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Rot- und Weißwein: Das richtige Glas ist entscheidend

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Tipps vom Sommelier  

Weingenuss: Das richtige Glas ist entscheidend

20.06.2017, 14:31 Uhr | Uwe Kauss, t-online.de

Rot- und Weißwein: Das richtige Glas ist entscheidend . Wein schmeckt am besten, wenn sich sein Geruch in der Nase entfalten kann. Die Form und Qualität des Glases ist für dafür entscheidend. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/debyaho)

Wein schmeckt am besten, wenn sich sein Geruch in der Nase entfalten kann. Die Form und Qualität des Glases ist für dafür entscheidend. (Quelle: debyaho/Thinkstock by Getty-Images)

Damit Wein richtig gut schmeckt, braucht er das passende Glas. Doch welches ist das richtige? Weingläser sind aktuell zwischen zwei und knapp 100 Euro zu haben. Peer Holm, Präsident der deutschen Sommelier-Union, erklärt, wie sie sich unterscheiden – und worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.

Ein falsches Glas kann den Weingenuss trüben

"Ein untaugliches Glas kann einen großen, teuren Wein komplett deklassieren", weiß Weinberater und Dozent Holm. "Jeder Wein, egal welcher Preisklasse, hat ein großes Glas mit genug Raum zum Entfalten verdient“, betont er. Dies sei für Weingenuss entscheidend – und das sei für ihn keine Frage des Preises mehr: "Ich verwende zum Abendessen meist Gläser, die fünf Euro pro Stück kosten und hinterher in die Spülmaschine wandern. Sie bieten einen tollen, authentischen Weingenuss und lassen auch einen sehr teuren Bordeaux hervorragend schmecken", erzählt der erfahrene Weinprofi. Der für ihn entscheidende Faktor: "Ich will riechen können, was ein Wein an Aromen mitbringt. Sie entfaltet er am besten, wenn ich ihn schwenken kann", erklärt Peer F. Holm die Voraussetzungen.

Das Glas nur zu einem Viertel füllen

Sein Tipp: Das Glas maximal zu einem Viertel füllen, damit sich die Aromen des Weins öffnen. Die breiteste Stelle sei da die richtige Orientierung. Der freie Raum wirke nun wie ein Kamin, in dem sich die feinen Noten bündeln und entfalten. Der volle Weinrömer mit grünem Fuß aus Großvaters Vitrine und andere kleine, flache Gläser entlassen die Aromen direkt in die Luft – nur scharfe Gerbstoffe und Säure drängen in die Nase, der schöne Rest ist weg. Doch was nicht riecht, das schmeckt auch nicht. Den Unterschied könne man ganz einfach ausprobieren, sagt der Experte: "Man probiert seinen Lieblingsrotwein aus einem guten Weinglas und aus dem Zahnputzbecher. Da glaubt man, zwei verschiedene Weine zu kosten."

So muss das perfekte Weinglas aussehen

In solchen Gläsern ist Rotwein bestens aufgehoben – hier bei einer Verkostung sehr alter Spitzenweine des bekannten spanischen Weinguts Torres. (Quelle: © Uwe Kauss)In solchen Gläsern ist Rotwein bestens aufgehoben – hier bei einer Verkostung sehr alter Spitzenweine des bekannten spanischen Weinguts Torres. (Quelle: © Uwe Kauss)

Die Basis eines jeden guten Weinglases sei die Tulpenform des Kelches: "Es ist unten recht breit, damit viel Luft an die Oberfläche kommt und oben schmaler, um die Aromen zu bündeln", erklärt er die richtige Gestaltung. Gläser für Rotwein sind deutlich größer und breiter als für Weißwein, weil die Gerbstoffe mehr Sauerstoff zur Entfaltung benötigen – eine breite Oberfläche ist daher genau richtig.

Unterschied bei Rot- und Weißwein

Peer F. Holm empfiehlt: "Ein gutes Glas für Rotwein, eins für Weißwein – das genügt und muss nicht teuer sein."  (Quelle: © Ralf Killian)Peer F. Holm empfiehlt: "Ein gutes Glas für Rotwein, eins für Weißwein – das genügt und muss nicht teuer sein." (Quelle: © Ralf Killian)

Günstige Weißweine kommen in kleineren Gläsern besonders gut zur Geltung, weil sich die zarten Fruchtaromen darin am besten entwickeln können. Für gereifte oder im Holzfass (Barrique) ausgebaute Weißweine seien dagegen Rotweingläser oft die bessere Wahl: "Die kraftvollen Aromen kommen mit mehr Luft im großen Kelch einfach am besten zur Geltung", empfiehlt der Präsident der Sommelier-Union. Leichte Rotweine wie etwa der Trollinger gehören für ihn dagegen ins Weißweinglas. Viele Profis servieren auch Champagner ausschließlich darin. "Es gibt da keine starren Regeln. Wer nicht sicher ist, probiert einfach zwei unterschiedliche Gläser aus und lässt sich überraschen, mit welchem ihm der Wein besser schmeckt. Es geht dabei ja nicht um Wissenschaft, sondern um Genuss."

