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Experten warnen: Bloß keine Jodtabletten einnehmen

15.03.2011, 16:29 Uhr | dpa

Jodtabletten: Bloß keine Jodtabletten einnehmen. Jodtabletten (Foto: dpa)

Experten warnen vor der Einnahme von Jodtabletten. (Foto: dpa)

Nach der Atomkatastrophe in Japan besorgen sich auch in Deutschland viele Menschen vorsorglich Jodtabletten. Experten warnen jedoch vor einer voreiligen Einnahme. Jod-Präparate sollten nur nach ausdrücklicher behördlicher Aufforderung genommen werden, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mit. Auch der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, rät von Jodtabletten ab.

Hochdosiertes Jod ist gesundheitsschädlich

"Es gibt keinen Grund, hierzulande zusätzlich Jod zu sich zu nehmen. Dies ist gesundheitsschädlich", sagte König. Laut der Apothekerin und ABDA-Sprecherin Ursula Sellerberg bringt eine Einnahme hierzulande nur etwas, "wenn es eine radioaktive Wolke direkt über Deutschland geben sollte". Selbst wenn eine solche Gefahr drohe, solle hochdosiertes Jod nur nach Aufforderung der Gesundheitsbehörden genommen werden: "Bei Erwachsenen über 45 Jahren kann zu viel Jod sonst das Risiko für Schilddrüsenerkrankungen steigern."

Aufnahme von radioaktivem Jod wird verhindert

Radioaktives Jod wird vom Körper über die Luft, über Nahrung und Getränke oder über die Haut aufgenommen. Es reichert sich in der Schilddrüse an und kann dort zu Organschäden führen. Eine mit Jod gesättigte Schilddrüse nimmt weniger oder kein radioaktives Jod auf. Deshalb kann durch die Einnahme von Jodtabletten die Speicherung von radioaktivem Jod verhindert werden. Jodtabletten schützen aber nicht vor anderen radioaktiven Stoffen wie zum Beispiel Cäsium.

Nur im Notfall ist hochdosiertes Jod sinnvoll

Um die Aufnahme radioaktiven Jods zu verhindern, reicht nach Angaben der Apothekerkammer im Regelfall eine einmalige Einnahme von Kaliumiodid als Notfallmedikament. Erwachsene über 45 Jahren sollten zudem grundsätzlich keine hochdosierten Jodtabletten einnehmen, da diese das Risiko für schwerwiegende Schilddrüsenerkrankungen erhöhen. Auch wer zum Beispiel auf Jod überempfindlich reagiert oder eine Schilddrüsenüberfunktion hat, sollte auf die vorbeugende Jodeinnahme verzichten.

In Japan wurden Jodtabletten verteilt

In Japan wurden in den letzten Tagen Jodtabletten an die Bürger verteilt, um die Folgen der Verstrahlung nach dem Atomunfall abzuschwächen. Das bei dem Unfall freigesetzte radioaktive Jod kann sich somit nicht in den Schilddrüsen ablagern kann. Auf diese Weise soll die Gefahr von Schilddrüsenkrebs minimiert werden.

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