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Meins, deins, unseres - getrennte Kassen oder Familienkonto?

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Familie & Beruf  

Meins, deins, unseres - getrennte Kassen oder Familienkonto?

15.06.2011, 10:55 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de

Meins, deins, unseres - getrennte Kassen oder Familienkonto?. Eine Mutter zahlt im Supermarkt.

Mein Geld, dein Geld: Wie regeln Familien ihre Ausgaben? (Bild: Imago)

Gemeinsames Leben - getrennte Kassen? Oder teilen Paare und Familien alles? Oft genug sind die Finanzen der Auslöser für heftige Streitereien. Eigenes Geld bedeutet Unabhängigkeit, über eigenes Geld muss keine Rechenschaft abgelegt werden. Doch wie viel ist beispielsweise Erziehungsarbeit wert? Wie verhalten sich Familien in der Geldfrage richtig?

Geld Hauptstreitpunkt in Familien

"Wenn‘s ums Geld geht, hört die Freundschaft auf" - leider auch häufig die Liebe. Nach Eifersucht ist Geld das Thema in der Partnerschaft, um das am meisten gestritten wird, belegen Studien. Auch in den meisten Familien sind die Finanzen oft ein Auslöser von Streit und Diskussionen. Mama hält die neuen Schuhe für notwendig - Papa nicht. Dafür braucht er unbedingt ein neues Mobiltelefon. Reicht das Geld nicht für Beides, ist der Streit vorprogrammiert. Aus "unserem" Geld wird dann schnell "mein" oder "dein" Geld. Gerade, wenn Frauen wegen der Kinder zuhause bleiben und kein eigenes Einkommen haben, fangen in viele Familien die Streitereien ums Geld an. Plötzlich muss die bisher unabhängige Frau ihren Mann um Geld bitten, wenn sie etwas kaufen möchte. Aber wie lassen sich Streitereien vermeiden - mit getrennten Kassen oder doch einem Familienkonto?

Gemeinsame Kasse eine Frage des Alters?

Laut einer repräsentative Umfrage vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband führt die Mehrheit der Paare in Deutschland eine gemeinsame Haushaltskasse. Dabei spielt der Ring am Finger eine wichtige Rolle: Achtzig Prozent, also vier von fünf Ehepaaren, haben eine gemeinsame Kasse - allerdings führen nur 44 Prozent der befragten Paare ohne Trauschein ein gemeinsames Konto. Ob beide ihre Konten zusammenlegen, ist auch eine Frage des Alters. Während nur 64 Prozent der Paare zwischen 25 und 34 ein gemeinsames Konto haben, steigt der Anteil bei älteren Paaren. So haben 73 Prozent der 35- bis 44-jährigen Befragten ein gemeinsames Konto, Paare in der nächsten Altersgruppe kommen auf 79 Prozent. Senioren zwischen 60 und 70 legen zu 85 Prozent ihr Geld auf ein Konto.

Finanzielle Freiheit auch mit wenig Budget

In den wenigsten Familien ist genug Geld vorhanden, um jeden Wunsch zu erfüllen. Doch gerade, wenn ein Elternteil gar nicht oder nur Teilzeit arbeitet, fehlt es häufig an allen Ecken und Enden und die ganze Familie muss sparen. Aber auch in diesem Fall ist es wichtig, dass Mann und Frau über ein eigenes Budget verfügen. Dieses Geld, egal ob fünfzig oder fünfhundert Euro im Monat, kann ausgegeben werden, ohne dem Partner Rechenschaft ablegen zu müssen. Dieses kleine Stück Freiheit ist gerade für den nichtarbeitenden Partner wichtig - und gibt ihm die Möglichkeit beispielsweise auch das Geburtstagsgeschenk für den Partner zu kaufen, ohne ihn dafür um Geld bitten zu müssen.

Klare Vereinbarungen

Am Anfang einer Beziehung ist es noch einfach - jeder weiß, was ihm gehört. Je länger ein Paar allerdings zusammen ist, umso mehr verwischen die Besitzverhältnisse. Daher sollten sich Paare spätestens mit dem Thema Geld auseinandersetzen, wenn sie planen zusammenzuziehen. Haben sie den gleichen Umgang mit Geld, was macht er oder sie anders? Wie empfinden die Partner das? Gab es schon Probleme, die mit Geld und dem Ausgabeverhalten des Partners zu tun hatten? Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt schon merken, dass Ihr Partner andere Werte im Umgang mit Geld hat, ist es äußerst ratsam, getrennte Kassen zu behalten. Sie können auch ein Inventar über Ihr Vermögen und Ihre Wertsachen anlegen. Sollte es später einmal zum Streit oder gar zu einer Trennung kommen, ersparen Sie sich damit viele unnötige Reibereien. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Partner auch schon im Vorfeld darüber, wie Sie beide mit Ihrem Geld verfahren wollen, wenn Sie Nachwuchs bekommen haben und einer von Ihnen nicht arbeitet.

