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Die Dandy-Mode erklärt: So wird sie kombiniert

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Oscar Wilde light: Kleiden wie ein Dandy

12.07.2016, 13:23 Uhr | Jana Illhardt, dpa-tmn

Die Dandy-Mode erklärt: So wird sie kombiniert. Wie kleidet Mann sich heute als Dandy? Die Antwort: Weniger ist mehr - dafür besser auf Qualität achten! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wie kleidet Mann sich heute als Dandy? Die Antwort: Weniger ist mehr - dafür besser auf Qualität achten! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Dandy-Style ist in Mode: Sakkos aus Samt oder mit Karo-Muster ebenso wie Hosenträger, Fliege und Hut. Doch wann ist es zu viel des Guten? WANTED.DE erklärt die Neu-Interpretation des Stils und nennt No-Gos.

Betrachtet man Bilder bekannter Dandys – zum Beispiel Oscar Wilde, Giacomo Casanova oder Charles Baudelaire –, so sind es besonders die vielen Details, die ins Auge fallen. "Die Knöpfe glänzen metallisch, die Nähte sind aus farbigem Garn, die Lackschuhe poliert, die Zwirne bei Jacken und Mänteln hochgedreht", beschreibt es Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts. "Der Dandy liebt die Überspitzung, hat eine Obsession fürs Detail, für ihn ist Mode ein Fetisch. Er ist ein Narzisst, ein Schöngeist und Flaneur mit einer Obsession für Äußerlichkeiten, der das Spiel mit Materialien, Farben und Schattierungen liebt."

Der Dandy früher

Die verarbeiteten Materialien sind von höchster Qualität. "Samt, Seide, Kaschmir und edle Wolle", listet Müller-Thomkins auf. "Äußerst beliebt war auch Seidenbrokat, das zu dicht geschlagener und dadurch fest stehender Baumwolle getragen wurde", ergänzt Herzog. Stickereien wurden genauso zu Pailletten kombiniert wie ein voluminöses, glänzendes Samtsakko zur matten Gürtelschnalle.

Im Unterschied: der Stil von heute

Schaut man sich aktuelle Bilder der Florenzer Herrenmodemesse Pitti Immagine Uomo an, so lassen sich kaum Unterschiede zu den Dandys von früher feststellen. André Bangert vom Fachmagazin "Textilwirtschaft" empfiehlt dennoch, die traditionellen Elemente neu zu interpretieren, statt sie nur zu kopieren: "Ein Oscar Wilde würde 2016 arrogant rüberkommen. Der Mann von heute darf sich durchaus an Elementen des Dandytums bedienen. Aber nicht blasiert aussehen, sondern cool und lässig wirken, smart statt geleckt, als sei sein Outfit selbstverständlich und nicht das Resultat stundenlangen Stylings." Der moderne Dandy spielt mit den klassischen Elementen, setzt sie aber reduziert ein.

Passende Kombinationen

Das heißt: "Wer eine Nadelstreifenweste trägt oder ein Sakko mit Karomuster, sollte bestenfalls keine klassische Wollhose dazu kombinieren. Wer Krawatte trägt, verzichtet lieber auf das Einstecktuch und umgekehrt", nennt Bangert Beispiele. Ein Schalkragen-Sakko sei erlaubt – ein gemusterter Schal, wie ihn die Dandys früher trugen, sei hingegen aus der Mode. "Und auch wenn sich der Oscar Wilde im Grab umdrehen würde: Sneakers zur Buntfaltenhose. Mit einem klassischen Schuh wäre der Look zu alt."

Auf eine Taschenuhr sollte heute verzichtet werden, empfiehlt Bangert, ebenso auf Lackschuhe und Hüte. Besser seien Lederschuhe oder hochwertige Loafer. "Zu Hosenträgern sollte nur greifen, wer einen Vollbart hat und Jeans trägt, nicht aber jemand mit Seitenscheitel und Pomade im Haar. Das würde spießig wirken."

Dieser Haarschnitt eignet sich für den Look

Beim Haarschnitt hat es der moderne Dandy hingegen leichter: "Der Fassonschnitt, also etwas längeres Deckhaar und kürzere Seiten, ist omnipräsent und für jeden Mann die richtige Frisur", meint Bangert. Darüber würden sich auch die Dandys der ersten Stunde freuen. Diese Frisur ist vor allem für Männer geeignet, die wenig Aufwand mit ihrem Haar-Styling betreiben wollen. (Welche Kurzhaarfrisur zu welchem Mann passt, lesen Sie hier)

Die Sehnsucht nach Kultiviertheit

Müller-Thomkins stellt fest: "Wir beobachten ein immer stärkeres Auseinanderdriften zwischen jenen, die zerrissene Jeans oder preiswerte Discount-Kleidung tragen, und jenen, die bei exklusiven Marken kaufen, weil sie Wertigkeit zu schätzen wissen und gerne in Schönheit schwelgen." Robert Herzog, Dozent an der Modeschule Stuttgart, sieht darin auch eine Sehnsucht nach einer übertriebenen Kultiviertheit: "Es ist eine Abkehr vom Minimalismus, der Wunsch nach Andersartigkeit, nicht rational sein zu müssen in einer rationalen Welt."

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