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Andorn: Arzneipflanze des Jahres 2018 hilft bei Magen- und Atembeschwerden

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Arzneipflanze des Jahres 2018  

Wem's im Bauch grummelt, sollte diese Heilpflanze kennen

03.11.2017, 11:48 Uhr | dpa

Andorn: Arzneipflanze des Jahres 2018 hilft bei Magen- und Atembeschwerden. Andorn ist die Arzneipflanze des Jahres 2018. (Quelle: dpa/Tobias Niedenthal/Universität Würzburg)

Andorn ist die Arzneipflanze des Jahres 2018. (Quelle: Tobias Niedenthal/Universität Würzburg/dpa)

Seit 1990 wird in Deutschland jährlich die Heil- und Arzneipflanze des Jahres gekürt. Im kommenden Jahr 2018 ist es ein Kraut, das bei Magenproblemen und Erkältungen hilft.

Sanddorn kennt man, aber was ist Andorn? Die Pflanze wurde einst vor allem bei Verdauungsbeschwerden und Erkältungen verwendet. Heutzutage ist der sogenannte Lippenblütler kaum noch jemandem als Heilpflanze bekannt. Das will eine Arbeitsgruppe der Universität Würzburg ändern und hat den Andorn (Marrubium vulgare) zur Arzneipflanze des Jahres 2018 gewählt.

Gartentipp: Andorn wächst gut an einem sonnigen Ort 

"Der Andorn ist seit etwa 2000 Jahren Teil unserer europäischen Medizingeschichte und gehörte einst zu den beliebtesten Heilpflanzen", sagte Johannes Gottfried Mayer vom Institut für Geschichte der Medizin in Würzburg. Derzeit seien die Wirkstoffe der vor allem im Mittelmeerraum vorkommenden Pflanze nur noch in zwei Medikamenten gegen Erkältungskrankheiten zu finden. "Den Andorn kann jeder in seinem Garten einpflanzen. An einem sonnigen Ort wächst er ganz prima", so der Arzneipflanzenexperte.

Andorn am besten mit Blättern anderer Pflanzen mischen

Aus den getrockneten Blättern könnten Tees gemacht werden, die bei Verdauungsbeschwerden und Atemwegserkrankungen helfen. "Die Bitterstoffe fördern den Gallenfluss, was bei der Fettverdauung hilfreich ist", sagte Mayer. Der Medizinhistoriker empfiehlt wegen der Bitter- und Gerbstoffe auch, die Blätter mit denen anderer Pflanzen zu mischen. So schmecke der Andorn besser. "Wahrscheinlich ist er nur deshalb als Arzneipflanze zurückgegangen, weil bitter nicht mehr so populär ist."

Info: Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg legt jedes Jahr eine andere anerkannte Heilpflanze fest. Damit soll die wissenschaftliche Bedeutung der Arzneipflanzen als wirksame Medizin stärker ins Bewusstsein gerückt werden.

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