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Streit mit dem Nachbarn: Wer hat recht?

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Ruhestörung, Qualm und Co.  

Darüber streiten Nachbarn im Sommer

27.07.2017, 12:11 Uhr | dpa-tmn

Streit mit dem Nachbarn: Wer hat recht?. Zwei Nachbarn unterhalten sich (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/altrendo images)

Manchmal helfen Gespräche, große Streitigkeiten zu verhindern. (Quelle: altrendo images/Thinkstock by Getty-Images)

Während man im Winter oftmals nicht bemerkt, dass man Nachbarn hat, lässt sich deren Existenz im Sommer kaum überhören und übersehen. Das birgt viel Konfliktpotenzial. Vom qualmenden Grill, über den lärmenden Rasenmäher bis zu überhängenden Zweigen gibt es in Haus und Garten jede Menge Gründe, mit seinem Nachbarn zu streiten. Doch wer hat im Streitfall Recht? Das sagen die Gerichte.

Als Hausbesitzer oder Eigentümer überlegt man besser ganz genau, um was man mit seinem Nachbarn in welcher Heftigkeit streitet. Immerhin muss man meist noch eine lange Zeit neben den gleichen Nachbarn wohnen. Eine gerichtliche Auseinandersetzung sei unbedingt zu vermeiden, warnt auch Kai Warnecke, vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin.

"Egal wie das Urteil ausfällt: Der Ärger bleibt, schließlich ist der Nachbar eine Dauererscheinung im Leben." Auch die Berliner Rechtsanwältin Beate Heilmann rät zu einvernehmlichen Lösungen. "Juristisch geben die Nachbarrechtsgesetze der Länder und das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) Regelungen in hinreichendem Maße vor."

Ruhestörung: So laut dürfen Nachbarn sein

Ein Dauerbrenner unter Nachbarn ist auch die Geräuschkulisse. Hier gilt grundsätzlich: "Die Nachtruhe zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ist einzuhalten", erläutert Rechtsanwalt Warnecke die Regeln zur Ruhestörung. Sommerfeste und andere gesellige Runden im Freien müssen dann so gedämpft ablaufen, dass sich niemand gestört fühlt. Dasselbe gilt während der Mittagsruhe, die allerdings individuell und nicht bundeseinheitlich geregelt ist.

Ein heikles Thema ist das Rasenmähen. Eigentlich ist im Bundesimmisionsschutzgesetz genau geregelt, dass man laute Maschinen und Geräte – wie einen Rasenmäher – in Wohngebieten nur werktags zwischen 9 Uhr und 13 Uhr sowie zwischen 15 Uhr und 17 Uhr einsetzen darf. Der Samstag zählt dabei als Werktag. Ausnahmen bilden besonders leise Mäher, die das EU-Umweltzeichen tragen. Die dürfen sogar zwischen 7 und 20 Uhr durchgehend benutzt werden. An Sonn- und Feiertagen müssen die Mäher hingegen generell ruhen. Diese Regelung gilt jedoch nicht für die klassischen Hand-Rasenmäher. Wann man Rasenmähen darf und was man dabei beachten sollte.

Streit um den Balkon

Die Aktivitäten auf dem Balkon bieten besonders oft Anlass für Zwistigkeiten. "Der Balkon gehört zur Wohnung, deshalb dürfen hier Stühle, Bänke, Tische oder Sonnenschirme aufgestellt werden", erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Auch Blumentöpfe oder -kästen dürfen Mieter aufstellen. "Selbst an der Außenseite", betont Ropertz. "Voraussetzung ist, dass sie ordnungsgemäß befestigt sind, so dass sie auch bei starkem Wind nicht herabstürzen und Passanten oder Nachbarn gefährden können."

Allerdings müssen es Nachbarn nicht hinnehmen, dass ständig Blüten auf ihre Terrasse fallen (Landgericht Berlin, AZ.: 67 S 127/02). Auch Gießwasser von oben darf weder den unten wohnenden Nachbarn noch die Fassade des Hauses beeinträchtigen (Amtsgericht München, Az.: 271 C 73794/00).

Garten frei gestalten

Schwierig wird es, wenn es um die optische Gestaltung des Gartens geht. Hier habe jeder Besitzer freie Hand. Das schließt auch Gartenzwerge ein. "Selbst wenn dies nicht den Geschmack des Nachbarn trifft, ist das Aufstellen von Gartenzwergen nicht verboten", sagt auch Beate Heilmann. Allerdings müsse es sich um Zwerge "im baumarktüblichen Sinne" handeln. Figuren in Lebensgröße oder mit beleidigender Gestik seien nicht hinzunehmen.

Probleme könnten auch Sportfans bekommen, die im Sommer die Fahne ihres Lieblingsvereins an einen Mast im Garten hissen. Weil die Fahne im Wind "sehr erhebliche Geräusche verursache", müsse das ein Nachbar nicht unbedingt hinnehmen, sagt Heilmann.

Überhängende Äste

Wuchernde Pflanzen, die zum Nachbarn wachsen, müssen zurückgeschnitten werden. "Pflanzen müssen auf dem eigenen Grundstück bleiben", erklärt Warnecke. Hängt ein Ast über den Zaun, dürfe der Nachbar erst dann selbst zur Säge greifen, wenn der Eigentümer des Baumes eine Frist von zwei bis drei Wochen zur Beseitigung nicht eingehalten habe. Trägt die Pflanze jedoch Früchte oder Blüten, fängt die Frist erst nach der Ernte beziehungsweise der Blüte an zu laufen. Was man sonst noch über Pflanzen an der Grundstücksgrenze wissen sollte.

Grillen im Garten und auf dem Balkon

Grillen oder nicht grillen - kaum ein Thema wird so heiß diskutiert, wie das Open-Air-Brutzeln. Grundsätzlich gilt: "Egal ob im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon: Es darf gegrillt werden und Nachbarn müssen das akzeptieren", weiß Ropertz und schickt gleich zwei Einschränkungen hinterher: "Es sei denn, das Grillen ist im Mietvertrag ausdrücklich verboten oder der Rauch zieht in Nachbarwohnungen." Problematisch könnten dabei gemauerte Grillstationen im Garten sein, die man nicht je nach Windrichtung anders stellen kann, um die Nachbarn zu verschonen.

Die Kirschen in Nachbars Garten

Den Garten des Nachbarn als Frischobst-Quelle zu nutzen, ist ohne entsprechende Absprache oder Genehmigung nicht erlaubt. "Auch wenn sich die Früchte an überhängenden Zweigen befinden, man darf sie nicht einfach pflücken", betont Rechtsanwältin Heilmann. Fallen die Früchte des Nachbarn hingegen – ohne Schütteln – auf das andere Grundstück, sind sie Eigentum des anderen und dieser darf das Obst verwerten.

Mediation statt Gerichtsverfahren

Sollte es zu Unstimmigkeiten mit dem Nachbarn kommen, hilft oft ein klärendes Gespräch in freundlichem Ton. Der Weg zum Anwalt und vor Gericht ist teuer und nervenaufreibend. Wenn sich der Streit nicht beilegen lässt, ist eine Mediation eine gute Hilfe zur Konfliktbewältigung unter Nachbarn. Anders als vor Gericht geht es im Mediationsverfahren nicht darum einen Schuldigen auszumachen, sondern mehr Verständnis für das Gegenüber zu erwecken. Viele Konflikte können so ohne Gerichtskosten im Einvernehmen gelöst werden und belasten nicht dauerhaft das Verhältnis in der Nachbarschaft.

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