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Senioren: Wie Senioren Kontakte knüpfen können

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Einsamkeit im Alter  

So können Senioren Kontakte knüpfen

16.10.2013, 10:26 Uhr | dpa

Senioren: Wie Senioren Kontakte knüpfen können. Sozialkontakte schützen vor Einsamkeit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wichtig im Alter: Ein intaktes Netz von Sozialkontakten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Alter wird der Kreis der gleichaltrigen Bekannten immer kleiner. Neue Freundschaften zu schließen ist oft gar nicht so leicht. Ein Patentrezept dafür gibt es nicht. Doch mit etwas Initiative lassen sich neue Freunde finden, manchmal auch mit Hilfe verschiedener Einrichtungen und dem Internet.

Sozialkontakte schützen vor Einsamkeit

Fünf bis zwanzig Prozent der Senioren in Deutschland berichten von ausgeprägten Einsamkeitsgefühlen - die Zahlen differieren je nach Studie. Der Anteil bei Männern und Frauen ist dabei annähernd gleich, wie Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) feststellten. Entscheidend dabei ist nicht, ob die Senioren alleine leben: Wer über ein intaktes Netz von Sozialkontakten verfügt, empfindet das Alleinsein nicht als Belastung, ergab ihre Untersuchung.

Einsamkeit ist keine Frage des Alters

Doch was tun, wenn dieses Netz reißt, wenn wichtige Bezugspersonen verloren gehen? "Das ist ein ganz großer Einschnitt", sagt Claudia Hartmann, Leiterin des Senioren- und Generationenreferats des Diakoniewerks Essen. "Plötzlich sind alle Zukunftspläne zunichte gemacht." Das Gefühl der Einsamkeit sei ganz normal - und es sollte von Angehörigen nicht kleingeredet werden. "Die Aufforderung "Jetzt geh' doch mal wieder unter Leute" ist wenig hilfreich", sagt Hartmann.

Freundschaften ergeben sich nicht selbstverständlich

Sinnvoller sei es, die Betroffenen zu fragen: "Wie bist du denn früher mit dem Alleinsein umgegangen?" Denn Einsamkeitsgefühle sind kein Phänomen des Alters, sie können in jeder Lebensphase auftreten. "Allerdings wird es in höherem Alter schwieriger, neue intensive Kontakte zu knüpfen", sagt Claudia Hartmann. Freundschaften ergeben sich nicht mehr so selbstverständlich wie in jungen Jahren. Und nicht jeder schätzt die unverbindliche Geselligkeit eines Seniorentreffs: "Das ist wie mit dem Seniorenteller: Das Senioren-Etikett schreckt viele ältere Menschen ab", sagt Proffessor Michael Hüll, Ärztlicher Leiter des Zentrums für Geriatrie und Gerontologie am Universitätsklinikum Freiburg.

Einsamkeit und Altersdepressionen müssen nicht zusammenhängen

Auch das Interesse am Vereinsleben sei rückläufig. Vor allem Männer hätten wenig Lust darauf, sich einfach nur so zu treffen. "Frauen haben meistens ein größeres Netzwerk", sagt Hüll. Der Psychiater und Psychotherapeut forscht unter anderem zum Thema Altersdepression und gibt Entwarnung: Auch wenn sich bei vielen Menschen die Zahl der sozialen Kontakte im Alter reduziert, tragen sie trotzdem kein größeres Risiko für Depressionen. Wenn allerdings jemand vermehrt über Einsamkeit klagt, sei das durchaus ein Warnsignal: "Das könnte ein Hinweis auf eine Depression sein, ähnlich wie Schlafstörungen."

Mit sozialen Netzwerken der Einsamkeit vorbeugen

Ein wichtiger Aspekt, um Einsamkeit vorzubeugen, sind soziale Kontakte - und zwar durchaus mit neuen Kommunikationsmethoden: "Sehr viele Senioren haben mittlerweile einen Internetanschluss, die Programme werden immer benutzerfreundlicher: Warum sollte man also nicht auch soziale Netzwerke und Videochats nutzen?", sagt Hüll.

"Es müssen gar nicht immer gleich die großen Aktivitäten sein", sagt Hartmann: "Man kann auch einfach der Nachbarin, die einem schon so lange sympathisch ist, einen gemeinsamen Spaziergang vorschlagen." Männer hätten oft Freude an einer gemeinsamen praktischen Tätigkeit. Das kann ein Ehrenamt sein, aber auch eine Wandergruppe.

Hunde und Katzen sind treue Begleiter

Für ältere Menschen ohne Partner oder Familienanschluss ist möglicherweise auch ein Haustier das Richtige. Für rüstige Senioren kann ein Hund ein treuer Begleiter sein. Allerdings benötigen Hunde viel Aufmerksamkeit und Pflege. Hundebesitzer müssen zwangsläufig viel an die frische Luft. Das kommt auch der Gesundheit zu Gute. Auch Katzen, Vögel, Papageien oder Kaninchen sind gut geeignet. Gerade für Ältere, die nicht mehr ganz so mobil sind. Sie geben dem Halter Zuneigung und eine Beschäftigung.

Besuchsdienste schenken Zeit

Schwieriger ist der Weg aus der Einsamkeit, wenn der Körper nicht mehr mitspielt und das Verlassen der eigenen Wohnung immer mühsamer wird. Hier setzen Besuchsdienste an, die von vielen Wohlfahrtsverbänden angeboten werden. Bei der Aktion "NAHbarn" in Jena beispielsweise besuchen Ehrenamtliche einmal in der Woche ältere Menschen in deren Wohnung. Die Organisatoren achten besonders darauf, dass sich Senior und Helfer sympathisch sind. "Denn es geht hier nicht um Haushalts- oder Pflegedienste, sondern darum, Gesellschaft zu leisten, zuzuhören, Zeit zu schenken", erläutert Kathrin Lange-Knopsmeier von Tausend Taten, einem Verein für bürgerschaftliches Engagement, der das Projekt verantwortet.

Sie sieht großen Bedarf - auch wenn die wenigsten Senioren aus eigenem Antrieb die Hilfe in Anspruch nehmen: "Meist sind es Freunde, Verwandte oder die Sozialdienste, die uns auf die Menschen aufmerksam machen." Ist der Kontakt jedoch erst einmal hergestellt und die erste Scheu vor dem fremden Gast im Wohnzimmer überwunden, sei die Resonanz fast immer positiv.

Nachbarschaftsnetzwerke organisieren Unterstützung für Senioren

Im Extremfall kann Einsamkeit, verbunden mit Gebrechlichkeit, auch dazu führen, dass alte Menschen nicht mehr ausreichend versorgt sind. In Hamburg versucht die "Aktion Augen auf! Mehr Aufmerksamkeit für ein Altern in Würde" der AWO Stiftung mit Stadtviertelnetzwerken gegenzusteuern.

In bisher vier Stadtteilen der Hansestadt nehmen die Koordinatorinnen über eine kostenlose Telefonhotline Hinweise aus der Bevölkerung, von Ärzten oder Apothekern entgegen, stellen Kontakt zu hilfsbedürftigen Senioren her und organisieren eine kostenlose Unterstützung in der Wohnung. "Was früher die Großfamilie oder die Dorfgemeinschaft an Unterstützung für alte Menschen geleistet hat", erläutert Kerstin Hoffmann von der AWO Stiftung, "das versuchen wir nun durch Nachbarschaftsnetzwerke zu ersetzen."

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