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Pick-up-Artists wollen nur das Eine.

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Phänomen Pick-up-Artists  

Diese Männer wollen wirklich nur das Eine

03.12.2014, 16:34 Uhr | akl

Pick-up-Artists wollen nur das Eine.. Zwei Frauen auf einen Streich? Die "Quote" ist das, was für Pick-up-Artists zählt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zwei Frauen auf einen Streich? Die "Quote" ist das, was für Pick-up-Artists zählt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie wollen so viele Frauen wie möglich ins Bett kriegen und führen Listen über ihren Erfolg. Pick-up-Artists, kurz PUAs, sind Männer, die gezielt manipulieren, um an ihr Ziel zu kommen. Danach sind sie weg. Das Erschreckende: Es gibt Seminare, in denen Männer das fiese Verhalten lernen können. Ein Sexualtherapeut verrät, wie Frauen die "Aufreiß-Künstler" entlarven können.

Bisher führten die Pick-up-Artists ihre Statistik der verführten Frauen eher im Dunkeln. Doch mittlerweile gibt es regelrechte Stars in der Szene, wie den Amerikaner Julien Blanc. Seine Methoden Frauen aufzureißen und mit psychologischen Methoden förmlich zum Sex zu zwingen werden heftig kritisiert. Für Großbritannien erhielt er sogar ein Einreiseverbot.

Auch in Deutschland Pick-up-Seminare

Seitdem der Amerikaner auch in Deutschland Aufreiß-Seminare anbieten will und in Kursen erklärt, wie man Frauen "richtig würgt", gibt es auch hierzulande Protest gegen ihn. "Richtig so", findet Sexualtherapeut Dr. Kurt Seikowski von der Gesellschaft für Sexualwissenschaften. "Das Verhalten dieser Männer ist frauenverachtend und manipulativ. Das Ausmaß, dass das Ganze annimmt, ist äußerst bedenklich."

Seminare nicht verbieten

Die Seminare verbieten will Seikowski aber nicht. Aus einem einfachen Grund: "Je mehr Aufmerksamkeit die Pick-up-Artists in der Öffentlichkeit bekommen, desto bekannter werden sie – auch bei den Frauen." Die Frauen, die an einer festen Beziehung interessiert sind, verhalten sich in Folge automatisch vorsichtiger gegenüber Männern. Und das ist gut so. Denn gerät man an einen "Aufreiß-Künstler", ist alles nur ein großes Schauspiel: die Komplimente, das Verständnis, die Aufmerksamkeit, die Gefühle.

Pick-up-Artists üben für die "Quote"

Liest man sich durch die zahlreichen Foren der Pick-up-Artists, wird schnell klar, dass Frauen für diese Männer nur Objekte sind. Sie nennen sich Herumtreiber, Superheld oder Routiniert und diskutieren darüber, wie sie mit "Alphagetue" Frauen rumkriegen. Wessen "Quote" noch nicht gut genug ist, muss "mehr üben". Gefühle sind tabu. "Ich will gefühlskälter werden" und "Ich will kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn ich mich nicht mehr bei ihr melde" sind die Ziele der PUAs. Die Jagd nach den "Hot Babes" hat begonnen.

Vier Männertypen stecken hinter der Sexmasche

Doch was für Männer sind das? "Hinter all dem steckt eine Eroberungssucht", erklärt der Sexualtherapeut. "Und es gibt vier Männertypen, die ihr verfallen können."

Seikowski nennt den Enttäuschten, der aufgrund einer zerbrochenen Liebe Hass gegen das weibliche Geschlecht hegt und dieses "nur benutzen" will. Der andere Typ hatte bisher keinen Erfolg bei Frauen und versucht, durch Manipulation endlich das zu bekommen, was er möchte. Der dritte Typ ist auf der Suche nach Selbstbestätigung. Ihm mangelt es an Selbstbewusstsein und er versucht, über die Anzahl der Eroberungen sein Ego zu stärken. Der vierte Typ Mann glaubt, über den häufigen Sex die Richtige zu finden.

