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Leipziger Seenlandschaft: Hier wird die Industriebrache zum Erholungsgebiet

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Leipziger Seenlandschaft  

Hier wird die Industriebrache zum Erholungsgebiet

19.06.2015, 10:54 Uhr | Deike Uhtenwoldt, dpa-tmn

Leipziger Seenlandschaft: Hier wird die Industriebrache zum Erholungsgebiet. Künstliche Aufregung: Im Kanupark in Markkleeberg umfasst das Freizeitangebot auch Wildwasserrafting. (Quelle: dpa/Andreas Schmidt / LTM)

Künstliche Aufregung: Im Kanupark in Markkleeberg umfasst das Freizeitangebot auch Wildwasserrafting. (Quelle: Andreas Schmidt / LTM/dpa)

Der Braunkohletagebau hat wüste Landschaften rund um Leipzig hinterlassen, doch die Region macht das Beste daraus. Dank künstlicher Seen und Wanderwegen verwandelt sich die Industriebrache in ein Naherholungsgebiet. Sehen sie die Leipziger Seenlandschaft auch in unserer Foto-Show.

"Die Bayern haben die Berge und die Seen. Wir Leipziger erschaffen sie uns selbst", sagt Henry May vom Bergbau-Technik-Park. Der Gästeführer mit den kräftigen Händen und dem sächsischen Dialekt wäre ein guter Bergmann. Aber den spielt er bloß: "Meine Aufgabe ist es, eine Geschichte zu vermitteln und zum Nachdenken anzuregen."

Wer den Bergbau-Technik-Park im Leipziger Neuseenland besucht, darf getrost alle Vorstellungen von Parklandschaften über Bord werfen. Im Gegenzug bekommt er ein Gefühl für die Gigantomanie des Braunkohletagebaus. Der prägte die Region und verpasst ihr heute ein ganz neues Gesicht. Schaufelradbagger und Absetzer sind die unübersehbaren Hauptakteure im Technik-Park. Heute liegen hier geflutete Tagebaurestlöcher und begrünte frühere Schuttberge.

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So schön: Wandern auf den Abfallberg

Wolfgang Flohr ist überzeugt, dass Leipzig sein eigenes "Wasserwanderland" erschaffen kann. Der Langstreckenwanderer suchte vor zehn Jahren nach einer Tour, die die Besonderheiten der Region verbindet. Ein Jahr später startete er die erste 7-Seen-Wanderung. Heute gibt es Tag und Nacht geführte Touren zwischen 5 und 104 Kilometern Länge.

Einer der bekannten Aussichtspunkte ist die Halde Trages, die höchste Erhebung des Landstrichs. Abfälle des Tagebaus formten die Halde, die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) sanierte und begrünte den Hügel. Für Wolfgang Flohr ist die ehemalige Halde mit ihrem Aussichtsturm ein Lieblingsort. Für den man allerdings eine Durststrecke durchlaufen muss: Zwischen Rötha und Espenhain führt die 7-Seen-Wanderung an der Bundesstraße 95 entlang, vorbei an Strommasten und Agrarlandschaft.

Neuer Wanderweg soll Hauptstraßen meiden

Regionalentwicklerin Claudia Siebeck ändert das gerade. Für den Tourismusverband Region Leipzig konzipiert sie einen neuen Wanderweg. Er soll ebenfalls sieben Seen verbinden, aber Hauptstraßen meiden.

Naturbelassen, abwechslungsreich und gut angebunden soll der neue Weg sein. Er startet im Zentrum des Neuseenlandes, am S-Bahnhof Markkleeberg Mitte direkt am Ufer des Cospudener Sees. Den nennen die Leipziger liebevoll den "Cossi". Aus der Leipziger Innenstadt führt ein Radweg zum See. "Im Sommer liegt hier ganz Leipzig am Strand bei Wassersport, Beachvolleyball und lauter Musik", sagte Siebeck.

Seen kommen und gehen

Radfahrer und Skater lieben den asphaltierten Weg rund um den "Cossi". Aber Siebeck kennt geheimnisvollere Orte. Etwa den heute ausgetrockneten Elsterstausee. Nur ein Bootssteg ins nichts zeugt hier von feuchten Zeiten. Die Pumpe ist abgestellt, das Wasser längst versickert. Anders als die meisten Seen im Leipziger Süden ist er nicht aus dem ehemaligen Tagebau entstanden, sondern diente dem Hochwasserschutz - lange bevor der Tagebau den Grundwasserspiegel absenkte. Seen kommen im Leipziger Raum, und manchmal gehen sie auch wieder.

"Überall, wo ein See entstanden ist, sind auch Dörfer abgebaggert worden", sagt Siebeck. Das lernt man am Platz der verlorenen Orte in Großzössen oder auf der schwimmenden Kulturinsel Vineta im Störmthaler See. Der ist inzwischen Teil eines Gewässerverbunds aus gefluteten Tagebaurestlöchern. Schon heute kommen Bootsfahrer über die Kanupark-Schleuse vom Markkleeberger in den Störmthaler See. Auch Tauchsport ist möglich, aber so viel wollen die Ausflügler meist gar nicht: "Baden, Rad fahren, Wandern, das sind die drei Hauptbedürfnisse der Gäste", sagt Siebeck.

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