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Liebe: Das Trennungsrisiko lässt sich voraussagen

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Vier alarmierende Anzeichen  

Das Trennungsrisiko lässt sich voraussagen

21.07.2015, 15:50 Uhr | Andrea Goesch

Liebe: Das Trennungsrisiko lässt sich voraussagen. Ob die Liebe eine Zukunft hat, lässt sich voraussagen, behauptet der US-Psychologe John Gottman. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ob die Liebe eine Zukunft hat, lässt sich voraussagen, behauptet der US-Psychologe John Gottman. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Manchmal wäre es schön, am Anfang einer Beziehung wie ein Wahrsager in die Kugel zu schauen und zu sehen, ob die Liebe tatsächlich ein Leben lang hält. Doch leider ist dies nicht möglich. Wohl aber lässt sich das Trennungsrisiko mit hoher Wahrscheinlichkeit abschätzen - ganz ohne hellseherische Fähigkeiten. Das zumindest behauptet der amerikanische Psychologe und Paartherapeut John Gottman. Er entwickelte eine Methode, die mit einer Trefferquote von 94 Prozent voraussagt, welche Ehen nach vier bis sechs Jahren geschieden werden. Dabei zeigt sich, dass es vier klare Anzeichen gibt, wenn eine Beziehung gefährdet ist.

Zugrunde liegen mehrere Studien, die der Psychologe in Seattle an rund 3000 Paaren über einen Zeitraum von 40 Jahren durchführte.

Paare zum Zoffen ins Liebeslabor geschickt

Hierzu lud Gottman, der ein eigenes Forschungsinstitut (The Gottman Relationship Institute) betreibt, die Paare in sein "Love Lab" ein. Hierbei handelt es sich um eine Einzimmerwohnung, die mit Fernseher, Schlafzimmer und Küchenzeile ausgestattet ist. Hierher kamen Paare nicht um zu kuscheln, sondern um zu streiten. Worüber, war zweitrangig. Vielmehr interessierte ihn die Art und Weise, in der die Auseinandersetzung erfolgte. Denn laut Gottmann zeigt sich im Streit nicht nur, ob zwei Menschen den Standpunkt des Partners nachzuvollziehen können, sondern auch, wie es um ihre emotionale Nähe bestellt ist.

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In allen Ecken der Wohnung ließ der Beziehungsforscher Videokameras installieren, mit denen er die Körpersprache und Mimik der Probanden einfangen konnte. Zusätzlich verkabelte er die Beteiligten, um deren körperliche Reaktionen wie Herzschlag, Pulsfrequenz und Schweißmenge auf den Handinnenflächen zu messen.

Eine Formel für das Beziehungsglück

Auf der Basis dieser Daten entwickelte Gottman die Parameter für eine Beziehungsformel. Nach eigenen Aussagen kann er hiermit mit 94-prozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen, ob sich ein Paar irgendwann einmal scheiden lässt oder zusammenbleibt. Heute reicht ihm angeblich ein 15 Minuten langes Paarvideo aus, um eine entsprechende Prognose zu treffen. Paare, die sich darin einander zuzuwenden, sich häufig liebevoll anblicken und dem anderen dadurch positive Signale senden, hätten die besten Chancen auf eine dauerhafte und stabile Beziehung.

Vier Beziehungskiller: Daran scheitert die Liebe

Ob eine Liebe zum Scheitern verurteilt ist, erkennt Gottmann konkret an vier Verhaltensweisen, die bei Streit in schwierigen Beziehungen auffällig sind. Er nennt sie die "vier apokalypischen Reiter". Diese sind: herabsetzende Kritik, Abwehrverhalten wie wegwerfende Handbewegungen und Augenrollen, mangelnder Respekt voreinander und viertens innerlicher Rückzug. Letzerer drückt sich oft in hartnäckigem Schweigen und "Mauern" gegenüber dem Partner aus.

Alle vier Verhaltensweisen sind typische Beziehungskiller, die oft einen Trennungsprozess einleiten.

Aufschlussreich: Wie Paare über ihre erste Begegnung sprechen

Doch nicht nur Streit zeigt sich, welche Zukunftschancen ein Paar hat. Eine weitere Studie hat Gottman in seinem Buch "Die Vermessung der Liebe" (2014) vorgestellt: In dieser mussten frisch verheiratete Paare in maximal fünf Minuten ihre Kennenlern-Geschichte erzählen. Aus der Art und Weise, wie sie die taten, konnte der Psychologe - ähnlich wie bei dem Streit-Experiment - Rückschlüsse auf das Trennungsrisiko ziehen.

Die Paare, die nach drei Jahren noch zusammen waren, hatten ihre Geschichten häufig glorifiziert. Sie idealisierten den Partner und drücken übereinstimmend ein starkes Wir-Gefühl aus. Diejenigen, die sich später trennten, widersprachen sich in ihren Darstellungen und banalisierten den Moment der ersten Begegnung. Auch machten sie weniger liebevolle Bemerkungen über ihren Partner.

In seinen Beziehungsprognosen lag Gottman auch in diesem Experiment bei einer Trefferquote von 94 Prozent.

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