Weniger Streitereien durch Familienkonto

Für die meisten Familien ist es sinnvoll, drei Konten einzurichten: dein, mein und unser Konto. Wenn beide Partner gleich viel verdienen, ist die Handhabung von drei Konten einfach: In den meisten Fällen sind schon zwei vorhanden und das dritte wird zusammen eingerichtet - für die gemeinsamen Ausgaben, auf das beide die gleiche Summe im Monat einzahlen. Anders stellt es sich dar, wenn einer der beiden viel weniger verdient. Das ist auch in der heutigen Zeit noch häufig die Frau. Durch Teilzeitarbeit und Steuerklasse fünf wird in vielen Familien von "ihrem" Geld häufig die Kinderbetreuung bezahlt - für viel mehr reicht es oft nicht. Lohnt es sich in diesem Fall, ein drittes Konto anzulegen? Ulla Sebastian, Trainerin,  Psychotherapeutin und Autorin für das "Familienhandbuch" beantwortet diese Frage mit einem klaren "Ja". Sebastian ist sich sicher, dass es "für die eigene Würde und den eigenen Selbstwert notwendig ist, dass jeder über eigenes Geld nach eigenem Gutdünken verfügen kann". Sie weist darauf hin, dass es in diesen Fällen wichtig sei, sich über den Wert der Arbeit der Mutter zu verständigen. Sie gibt den Tipp, sich über ein Gehalt für die Arbeit der Haushaltsführung und Kindererziehung zu verständigen, was dem Einkommen des Alleinverdieners und dem gemeinsamen Lebensstandard entspricht. Dieses "Gehalt" sollte der Partner monatlich auf das Konto seiner Frau überweisen. Von diesem Geld kann sie ihren Anteil auf das Familienkonto überweisen. Was umständlich klingt führt zu mehr Unabhängigkeit der Partner und dadurch zu mehr Harmonie in der Partnerschaft.

Getrennte Kassen für Gutverdiener

Dieses Konzept lässt sich natürlich auch nur mit zwei Konten durchführen. Hier werden die Ausgaben, wie Miete, Versicherungen oder Lebensmitteleinkäufe dem jeweiligen Einkommen des Partners entsprechend aufgeteilt. Sie zahlt die Kinderbetreuung und den Strom, er die Miete. Mit vollständig getrennten Konten hat jeder seinen eigenen Überblick über seine Finanzen - und eben nicht über die Finanzen des Partners. Das vermittelt ein Gefühl der Unabhängigkeit - kann aber den Nachteil haben, dass sich einer von beiden übervorteilt fühlt, weil er seinen Anteil an den Ausgaben höher einschätzt als den des Anderen. Vor allem, wenn Lebensmittel, Waschmittel und ähnliches eingekauft werden und nicht in die großen Berechnungen einfließen, kann das Paar schlecht beurteilen, wie viel jeder von beiden ausgibt - oder wie viel eben nicht. Streit ist in diesem Fall vorprogrammiert. Verdienen beide gut und kommt es auf solch "kleinere" Ausgaben nicht an, kann dieses Modell der Familienfinanzen allerdings auch wunderbar funktionieren.

Ein Konto für alle?

Die oben genannte Studie belegt es: Je länger ein Paar zusammen ist, umso eher haben sie nur noch ein Konto. Da für ein Konto auch nur einmal Gebühren anfallen, gar nicht so schlecht, mögen viele denken. Doch in diesem Fall müssen sich beide Partner bewusst sein, dass der andere vollen Einblick über das Konsumverhalten des Partners hat. Überraschungen zum Geburtstag oder zum Valentinstag sind schwieriger geheim zu halten. Sebastian weist darauf hin, dass bei jedem dritten Paar die Partner meinen, dass der andere das Geld für die falschen Dinge ausgibt. Bei jedem vierten Paar hält der eine den anderen für einen Verschwender, und bei jedem fünften Paar kracht's, weil zu wenig Geld da ist. Ein gemeinsames Konto ist deshalb nur zu empfehlen, wenn sich beide Partner genau darüber einig sind, wie viel Geld wofür ausgegeben werden sollte.

Finanzen in Patchworkfamilien

Wachsen zwei Familien zusammen, ist es wichtig, dass klare Verhältnisse herrschen. Vor allem, wenn viele Kinder zur Patchworkfamilie gehören, ist dies essenziell. Das Problem: Es fällt den meisten Menschen leichter, für die eigenen Kinder zu zahlen als für fremde - vor allem, wenn dies den eigenen Verzicht auf etwas bedeutet. Schnell kann es zu Eifersüchteleien oder Neid kommen, wenn ein Familienmitglied das Gefühl hat, weniger zu bekommen oder mehr bezahlen zu müssen. Ein Familienkonto, auf das monatlich Geld eingezahlt wird und von dem alle gemeinsamen Kosten bezahlt werden, ist in diesem Fall die beste Möglichkeit, die Finanzen (und Streitereien) im Griff zu behalten.

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