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Hebammen: Bund sagt kurzfristige Hilfe für freiberufliche Hebammen zu

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Hebammen in Not  

Wer kümmert sich um Schwangere?

18.02.2014, 17:20 Uhr | dpa, t-online.de, AFP

Hebammen: Bund sagt kurzfristige Hilfe für freiberufliche Hebammen zu. Die freiberuflichen Hebammen stehen vor dem Aus - weil sie sich ab 2015 nicht mehr versichern können. (Quelle: imago/Bernd Friedel)

Die freiberuflichen Hebammen stehen vor dem Aus - weil sie sich ab 2015 nicht mehr versichern können. (Quelle: Bernd Friedel/imago)

Viele Hebammen sind in Finanznot, weil ihre Haftpflicht-Versicherung immer teurer wird. Gesundheitsminister Hermann Gröhe hat den Betroffenen seine Unterstützung zugesagt. Details einer möglichen Lösung bleiben aber vorerst im Dunkeln. Hebammenverbände fürchten das Aus ihres Berufsstandes, denn ab 2015 gibt es für die Geburtshelferinnen keine Haftpflichtversicherung mehr.

Nach einem Treffen mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) rechnen Deutschlands Hebammen mit einer Verbesserung ihrer finanziellen Situation. Es gebe "Anlass zur Hoffnung", sagte die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands, Martina Klenk. Schon im Sommer solle es eine kurzfristige Lösung geben, um die explodierenden Kosten für die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung auszugleichen. Darüber hinaus habe Gröhe eine langfristig tragbare Grundsatzlösung zugesagt. Die Details sind allerdings noch offen.

Ab 2015 keine Haftpflichtversicherung mehr

Seit Jahren klagen die Hebammen über steigende Haftpflichtprämien. Die Situation hatte sich zuletzt durch den angekündigten Ausstieg einer Versicherung aus den beiden letzten verbliebenen Versicherungskonsortien für Hebammen weiter zugespitzt. Es sei offen, wer die Hebammen dann versichere. Zahlreiche Anfragen bei Unternehmen auch im Ausland seien bisher erfolglos geblieben. Nach Angaben der Verbände drohe den freiberuflichen Hebammen, die noch die klassische Geburtshilfe zu Hause, im Geburtshaus oder als Beleghebamme in Kliniken anbieten, ab Sommer 2015 das Aus.

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Warum die Prämien steigen

Dass die Versicherungsprämien immer weiter steigen, liegt nicht etwa an einer Zunahme teurer Behandlungsfälle, sondern an den steigenden Regressforderungen der Sozialversicherungsträger und an einer höheren Klagebereitschaft betroffener Eltern.

Geburten lohnen sich nicht

In den vergangenen Jahren haben nach Angabe der Verbände bereits viele Hebammen ihren Beruf aufgegeben. Besonders die Geburtshilfe, das Herzstück des Berufs, lohnt sich für viele nicht mehr, weil seit Jahren die Haftpflichtprämien überproportional gestiegen sind. Diese Prämie hat sich in den letzten zehn Jahren in etwa verzehnfacht, während die Entlohnung der Hebammen nach wie vor gering ausfällt.

Von den rund 21.000 Hebammen in Deutschland ist nur ein Teil fest angestellt. Die Mehrheit arbeitet freiberuflich, wobei das Gros keine Geburten mehr betreut. Klassische Geburtshilfe leisten nach Schätzungen der Verbände nur 3500 freiberufliche Hebammen.

Viele Hebammen haben sich daher auf die Betreuung der Frauen vor und nach der Geburt verlegt. Doch auch diese Hebammen, die gar keine Entbindungen betreuen, könnten sich ab 2015 nicht mehr versichern. Das derzeit praktizierte System aus Vorsorge, Geburtshilfe und Nachbetreuung würde zusammenbrechen. Schon jetzt sei eine flächendeckende Versorgung bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett nicht mehr gegeben.

Politische Lösung in Sicht

Es gebe nun Hoffnung, dass das strukturelle Problem der Haftpflichtversicherung "endlich politisch angegangen wird", erklärte Klenk. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums betonte, Gröhe nehme das Thema "sehr ernst". Die Aussagen des Koalitionsvertrages zur Verbesserung der Situation der Hebammen seien für den Minister "von hoher Dringlichkeit".

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