Seminare ziehen auch normale Männer an

Doch nicht nur diese Männer sind für die Pick-up-Artist-Bewegung empfänglich. "Die Seminare, die Erfolg bei Frauen versprechen, ziehen auch normale Männer an. Natürlich kann es dabei passieren, dass diese ebenfalls 'Blut lecken' und zum Aufreißer werden", gibt Seikowski zu bedenken.

Zudem zeigen viele Studien, dass immer mehr Männer das Interesse an einer richtigen Partnerschaft verlieren, besonders Akademiker. Ein Grund von sei, dass viele Männer ein Problem mit dem Selbstbewusstsein des weiblichen Geschlechts hätten, so die Einschätzung des Experten.  

"Ein Großteil der Männer von heute weiß nicht mehr, welche Rolle die richtige ist. Soll er einfühlsam sein oder stark? Die emanzipierte und selbstbewusste Frau überfordert ihn. Es bleibt kein Raum mehr für die Männlichkeit", erklärt der Sexualwissenschaftler und sieht diesen Umstand auch als Grund für den immer beliebter werdenden Vollbart. Aus dieser Situation heraus besinnt sich ein Teil der Männer auf das "Wesentliche", die ursprünglichste Form der Männlichkeit: Sex.

Interesse an Beziehung nur vergetäuscht

Die Frau spielt dabei eine unbedeutende Rolle. Es geht nur um den Akt. Ehrlichkeit ist fehl am Platz. "Frauen, die nur Spaß haben wollen, kommunizieren das in den meisten Fällen offen. Der Mann weiß dann, worauf er sich bei ihr einlässt. Pick-up-Artists hingegen täuschen in der Regel Interesse an einer Bindung vor, um an ihr Ziel zu kommen. Das ist der fiese Unterschied", sagt Seikowski.

Mit dem Sex besser warten

Doch wie können sich Frauen, die mehr als ein Abenteuer suchen, vor dieser Enttäuschung schützen? Der erste Punkt liegt auf der Hand: Mit dem Sex ausreichend lange warten. "Vier Wochen sollten es sein", rät der Experte. Zweitens sollen sich Frauen bewusst machen, wonach sie sich sehnen. "Wer ein Defizit an Aufmerksamkeit und Zuwendung hat, muss sich darüber im Klaren sein, besonders empfänglich für Nähe und Komplimente zu sein. In dem Fall immer aufmerksam bleiben und das Verhalten des Mannes beobachten."

Vorsicht vor der "Push and Pull"-Methode

Vorsicht geboten ist auch vor der sogenannten "Push and Pull"-Methode, die einige Artists anwenden. Dabei wechselt das Verhalten des Mannes zwischen Zuwendung und Abneigung. Auf Komplimente und Zärtlichkeit folgen Arroganz und Beleidigungen. Das Ziel: Das Selbstbewusstsein der Frau zu brechen und sie gefügig zu machen.

Funktioniert das wirklich? "Ja, bei ziemlich viele Frauen", weiß der Sexualtherapeut. Die Mechanismen seien einfach. "Haben Frauen die Zuwendung bekommen, die sich wünschen, möchte sie diese nicht mehr aufgeben. Wendet sich der Mann ab, erwacht der Kampfgeist." Der Grund liegt zum einen im Harmoniebedürfnis der Frau und zum anderen im angekratzten Ego.

"Kämpft sie und gewinnt so seine Aufmerksamkeit zurück, ist die Harmonie wieder hergestellt. Sie fühlt sich als begehrenswerte Siegerin. Ab hier ist auch der Weg zum Sex nicht mehr weit – auch als Taktik, um den Mann zu halten. Genau da setzt die Masche an", erklärt Seikowski. Folgen nach Aufmerksamkeit immer wieder Rückzug, sollten Frauen vorsichtig werden. 

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