Sauberkeit ist entscheidend

Doch vor der Wahl des richtigen Glases seien zwei Aspekte am wichtigsten, betont Holm: "Es darf nicht beschädigt sein. Ist der Rand gesprungen oder gerissen, kann man sich damit die Zunge verletzen. Das wäre fatal." Dazu sei penible Sauberkeit entscheidend – und die sei innerhalb von Sekunden zu erreichen: "Ich schnuppere jedes mal am Glas, wenn ich es aus dem Schrank nehme. Wenn es muffig, nach Spülmittel, nach Karton oder anderen unschönen Noten riecht, schwenke ich es mit kaltem, klarem Wasser in der Spüle kurz aus. Im Wein will ich diesen Geruch nicht haben."

Billige Gläser mit Rollrand taugen nicht für Weingenuss

In der Weinszene wird über kaum etwas häufiger und intensiver diskutiert als über die richtigen Gläser. Holm sieht die Debatten entspannt. "Ich empfehle: 'back to the roots'. Damit Wein gut schmeckt, brauche ich nur zwei Gläser: Ein gutes für Rotwein und eins für Weißwein." Dabei sei eine möglichst dünne Glaswand wichtig: Billige Gläser mit dickem "Rollrand" greifen massiv in die Sensorik ein und reduzieren die Aromenstruktur, weil der Wein an anderen Stellen des Mundraums eintritt als mit extrem dünnwandigen Gläsern. "Je zarter das Glas ist, umso mehr Genuss macht es möglich", sagt Holm.

Die Glasindustrie hat sich längst auf diese Bedürfnisse eingestellt und fertigt taugliche, dünnwandige Modelle auch für relativ wenig Geld. Für ihn empfehlenswert seien in dieser Kategorie etwa Gläser von Spiegelau, die auch von vielen Fachleuten gelobt werde. Auch Stölzle oder Schott-Zwiesel hätten Modelle für etwa fünf bis zehn Euro pro Stück im Angebot, die durchaus den Ansprüchen von Sommeliers genügen.

Dennoch hätten teure Gläser ihre Berechtigung, betont Holm: "Sie werden einzeln mundgeblasen, haben extrem dünne Wände und bieten höchste Qualität für großen Genuss. Sehr gute Weine schmecken darin meist noch ein bisschen besser als in günstigen Gläsern. Aber für den täglichen Einsatz zu Hause verwende ich sie auch nicht."

Spezielle Rebsorten-Gläser nur für Weinfreaks

Für jeden Wein das richtige Glas: Riedel bietet seit 30 Jahren für alle wichtigen Rot- und Weißweinsorten eigens entwickelte Modelle.  (Quelle: © Riedel)Für jeden Wein das richtige Glas: Riedel bietet seit 30 Jahren für alle wichtigen Rot- und Weißweinsorten eigens entwickelte Modelle. (Quelle: © Riedel)

Manche Anbieter bieten spezielle Serien an, die einzelne Rebsorten und Weinarten besonders gut hervorbringen sollen, beispielsweise für Burgunder, Hermitage, Riesling, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Doch ihr Kauf sei eine Entscheidung für erfahrene Weinfreaks. Einsteiger seien da zurecht schnell verwirrt. Holm erinnert sich an Debatten mit Sommeliers: "Passt ein Pinot Noir aus Neuseeland in ein Burgunder-Weinglas? Es ist dieselbe Rebsorte, aber ein komplett anderer Weinstil."

Vor allem in der Sterne-Gastronomie würden fast nur noch gezielt ausgewählte, sehr teure Gläser eingesetzt. Zu ihnen gehören beispielsweise Gläser von Riedel oder die von Weinfreaks hoch angesehenen, etwas kantig geformten Gläser von Zalto, die einen Designtrend gesetzt haben. Die günstigsten Modelle liegen hier meist bei etwa 30 Euro, die Top-Gläser kosten über 70 Euro pro Stück. Wer sich in diesen Preiskategorien umschaut, sollte sich nicht verwirren lassen, beruhigt der Weinprofi: "Ein Glas, das für Bordeaux empfohlen wird, ist für alle feinen Rotweine ebenso gut geeignet."

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