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"Vertrauliche Geburt" – Gute Alternative zur Babyklappe?

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"Vertrauliche Geburt" – Gute Alternative zur Babyklappe?

14.07.2017, 14:24 Uhr | dpa

"Vertrauliche Geburt" – Gute Alternative zur Babyklappe?. Neugeborenes Baby (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/nazar_ab)

Nicht jedes Baby ist ein Wunschkind. (Symbolbild) (Quelle: nazar_ab/Thinkstock by Getty-Images)

Als Alternative zur Babyklappe war vor gut drei Jahren in Deutschland die "vertrauliche Geburt" eingeführt worden. Die erste Bilanz des Familienministeriums.

Welchen Sinn soll die "vertrauliche Geburt" haben?

Überforderung, Vergewaltigung, gewalttätige Väter – es gibt verschiedene Gründe, warum Frauen ihr Baby weggeben und unerkannt bleiben wollen. In solchen Fällen ist die Babyklappe eine mögliche Option, aber keine unproblematische: Die Frauen bringen ihr Kind nämlich alleine zur Welt, ohne medizinische Betreuung. Zudem wird den Kindern damit jede Möglichkeit genommen, jemals etwas über ihre Herkunft zu erfahren. 

Die "vertrauliche Geburt" ermöglicht einer Schwangeren, ihr Kind in einem Krankenhaus oder bei einer Hebamme zur Welt zu bringen und trotzdem vorerst anonym zu bleiben. Die Personendaten der Mutter werden in einem versiegelten Umschlag bei der zuständigen Adoptionsstelle aufbewahrt, bleiben jedoch mindestens bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss.
Kindstötungen sollen verhindert werden

Wird diese Regelung von den Schwangeren angenommen?

Als das entsprechende Gesetz im Juni 2013 vom Bundestag verabschiedet wurde, gab es Zweifel am Erfolg des Vorhabens. Die Grünen-Abgeordnete Katja Dörner warnte damals: "Dass letztlich die Entscheidung über die Aufgabe der Anonymität beim Familiengericht und nicht bei der Mutter liegt, ist ein entscheidender Webfehler im Gesetzentwurf."

Nach drei Jahren haben Wissenschaftler die neuen Angebote – "vertrauliche Geburt" und ein Hilfetelefon – analysiert. Unter anderem wurden dafür 1277 Beratungsfälle ausgewertet. In rund 260 Fällen nahmen die Betroffenen die Möglichkeit der "anonymen Geburt" in Anspruch. In 25,9 Prozent der Fälle entschieden sich die Frauen nach der Beratung für ein Leben mit ihrem Kind.

Wie läuft ein solches Verfahren ab?

Das Jugendamt nimmt das Baby in Obhut und macht sich auf die Suche nach Adoptiveltern. Der Name der leiblichen Mutter wird unterdessen in einem versiegelten Umschlag verwahrt, den niemand öffnen darf – außer dem Kind, wenn es 16 Jahre alt ist. In Ausnahmefällen kann die Mutter sogar vor Gericht durchsetzen, dass sie dauerhaft anonym bleibt. Dafür müsste allerdings ihr Leben, ihre Gesundheit oder ihre persönliche Freiheit bedroht sein.

Kann sich die Mutter nach der Geburt noch einmal umentscheiden?

Wenn sich die Situation der Mutter ändert, kann sie sich in den ersten Monaten nach der Geburt doch noch für ein Leben mit ihrem Kind entscheiden. Allerdings nur bis zum Beginn des offiziellen Adoptionsverfahrens; das startet in der Regel nach etwa einem Jahr. Wenn diese Frist abgelaufen ist, gibt es für die leibliche Mutter keine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mehr.

Mehr zu Babyklappe erfahren Sie hier.

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