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Ein Oktoberfest-ABC: Für Anfänger und Fortgeschrittene

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B wie Bier und Brezn  

Ein Oktoberfest-ABC: Für Anfänger und Fortgeschrittene

13.09.2017, 09:33 Uhr | Sabine Dobel, dpa

Ein Oktoberfest-ABC: Für Anfänger und Fortgeschrittene. Ein Oktoberfest-ABC: Von Anstich bis Zeltschluss (Quelle: dpa/Felix Hörhager)

Wiesnplaymate Patrizia Dinkel hält die wichtigsten "Bs", die die Wiesn zu bieten hat, in den Händen: eine Brezn und ein Bier. (Quelle: Felix Hörhager/dpa)

Noagerl? Gspusi? Italiener-Wochenende? Das Oktoberfest in München ist eine eigene Welt – mit spezieller Sprache und eigenen Gebräuchen. Wissen rund um die Wiesn von A bis Z.

Das Oktoberfest beginnt mit dem Anstich. Aber wann ist Zapfenstreich? Ein Wiesn-ABC – zum 184. Münchner Oktoberfest vom 16. September bis 3. Oktober 2017:

A wie Anstich

Um Punkt 12.00 Uhr sticht der Münchner Oberbürgermeister am ersten Wiesn-Samstag in der Anzapfboxe im Schottenhamel-Zelt das erste Fass an und ruft: "O'zapft is!"

B wie Bier und Brezn 

Bilden eine Art Corporate Identity des Festes. Kein Wiesn-Plakat kommt ohne Bilder von Brezn und Bierkrügen aus.

C wie Camping

Ein Hotspot ist während des Festes der Campingplatz in Thalkirchen. Vorzugsweise Australier leben dort in Zelten. In Campern kommen die Italiener, sie parken gern nah am Festgelände.

D wie Dirndl

Gibt es billig rund ums Festgelände. Mit Landhausmode hatte der Trachtenhype begonnen und über untraditionelle Minidirndl zuletzt zu einem etwas gehobeneren Stil geführt. Insider meinen allerdings: Die Pracht der Tracht verblasst langsam wieder.

E wie Essen

Wagenladungen davon werden verzehrt. Mehr als hundert Ochsen, fast 60 Kälber, gut 360.000 Hendl und mehr als 28 Tonnen gebrannte Mandeln verspeisten hungrige Gäste im Jahr 2016.

F wie Flirten

Flirten gehört zur Wiesn wie Brezn, Bier und Blasmusik.

G wie Gspusi

Klappt es mit dem Flirten, hat man – für mindestens einen Abend – ein Gspusi.

H wie Hügel

Im Winter fahren Kinder mit dem Schlitten hinunter, zur Wiesn-Zeit geht es auf dem Hügel hinter den Zelten nicht gerade jugendfrei zu. Paare kommen sich näher, Wiesngäste erleichtern ihre Blase oder ihren Magen, manche schlafen dort ihren Rausch aus. Mit verstärkten Kontrollen ist hier allerdings mehr Ordnung eingekehrt.

I wie Italiener-Wochenende

Das mittlere der drei Wiesn-Wochenenden gilt traditionell als besucherstärkstes – und Zehntausende italienische Gäste tragen ihren Teil dazu bei.

J wie Jubel

Er brandet auf, wenn der Oberbürgermeister das erste Fass angezapft hat und das Bier endlich in Strömen fließt.

K wie Käferzelt

Hier knutschten die Effenbergs, und zum traditionellen Wiesn-Besuch des FC Bayern bringen die Spieler ihre Frauen mit. Das nach der Wirtsfamilie Käfer benannte Zelt am Ende der Bierstraße ist nobel und das Promi-Zelt Nummer eins.

L wie Lebkuchenherz

Spatzl, Mausi oder der schlichte "Gruß vom Oktoberfest" – wer ohne Lebkuchenherz von der Wiesn nach Hause geht, ist selbst schuld.

