Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit > Haustiere >

Selbstversuch – Wie viel Strom erzeugen Zitteraale?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Erkenntnisse aus Selbstversuch  

Wie viel Strom erzeugen Zitteraale?

15.09.2017, 09:40 Uhr | Anja Garms, dpa

Selbstversuch – Wie viel Strom erzeugen Zitteraale?. Zitteraale können Tieren und Menschen starke Stromstöße verpassen und sind gar keine Aale. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/wrangel)

Zitteraale können Tieren und Menschen starke Stromstöße verpassen und sind gar keine Aale. (Quelle: wrangel/Thinkstock by Getty-Images)

Dieser Mann ist entweder ziemlich verrückt oder von ausgeprägter wissenschaftlicher Neugier getrieben: Der Forscher Kenneth Catania testete an sich selbst, wie viel Strom Zitteraale übertragen.

Elektroschock stärker als beim Taser

In einem schmerzhaften Selbstversuch hat ein US-Forscher die Stromschläge von Zitteraalen untersucht. Dabei stellte Kenneth Catania von der Vanderbilt University in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee) fest, dass schon kleine Zitteraale erheblich größeren Tieren und Menschen potente Stromstöße verabreichen können, indem sie ihren Körper aus dem Wasser heben.

Die Stärke des Elektroschocks ist deutlich höher als bei einem sogenannten Taser, einer Elektroschockpistole, schreibt er im Fachblatt "Current Biology". Langfristige Schäden blieben dabei aber aus. Der Haupteffekt der Angriffe sei die Abwehr potenzieller Bedrohungen: "Anscheinend ist für den Zitteraal ein heftiger Angriff die beste Verteidigung", schreibt Catania. In einem Experiment hatte er sich absichtlich von einem Zitteraal attackieren lassen.

Zitteraale sind gar keine Aale

Catania erforscht seit längerem die exotischen Süßwasserfische, die anders als ihr Name vermuten lässt, keine Aale sind. Sie gehören zu den Neuwelt-Messerfischen und leben im tropischen Südamerika, etwa im Amazonas-Gebiet. Fast ihr gesamter Körper ist mit stromerzeugenden Organen besetzt, sogenannten Elektroplax. Damit setzen sich die Tiere gegen Angreifer zu Wehr.

In einer früheren Untersuchung hatte der Biologe bereits gezeigt, dass Zitteraale die Stärke ihrer Stromstöße erheblich erhöhen, indem sie sich aus dem Wasser heben. Sie leiten den Strom so von ihrem Kinn direkt in ihr Angriffsziel. Der elektrische Strom laufe dann durch den Körper des Opfers hindurch und schließlich im Wasser wieder in den Schwanz des Zitteraales, wodurch der Stromkreis geschlossen wird. Auf diese Weise verhindern sie, dass sich die elektrischen Entladungen im Wasser verteilen und abschwächen.

So viel Strom erzeugt ein Zitteraal

In der jetzt vorgestellten Untersuchung ermittelte Catania die Stärke der Stromstöße genauer. Er entwickelte dafür eine spezielle Apparatur, eine wassergefüllte Box, die mit stromleitendem Aluminium ausgekleidet ist. Über ein Kabel ist ein Strommessgerät an die Aluminiumschicht angeschlossen. In diese Box steckte Catania nun einen Zitteraal – und seinen Arm. Aus naheliegenden Gründen habe er für die Experimente ein kleines Exemplar gewählt, schreibt der Biologe.

Die Bildserie zeigt einen Zitteraal, der auf einen menschlichen Arm springt. (Quelle: dpa/Kenneth Catania)Die Bildserie zeigt einen Zitteraal, der auf einen menschlichen Arm springt. (Quelle: Kenneth Catania/dpa)

Die Messungen zeigten, dass die Stromstärke einer Zitteraal-Attacke etwa 40 bis 50 Milliampere beträgt. Schmerzrezeptoren reagierten bereits bei sehr viel geringeren Stromstärken, schreibt Catania. Beim Menschen reichten fünf bis zehn Milliampere aus, um ein reflexartiges Zurückziehen zum Beispiel eines Armes auszulösen.

Gefahr für den Menschen?

"Es ist beeindruckend, dass ein kleiner Zitteraal so viel Strom austeilen kann", sagt Catania. "Wir kennen den genauen Antrieb für das Verhalten nicht, aber sie müssen Feinde abschrecken, und ich kann Ihnen sagen, dass sie echt gut darin sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Tier, das so einen Schock abgekriegt hat, weiter in der Nähe bleibt."

Ernsthafte Schäden erlitt der Biologe bei den Selbstversuchen nicht. Auch habe er noch nie von Zitteraal-Angriffen auf den Menschen mit tödlichem Ausgang gehört. Die größte Gefahr für Menschen gehe von einem – durch den Elektroschock ausgelösten – Muskelkrampf im Wasser aus. Er selbst habe aber keine Verkrampfung der Muskeln durch die Attacken gespürt.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit > Haustiere

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017