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Schwanger mit 65: "Fahrlässig" - Politiker kritisieren Berlinerin

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Politiker kritisieren Vierlingsschwangerschaft  

"Eine solche Schwangerschaft kann und darf für niemanden ein Vorbild sein"

15.04.2015, 12:56 Uhr | AFP, dpa

Schwanger mit 65: "Fahrlässig" - Politiker kritisieren Berlinerin. Die damals 55-jährige Annegret R. mit ihrer Tochter Lelia - das 13. Kind der Lehrerin. (Quelle: dpa)

Die damals 55-jährige Annegret R. mit ihrer Tochter Lelia im Jahr 2005 - das 13. Kind der Lehrerin. Zehn Jahre später bekam sie Vierlinge. (Quelle: dpa)

Diese Schwangerschaft ist längst keine Privatsache mehr: Von Fernsehsendern begleitet, von der öffentlichen Meinung zerrissen, vom eigenen Sohn kritisiert, von Frauenärzten vor den erheblichen Risiken gewarnt und jetzt auch noch von Politikern heftig attackiert. Die Vierlingsschwangerschaft der 65-jährigen Berlinerin ist ein Aufregerthema.

Gesundheitspolitiker kritisieren die 65-jährige werdende Vierlingsmutter Annegret R. aus Berlin "Ich halte das für einen sehr bedenklichen Fall. Eine solche Schwangerschaft kann und darf für niemanden ein Vorbild sein", sagte SPD-Experte Karl Lauterbach dem Magazin "Spiegel Online". Aus ärztlicher und ethischer Sicht werde hier eine Grenze überschritten." Bei künstlichen Befruchtungen im hohen Alter sei das Risiko von Frühgeburten erheblich und die Wahrscheinlichkeit von bleibenden Schäden sehr hoch.

Eine fahrlässige Entscheidung

Auch der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn hält die Entscheidung für fahrlässig. "Auch wenn es medizinisch möglich ist, muss man sich fragen, ob es sinnvoll ist. Ich habe da große Zweifel."

UMFRAGE
Was halten Sie davon, wenn sich Frauen über 50 künstlich befruchten lassen?

Der Fall der 65-Jährigen, die bereits Mutter von 13 Kindern ist, ist seit Tagen Thema. Weil die Eizellenspende in Deutschland verboten ist, ließ sich die Lehrerin mehrfach in der Ukraine fremde, künstlich befruchtete Eizellen einsetzen, bis es mit der Schwangerschaft klappte. Anders als viele andere künstliche befruchtete Frauen entschied sie sich dagegen, nur ein Baby auszutragen und die anderen eingenisteten Eizellen abzutöten. Jetzt ist sie im fünften Monat schwanger.

Grenzen der Elternschaft sind verschoben

"Wir müssen diesen Fall diskutieren", sagte Lauterbach. "Er zeigt, dass sich die Grenzen der Elternschaft immer weiter ins hohe Alter verschieben und zunehmend riskante Verfahren eingesetzt werden. Ich beobachte diese Entwicklung mit großer Sorge."

Frauenärzte warnen vor gesundheitlichen Risiken

Vierlingsschwangerschaften seien "in jedem Alter mit erheblichen Risiken und Gefahren für Mutter und Kinder verbunden", warnte der Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Das bei einer älteren Frau ohnehin schon erhöhte Thromboserisiko nehme zu. Auch das Risiko für Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes sei bei Mehrlingsschwangerschaften erhöht. Außerdem drohten durch die Überdehnung der Gebärmutter schwere Blutungen.

"Vierlinge werden nie reif geboren"

Den vier Babys drohe während der Schwangerschaft eine Unterversorgung und schließlich eine Frühgeburt mit bleibenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Seh- und Hörschäden sowie Entwicklungsstörungen. "Es ist ausgeschlossen, dass Vierlinge reif geboren werden", erklärte der Berufsverband. Vierlinge müssten im Durchschnitt bereits nach 31 Schwangerschaftswochen auf die Welt geholt werden.

Eine so genannte Reduktion, also ein selektiver Schwangerschaftsabbruch bei Mehrlingsschwangerschaften, sei für sie trotzdem nie in Frage gekommen, hatte Annegret R. in der RTL-Sendung "Extra" erklärt.

Wegen der erheblichen Belastung für Körper und Kreislauf könne von einer Schwangerschaft wie im Fall der 65-Jährigen, die mittels Samen- und Eizellspende und mit Hilfe einer Hormonbehandlung entstand, "nur abgeraten werden", betonen die Frauenärzte.

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