene Frist zur Beseitigung einräumen.

Nach Ablauf der Frist kann man demnach selbst die überhängenden Äste kappen. Allerdings läuft man dabei leicht Gefahr, sich schadenersatzpflichtig zu machen – wenn man etwa zu viel abschneidet.

Es darf nämlich wirklich nur der Überhang abgeschnitten werden. Auch wer voreilig Äste oder Wurzeln kappt, muss möglicherweise für den dadurch entstandenen Schaden haften. Man muss dem Nachbarn Gelegenheit geben, Maßnahmen zur Erhaltung des überhängenden Gewächses zu ergreifen.

Kontrolle des Zustands der Bäume

Immobilienbesitzer müssen Bäume auf ihrem Grundstück regelmäßig kontrollieren. Denn die Eigentümer sind im Prinzip dafür verantwortlich, dass niemand etwa durch herabfallende Äste zu Schaden kommt.

Hierzu reicht es aus, wenn private Immobilienbesitzer eine Sichtprüfung an den Bäumen durchführen. Verantwortlich für Baumschäden sind die Besitzer aber nur, wenn sie Krankheiten des Baumes übersehen, die jeder Laie erkennt - also etwa abgestorbene Teile, Rindenverletzungen oder sichtbarer Pilzbefall. Hier sei die Instabilität der Rotbuche nur für einen Fachmann, nicht aber für einen Laien erkennbar gewesen. Der Hausverwaltung sei kein Vorwurf zu machen.

Laub in seinem Garten muss der Nachbar hinnehmen

Sollte man sich lediglich durch ein wenig Laub oder Schattenwurf gestört fühlen, sei das allerdings kein ausreichender Grund zum Klagen, erläutert Warnecke. Auch Nadeln, Zapfen oder Blätter, die auf den Gartenteich fallen oder die Regenrinne verstopfen, muss man in der Regel erdulden. Selbst wenn man allergisch auf einen Baum des Nachbarn reagiere, müsse der das Gehölz nicht automatisch fällen. "Das gilt als Naturereignis."

Was müssen Mieter bei der Gartenbepflanzung beachten?

Bei Mietern komme es darauf an, ob es sich um eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder um ein Einfamilienhaus mit eigenem Garten handelt, erläutert Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. In einem Haus mit mehreren Parteien müsse sich der Hobby-Gärtner im Zweifel mit seinen Nachbarn und dem Vermieter abstimmen, beim Einfamilienhaus sei es der Vermieter, der gefragt werden will.

"Wenn der Vermieter den Garten als Ziergarten vermietet, kann ich keine Gemüseplantage daraus machen", warnt Ropertz. Legt sich der Besitzer bei der Gartengestaltung nicht fest, sei der Mieter weitgehend frei. Bei grundlegenden Änderungen, etwa wenn der Mieter stark wachsende Bäume pflanzen wolle, müsse er den Vermieter aber fragen.

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