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Haushaltsirrtümer: Die größten Alltags-Mythen im Haushalt

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Haushaltstipps  

Die größten Alltagsirrtümer im Haushalt

04.11.2017, 09:00 Uhr | rw, t-online.de

Haushaltsirrtümer: Die größten Alltags-Mythen im Haushalt. Eine Frau räumt Geschirr in die Spülmaschine (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/AndreyPopov)

Die Spülmaschine muss nicht zwingend mit System einsortiert werden. (Quelle: AndreyPopov/Thinkstock by Getty-Images)

Metall darf nicht in die Mikrowelle, fürs Einräumen der Spülmaschine braucht es das richtige System, damit das Geschirr auch richtig sauber wird, und morgens nach dem Aufstehen sollte man erst einmal das Bett machen: Nur drei von vielen Haushalts-Mythen, die in der Form nicht stehen bleiben können. Die größten Alltagsirrtümer im Haushalt haben wir für Sie zusammengestellt.

Beeinflusst wird die eigene Haushaltsführung unter anderem von eigenen Erfahrungen und Vorbildern. Nicht zuletzt vertraut man gern auf die Tipps, die schon im eigenen Elternhaus angewendet wurden.

Metall darf in die Mikrowelle

Einer der hartnäckigsten Haushaltsirrtümer besagt, Metall dürfe nicht in die Mikrowelle. Diese weit verbreitete Fehlannahme hält sich wohl auch deshalb schon so lange, weil er sich durch eigene Anschauung bestätigen zu scheint. Schließlich fliegen die Funken, wenn einmal versehentlich Geschirr mit Metallrand in der Mikrowelle landet. Das liegt daran, dass die Mikrowellen in Metall einen Strom induzieren, wodurch sich das Material erhitzt. Der sehr dünne Goldrand wird schnell so heiß, dass er sich Funken sprühend "auflöst".

Trotzdem stimmt der Mythos nicht. "Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung haben gefüllte Stahl- und Aluminiumschalen, wie sie auch als Lebensmittelverpackung verwendet werden, in die Mikrowelle gestellt", berichten die Verbraucherschützer von Öko-Test auf ihren Internetseiten. "Wenn die Behälter richtig gefüllt und nach oben hin weit geöffnet sind, spricht nichts gegen die Metallschalen."

Manche Haushaltsirrtümer sind "geerbt"

Auch das morgendliche Bettenmachen ist Vielen schon seit ihrer Kindheit in Fleisch und Blut übergegangen, so dass sein Sinn praktisch gar nicht mehr hinterfragt wird. Es gehört in einem ordentlich geführten Haushalt für viele eben einfach dazu. Ganz ähnlich sieht es bei der Spülmaschine aus: Diese muss nach Überzeugung vieler Menschen unbedingt nach einem ganz bestimmten System eingeräumt werden, damit möglichst viel Geschirr hineinpasst und diesen dann auch richtig sauber wird.

Doch beides, sowohl das morgendliche Bettenmachen, bei dem die Decke feinsäuberlich gefaltet auf die Matratze gelegt wird, als auch das systematische Einräumen des Geschirrspülers, ist in Wahrheit sogar kontraproduktiv. "Ein ordentlich gemachtes Bett erleichtert Milben das Überleben", warnt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund. Durchs nächtliche Schwitzen seien Matratze und Decke morgens häufig noch leicht feucht und trocknen viel langsamer, wenn man die Decke faltet und flächig auf die Matratze legt. Deshalb sollte nach dem Aufstehen zuerst die Decke zurückgeschlagen und die Schlafräume ausgiebig gelüftet werden.

Auch der Geschirrspüler muss für ein gutes Spülergebnis nicht systematisch eingeräumt werden. Zwar passt dann häufig etwas mehr hinein, jedoch wird das Geschirr nur dann richtig sauber, wenn das Wasser in der Maschine auch überall hin gelangt. Zu voll sollte man die Spülmaschine deshalb möglichst nicht beladen. Und ein wenig Chaos beim Einräumen befördert sogar die Reinigungsleistung, weil die Wasserstrahlen besser in alle Ecken und Zwischenräume abgelenkt werden.

Wäschetrockner und Durchlauferhitzer sind zu unrecht verschrien

Neben den "vererbten" Haushaltsmythen haben sich aber noch eine ganze Reihe weiterer Irrtümer zur Haushaltsführung breit gemacht, die sich hartnäckig halten. So gelten vielen Menschen sowohl Wäschetrockner als auch Durchlauferhitzer als Energiefresser.

In Bezug auf Wäschetrockner weist Roman Zurhold von der Deutschen Energieagentur auf die Alternativen zum früher verbreiteten und tatsächlich sehr verbrauchsstarken Ablufttrockner hin: "Bei Wärmepumpenmodellen liegt der Stromverbrauch selbst bei günstigen Geräten durchschnittlich lediglich zwischen 1,5 und 1,8 Kilowattstunden." Das ist nur rund ein Drittel dessen, was man früher für Ablufttrockner kalkulieren musste. Vom teuren Energiefresser kann da kaum die Rede sein.

Auch Durchlauferhitzer sind zu Unrecht verschrien. Laut einer Untersuchung der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FfE) ist die dezentrale Warmwasserversorgung mit Durchlauferhitzern sogar die günstigste Art der Warmwasserbereitung. Bei einer Zentralheizung verliere das Wasser auf dem Weg von der Wärmequelle bis zur Zapfstelle im Schnitt mehr als 40 Prozent Wärme, bei der dezentralen Aufbereitung mit dem Durchlauferhitzer seien es laut FfE-Untersuchung im Schnitt nur etwa drei Prozent. Erst eigene Fehler bei Verwendung, Wartung oder Installation des Durchlauferhitzers erhöhen den Energieverbrauch und können teuer werden.

Frostwächter ist kein ausreichender Frostschutz

Viele Haushaltsirrtümer machen sich auch deshalb breit, weil sie zunächst so plausibel erscheinen: beispielsweise der Mythos um den so genannten Frostwächter. Viele Menschen glauben, dass es ausreicht, das Thermostat eines Heizkörpers bis zum Schneeflocken-Symbol aufzudrehen, um die Heizung wirksam vor Frostschäden zu schützen. Kommt es aber im Winter zu lang anhaltendem Dauerfrost, können wasserführende Heizungsrohre auch dann zufrieren, wenn die Heizkörper-Thermostate bis zur Frostwächter-Stellung aufgedreht sind.

Diese schütze die Heizkörper, nicht aber die Leitungen, informiert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Vor allem in schlecht oder gar nicht gedämmten Räumen können bei dieser Einstellung trotzdem die Leitungen zufrieren. Mögliche Folgen sind ein Rohrbruch oder gar der Ausfall der kompletten Heizung. Laut einem Urteil des Landgerichts Bonn müssen nicht einmal die Versicherungen einspringen, wenn es infolge des unzureichenden Frostschutzes zu Schäden kommt (Az.: 10 O 203/06).

Die größten Alltagsirrtümer im Haushalt

Die Liste weit verbreiteter Haushaltsirrtümer ließe sich noch lange fortsetzen: Entgegen der landläufigen Meinung sollte ein zerborstenes Trinkglas beispielsweise nicht im Altglas entsorgt werden. Gute Staubsauger brauchen auch nicht unbedingt viel Watt und Schneidebretter aus Kunststoff nicht generell hygienischer als ihre Pendants aus Holz. Ebenso leistet längst nicht jedes vermeintlich bewährte Hausmittel tatsächlich die erhofften Dienste. Das sind die größten Alltagsirrtümer im Haushalt.

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