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Müllabfuhr: Bei diesen Fehlern wird der Müll nicht abgeholt

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Keine Müllentsorgnung  

Wann die Müllabfuhr den Abfall stehen lassen darf

31.08.2017, 10:18 Uhr | rw, t-online.de

Müllabfuhr: Bei diesen Fehlern wird der Müll nicht abgeholt. Eine überfüllte Mülltonne (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/kievith)

Nicht immer muss die Müllabfuhr die Tonne leeren (Quelle: kievith/Thinkstock by Getty-Images)

Wenn am Tag der Müllabfuhr die Mülltonnen ungeleert an der Straße stehen bleiben, ist das äußerst ärgerlich. Oft sind die Besitzer der Tonnen jedoch selbst dafür verantwortlich. Denn bei groben Verstößen gegen die Entsorgungsregeln muss die Müllabfuhr den Abfall nicht mitnehmen.

Doch selbst wer alles richtig macht, kann nicht hundertprozentig sicher sein, dass der Hausmüll abgeholt wird. Aus vier Gründen darf die Müllabfuhr die Tonne ungeleert stehen lassen. Nur drei davon kann der Verbraucher selbst beeinflussen. Diese Tipps zur richtigen Mülltrennung sollte man in jedem Fall beachten.

"Es gibt im Wesentlichen drei Gründe, warum Mülltonnen nicht geleert werden", erklärt Ronald Philipp vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) im Gespräch mit t-online.de. "Bei gravierender Fehlbefüllung, wenn der Deckel nicht mehr schließt und wenn der Müll zu stark verdichtet ist."

Bei krasser Fehlbefüllung leert die Müllabfuhr die Tonne nicht

Mit Fehlbefüllung meint der BDE-Sprecher aber weniger, dass einmalig und versehentlich ein einzelnes Stück Abfall in der falschen Tonne landet. Allein um sich Beschwerden echauffierter Verbraucher zu ersparen, würden die meisten Entsorger den Müll in einem solchen Fall aus Kulanz mitnehmen. "Wenn die Restmülltonne aber plötzlich dreimal so schwer ist, weil sich der gesamte Bauschutt der letzten Badezimmerrenovierung darin befindet, dann bleibt sie eben stehen", so Philipp.

Doch auch bei weniger gravierenden Fehlern ist die Müllabfuhr nicht verpflichtet, den Müll mitzunehmen. Es ist Sache der Nutzer, dafür zu sorgen, dass in den jeweiligen Tonnen nur zulässige Abfälle landen, auch wenn sich dies für den Einzelnen – etwa in einem großen Mietshaus – mitunter schwierig gestalten kann. Vor allem, wenn an einem Abholpunkt wiederholt Tonnen mit falschem Inhalt stehen, dürfte die Kulanz der Müllabfuhr irgendwann ein Ende haben. Das sind die häufigsten Fehler bei der Mülltrennung.

Überquellende Mülltonnen darf die Müllabfuhr stehen lassen

Auch überfüllte Mülltonnen dürfen stehen gelassen werden. "Überquellende Tonnen verursachen erhebliche Probleme bei der Leerung", begründet Philipp diese Regelung. Ein Teil des Abfalls lande dann nicht im Müllwagen, sondern daneben, wenn die Tonne gekippt wird.

"Für den Fall, dass die vorhandene Tonne für das Abfallaufkommen einmal nicht ausreicht, bieten die kommunalen Entsorger Kunststoffsäcke mit einem Volumen von 70 Litern an, die man einfach neben die Mülltonne stellt und die dann mit abgeholt werden." Dafür werden allerdings Extra-Gebühren fällig. Deren genaue Höhe hängt vom jeweiligen Entsorgungsbetrieb ab, dürfte einen einstelligen Euro-Betrag aber in den seltensten Fällen überschreiten.

Müllpressern drohen sogar Strafen

Wer zusätzliche Gebühren scheut, mit dem Volumen seiner Tonne aber nicht auskommt, der mag auf die Idee kommen, den Müll einfach etwas stärker zu verdichten. Im Handel erhältlich sind Müllpressen, die das Volumen des Abfalls "um bis zu 70 Prozent reduzieren", wie manche Anbieter schwärmen. Der Verkauf solcher Müllpressen ist auch erlaubt, nur benutzen darf sie der Verbraucher meistens nicht. Denn durch die Verdichtung sinkt zwar das Volumen des Mülls, an seinem Gewicht ändert sie aber natürlich nichts.

"Schon aus Gründen des Arbeitsschutzes dürfen die Tonnen nicht zu schwer werden", macht Philipp deutlich. Die meisten kommunalen Abfallsatzungen verbieten die Verdichtung des Hausmülls sogar ausdrücklich. Viele Kommunen bewerten den Einsatz von Müllpressen als Ordnungswidrigkeit und drohen teilweise mit empfindlichen Bußgeldern. In Köln etwa kann die Müllverdichtung mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Da fährt man mit einer größeren Tonne und etwas höheren Gebühren deutlich günstiger.

