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Darum sollten Sie rohes Geflügel vor dem Kochen nicht waschen

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Gesundheitsgefahr  

Warum Sie rohes Geflügelfleisch nicht waschen sollten

12.09.2017, 13:11 Uhr | t-online.de, AFP

Darum sollten Sie rohes Geflügel vor dem Kochen nicht waschen. Wer Geflügelfleisch unter fließendem Wasser reinigt, riskiert, dass sich Keime in der ganzen Küche verbreiten. (Quelle: imago/Niehoff)

Wer Geflügelfleisch unter fließendem Wasser reinigt, riskiert, dass sich Keime in der ganzen Küche verbreiten. (Quelle: imago/Niehoff)

Ein küchenfertiges Hähnchen vor dem Kochen unter fließendem Wasser abzuwaschen, ist für viele Routine. Doch aus Hygienegründen ist das nicht nur überflüssig, sondern sogar gefährlich.

Auf Geflügelfleisch befinden sich häufig Campylobacter-Bakterien, die Brechdurchfall verursachen können. Durch das spritzende Wasser können diese auf den Arbeitsflächen verteilt werden und andere Lebensmittel kontaminieren. Aus diesem Grund warnt die britische Gesundheitsbehörde (NHS) davor, rohes Geflügel vor dem Verzehr mit Wasser abzuwaschen. Entgegen der gängigen Meinung würden Schmutz und Bakterien dadurch nicht weggespült, sondern es bestehe die Gefahr einer Campylobacter-Infektion.

Spritzwasser ist gefährlich

Bis zu 50 Zentimeter könne sich das Spritzwasser samt der darin enthaltenen Bakterien verteilen. Auf diese Weise werden Küchenoberflächen, Kochgeräte und Trockentücher kontaminiert. In den meisten Fällen werden die Campylobacter-Keime über Geflügel übertragen.

Infektion erfolgt nicht nur über Fleisch

Doch Geflügelfleisch ist nicht der einzige Überträger von Campylobacter. Durch den Verzehr von rohem Rindfleisch, nicht ausreichend gegartem Schweinefleisch und Rohmilch können sich Menschen ebenso mit dem Darmkeim infizieren. Aber auch beim Kontakt mit Tieren oder beim Verschlucken von Wasser aus Teichen und Seen werden die Erreger übertragen.

Wichtige Hygieneregeln für die Küche

Am besten schützt man sich vor der Infektion mit Campylobacter, wenn man peinlich genau auf Küchenhygiene achtet. Grundsätzlich sollte rohes Fleisch vor dem Garen immer getrennt von allen ungegarten Lebensmitteln zubereitet werden. Auf keinen Fall darf es auf dem gleichen Küchenbrett wie etwa Salat oder Gemüse geschnitten werden. Um abgepacktes Fleisch zu säubern, reicht es dabei vollkommen aus, es vorsichtig mit Küchenkrepp abzutupfen. Dieses sollte man anschließend sofort entsorgen und die Hände gründlich mit warmen Wasser reinigen.

Damit das Fleisch keimfrei wird, muss man es immer ausreichend garen – bei mindestens 70 Grad nicht kürzer als zehn Minuten. Durch Einfrieren werden die Erreger nicht vollständig zerstört, sondern nur ihre Anzahl verringert.

Infektion kann gefährliche Folgen haben

Eine Infektion durch Campylobacter gehört zu den häufigsten Lebensmittelvergiftungen. Schon ein einziger Kontakt mit belastetem Geflügelfleisch reicht aus, um sich zu infizieren. Gewöhnlich geht die Infektion glimpflich aus. Bei Kleinkindern, älteren Menschen, Schwangeren und Patienten mit geschwächtem Immunsystem ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings höchste Vorsicht geboten. Bei ihnen kann eine Infektion schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen und sogar tödlich enden.

Typisch für den Verlauf einer Campylobacter-Infektion ist, dass sich die Krankheit nicht gleich bemerkbar macht. Drei bis vier Tage können vergehen, eher sich Beschwerden wie Durchfall, Magenkrämpfe oder Fieber einstellen. Deshalb ist Betroffenen oft nicht klar, wodurch sie erkrankt sind. Meist reicht es aus, den Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen zu ersetzen. Antibiotika sind normalerweise nicht nötig. Allerdings scheiden Erkrankte zwei bis vier Wochen lang die ansteckenden Bakterien aus. Deshalb sollten sie zumindest während der Erkrankung zu Hause bleiben und besonders auf persönliche Hygiene achten. Die Infektionen müssen vom Labor an die Behörden gemeldet werden.

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