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Bogners Firmengeschichte

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Warten auf die Fortsetzung der Bogner-Story

20.02.2013, 13:54 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Bogners Firmengeschichte. Bogner ist extrem sportlich: Er spielt Golf, fährt weiter mit Begeisterung Ski, spielt Tennis, er segelt gerne, er taucht und besitzt einen Pilotenschein. Außerdem hat er schon Bungee-Jumping probiert, er lernte das Hubschrauberfliegen und das Paragliden. (Quelle: Reinhard Kunzendörfer/imago)

Bogner ist extrem sportlich: Er spielt Golf, fährt weiter mit Begeisterung Ski, spielt Tennis, er segelt gerne, er taucht und besitzt einen Pilotenschein. Außerdem hat er schon Bungee-Jumping probiert, er lernte das Hubschrauberfliegen und das Paragliden. (Quelle: Reinhard Kunzendörfer/imago)

Ohne Bogner kein Bond – erst Willy Bogner machte viele legendäre Ski-Szenen von 007 möglich. Doch ohne Nachfolger kein Bogner: 2013 könnte das Jahr der großen Weichenstellung im Mode-Konzern werden. Denn der mittlerweile 71-jährige Fabrikant hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ihn die Nachfolge-Frage stark beschäftigt. wanted.de hat sich die faszinierende Bogner-Story genauer angeschaut.

Foto-Serie mit 7 Bildern

Die Geschichte der heutigen Weltfirma Bogner begann im Jahr 1932, als Willy Bogner senior in München ein Importgeschäft für norwegische Skier und für Strickwaren eröffnete. Der Vater war in den Dreißigern einer der besten deutschen Nordisch-Kombinierer, er brachte es zum WM-Dritten, war 1936 deutscher Meister und nahm im selben Jahr an den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen teil. Dort rüstete seine Firma erstmals die deutsche Nationalmannschaft aus.

Nach dem Krieg wurden die Keilhosen in den USA im Ski-Eldorado der Rocky Mountains generell unter der Bezeichnung "Bogners" bekannt; seit 1955 baumelt das "B" am Reißverschluss, was ebenfalls zu einem Stil-Statement wurde. Seit 1952 trägt die deutsche Ski-Nationalmannschaft Bogner. Das Unternehmen lässt sich das heute bis zu drei Millionen Euro im Jahr kosten. Seit 1972 steht das ehemalige Model Sonia Ribeiro als Gattin und Designerin der Firma Willy Bogner & Co. KG an der Seite des Modemachers. >>

Im Jahr 1977 übernahm Bogner die Arbeit seines Vaters nach dessen Tod.

Wilhelm Hermann Björn Bogner, so der volle Name, hat Erfolg, weil er als Erster funktionale Ski-Kleidung zur Haute Couture im Schnee verfeinerte. Er wurde der "Dior oder Armani der Piste" genannt, seine Outfits kosten mit Helm und Skiern locker gut 8000 Euro. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin rast gerne in Bogner die Piste herunter. Wie sagt Bogner so schön: Reiche wollen ihren Luxus zeigen.

Der Weltstar, der sich selbst selten in der Münchener Schickeria zeigt, rechtfertigt den Preis auch mit der Qualität: In der Sportausrüstung steckten mitunter über 150 Stunden Handarbeit, vor allem für Stickereien und exklusive Details. Das Geheimnis ist zudem die Exklusivität: Die Zahl der produzierten Stücke ist niedrig, was den Preis pro Outfit wegen der Fixkosten für Verwaltung und Werbung nach oben treibt; das Design variiert in jeder Saison – der stete Wechsel ist für Bogner auch ein guter Schutz vor Kopien. >>

Bogner erkannte schnell die Wirkung von Kleidung auf andere – die ersten drei Sekunden seien entscheidend, noch bevor jemand den Mund aufmache, habe sich sein Gegenüber ein Bild gemacht.

"Der Mann mit den drei Leben"

Doch Kleidung alleine ist nur eine Seite der Bogner-Story. Den "Mann mit drei Leben" nannte ihn der "Münchner Merkur" im Jahr 2004. Bogner feierte zum einen Erfolge als Skirennläufer. So errang er als Jugendlicher mehrmals die deutsche Ski-Meisterschaft. Sein größter Erfolg: Er wurde im Jahr 1962 doppelter Studenten-Weltmeister. Für Furore sorgte Bogner außerdem als Spezial-Kameramann bei insgesamt vier James-Bond-Filmen: "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" raste der manische Macher 1968 filmend auf Spezial-Skiern rückwärts den Hang hinunter. Nur Bogner war verrückt und nervenstark genug für diese Drehs – dabei hatten ihm im zweiten Lauf bei der Winter-Olympiade von Squaw Valley 1960 die Nerven versagt; im ersten Lauf hatte er noch mit Bestzeit auf Goldkurs gelegen.

Es folgten: "Der Spion, der mich liebte" (1976), "In tödlicher Mission" (1981) und "Im Angesicht des Todes" (1985). Legendär wurde die Verfolgungsjagd auf der Bobbahn von Cortina d’Ampezzo aus dem Streifen "In tödlicher Mission". Der Titel wurde tragische Realität – bei den Dreharbeiten flog ein Bob aus der Spur und zerschmetterte an einem Baum, ein Fahrer starb. Mit Bond-Darsteller Roger Moore drehte Bogner 1990 die Sport-Action-Komödie "Feuer, Eis & Dynamit" – der Nachfolger seines weltweiten Kinohits "Feuer und Eis" von 1986.

Doch Bogner war nicht nur ein Glückskind – das Filmen brachte ihm auch seinen ersten großen Schicksalsschlag: Im April 1964 ging bei den Dreharbeiten zu "Ski-Faszination" im schweizerischen Val Selin hinter einer Gruppe von 14 Top-Skifahrern eine Lawine nieder. Der US-Skistar Buddy Werner und auch Bogners Verlobte Barbara Henneberger konnten nur noch tot geborgen werden. >>

Wer tritt die Nachfolge von Bogner an?

2013 steht die Frage der Nachfolge im Fokus – zwischendurch wurde selbst über einen Börsengang von Bogner spekuliert. Die Ski-Ikone selbst hat keine leiblichen Kinder, mit seiner Frau Silvia adoptierte er zwei Kinder aus Brasilien, doch der 17-jährige Sohn Bernhard wurde 2005 stranguliert in der Hängematte gefunden, laut der Polizei war es Selbstmord; die 27-jährige Tochter Florinda konzentriert sich auf Innendesign. Mit dem Nachfolge-Thema steht natürlich der eigene Charakter des Labels auf dem Spiel.

Die Pressestelle von Bogner wollte sich auf Anfrage von wanted.de nicht zu der heiklen Thematik äußern. Es hieß nur, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. Das Unternehmen erzielt rund 200 Millionen Euro pro Jahr, Bogner könnte die Firma locker für viele Millionen an einen großen Luxus-Konzern verkaufen – Giganten wie LVMH sind seit Jahren auf Shopping-Tour. Die Marke – sie bietet neben Ski auch Golf- und Freizeitkleidung - ist in 30 Ländern erfolgreich, in Deutschland kennt sie laut Firmenangaben rund 86 Prozent der Menschen. Bogner sagte einst, er scheue sich davor, zuzuschauen, wie ein neuer Besitzer vielleicht sein Lebenswerk und das seiner Eltern an die Wand fährt.

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