Doch auch unabhängig von etwaigen Bußgeldern sind Müllpressen nicht empfehlenswert. Entweder werden die Mülltonnen gar nicht erst geleert, weil sie schlicht zu schwer sind oder der Abfall ist so stark gepresst, dass er sich beim Kippen nicht löst und ganz oder teilweise in der Tonnen verbleibt. Darüber hinaus erschweren Müllpressen die Mülltrennung in den Sortierwerken, da die Werkstoffe zu stark zusammengepresst sind.

Wie schwer Mülltonnen sein dürfen

So gut wie alle Abfallsatzungen beschränken das zulässige Gesamtgewicht der Mülltonnen. Die kommunalen Regelungen weichen zwar leicht voneinander ab – in Dresden etwa darf die 240-Liter-Tonne höchstens 85 Kilo wiegen, anderenorts sind bis zu 100 Kilo erlaubt. Genau nachgewogen wird aber ohnehin nicht. Die Müllfahrzeuge enthalten in aller Regel keine Waage. Die Begrenzungen sollen in erster Linie verhindern, dass in der Mülltonne unzulässiger Weise schwere Abfälle wie Bauschutt mit entsorgt werden oder der Abfall zu stark verdichtet wird. Erst wenn eine Tonne deutlich zu schwer ist, bleibt sie ungeleert stehen.

Auch ohne eigenes Verschulden kann die Tonne voll bleiben

Kann man sich also darauf verlassen, dass der eigene Abfall abgeholt wird, wenn man den Müll ordentlich getrennt hat und ihn weder gepresst noch die Tonne überfüllt hat? Leider nicht unbedingt, wie Ronald Philipp bestätigen muss. Wenn beispielsweise in engen Straßen von Wohngebieten die Durchfahrt des Müllwagens durch schlecht oder falsch geparkte Fahrzeuge unmöglich ist, würden dort die Tonnen mitunter nicht geleert. "Sicherheit geht immer vor", so der BDE-Sprecher. Am Ende entscheide der Fahrer, ob er mit dem Müllwagen noch durchkommt, ohne Schäden am eigenen oder an fremden Fahrzeugen zu riskieren.

Allerdings haben ja nicht unbedingt die Anwohner die blockierte Durchfahrt zu verantworten und wegen ihrer gezahlten Gebühren eigentlich einen Anspruch darauf, dass ihr Müll auch abgeholt wird. "Für den Verbraucher ist das natürlich sehr ärgerlich", gesteht Philipp ein und erklärt, oft würde die Müllabfuhr die betreffende Stelle dann später noch einmal anfahren. "Es gibt aber keine gesetzliche Verpflichtung, die das vorschreibt", betont er jedoch auch. Sei die Blockade einer Straße schon im Vorfeld bekannt, zum Beispiel weil dort die Straße erneuert wird oder andere Bauarbeiten stattfinden, würden die Entsorger die Anwohner aber informieren, wo sie ihren Müll hinbringen müssen, damit er mitgenommen werden kann.

Aus vier Gründen darf die Müllabfuhr die Leerung der Tonnen verweigern. (Quelle: imago/Jochen Tack)Aus vier Gründen darf die Müllabfuhr die Leerung der Tonnen verweigern.

Mülltonne wurde nicht geleert: und nun?

Wann immer die Mülltonne voll bleibt, ist das für den oder die Betroffenen ein ziemliches Ärgernis. Vor allem, wenn nicht klar ist, weshalb der Abfall nicht abgeholt wurde, empfiehlt sich als erster Schritt, Kontakt zum örtlichen Entsorgungsunternehmen aufzunehmen und nachzufragen. Unter Umständen hat die Müllabfuhr die Tonne einfach nur vergessen. Dann wird der Abfall innerhalb weniger Tage ohne weitere Kosten nachträglich abgeholt.

Ansonsten hängt es vom Einzelfall ab, wie man am besten weiter verfährt. "Bei Fehlbefüllungen kann man zum Beispiel selbst händisch nachsortieren", erklärt Ronald Philipp. Unter Umständen muss man dann nicht einmal auf die nächste planmäßige Leerung warten. Wohnt man in der Nähe einer anderen Müllabfuhr-Route, kann man Glück haben und der Entsorger erklärt sich aus Kulanz bereit, den dann korrekt sortierten Müll ohne weitere Kosten abzuholen. Alternativ bleibt nur, eine Sonderleerung in Auftrag zu geben. Die Preise dafür sind in jeder Kommune unterschiedlich. Ganz grob kann man aber mit Kosten zwischen 20 und 40 Euro pro Tonne rechnen.

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