M wie Maß

Die Maß ist weiblich und sie wird mit kurzem a und scharfem s gesprochen. Wer "ein Maaaß Bier" bestellt, outet sich sofort als Zugroaster. 6,6 Millionen Maß tranken die Gäste 2016.

N wie Noagerl

Der unappetitliche Rest in der Maß heißt Noagerl und teilt die Welt in drei Typen von Trinkern: Die, die auf den letzten Schluck verzichten, die, die ihn trinken, und die, die ihn gleich in die nächste Maß kippen.

O wie Öffnungszeit

Kompliziert. Ab 9.00 Uhr dürfen Gäste aufs Festgelände. Der Bierausschank beginnt an Wochenenden um 9.00, unter der Woche um 10.00 Uhr. Fahrgeschäfte machen um 10 Uhr auf. Schluss mit Musik und Bier ist je nach Zelt zwischen 22.30 Uhr und 0.30 Uhr, bei den Schaustellern endet der Betreib zwischen 23.30 und 24.00 Uhr.

P wie Prosit der Gemütlichkeit

Es ist der Wiesn-Gassenhauer schlechthin. Wenn er ertönt, heißt es: Hoch die Krüge und gsuffa.

Q wie Quiz

Sind Sie fit für die Wiesn? Sprechen Sie Bayerisch? Vor dem Fest kursieren allerlei Fragebögen, wobei das Abschneiden bei den Tests keinerlei Konsequenz für den Wiesnbesuch hat.

R wie Reservierung

Sie ist an sich kostenfrei, die meisten Zelte verlangen aber den Kauf von Verzehrgutscheinen, etwa für zwei Maß Bier und ein Hendl. Im Internet werden Reservierungen aber zu astronomischen Preisen gehandelt, 3000 bis 6000 Euro für einen Zehnertisch kann man loswerden.

S wie Sicherheit

Alljährlich wird das Sicherheitskonzept angepasst. Seit 2016 sind Taschen und Rucksäcke mit mehr als drei Litern Volumen verboten. Das Festgelände ist eingezäunt. Ordner kontrollieren Besucher an den Eingängen. Zu den Neuerungen 2017 zählt eine Lautsprecheranlage, um Gäste bei Alarm besser zu leiten.

T wie Terrorsorgen

Sie erreichten die Wiesn 2009. Das Terrornetzwerk Al Kaida hatte in einem Drohvideo den Haupteingang des Volksfestes gezeigt. Poller und Betonsperren wurden damals als Schutz vor Angriffen mit Autos installiert. Damals allerdings dachte man an Autobomben. Heute gilt die Sorge auch Lastwagen ohne Sprengstoff.

U wie Umsatz

Wer wie viel verdient auf der Wiesn, ist ein großes Geheimnis. Allerdings müssen die Wirte dieses Jahr ihre Umsätze gegenüber der Stadt offenlegen. Denn um die erhöhten Kosten für die Sicherheit zu finanzieren, werden sie mit einer Umsatzpacht zur Kasse gebeten.

V wie Vollrausch

Auch wenn die Verantwortlichen immer wieder den traditionellen Charakter der Wiesn betonen: Für viele ist sie in erster Linie das größte Bierfest der Welt, das entsprechend oft im Vollrausch endet.

W wie Weinzelt

Kaum zu glauben, aber nicht überall auf der Wiesn gibt es Bier aus Maßkrügen. Im Weinzelt trinkt man – wie der Name schon sagt – Wein. Aber nicht aus dem Maßkrug. Außerdem gibt es Weißbier.

X wie xuffa

Nicht die gebräuchlichste Schreibweise. Aber wenn es zur Wiesn wieder heißt "oans, zwoa, drei...", dann kann der bierselige Münchner "gsuffa" rufen oder eben auch "xuffa". Rein grammatikalisch ist "xuffa" (oder "gsuffa") das Partizip Perfekt von "saufen". Faktisch ist es ein Imperativ und fordert auf, die Maß Bier krachend gegen eine andere zu donnern und einen tiefen Schluck zu nehmen.

Y wie Yokohama und Yangon

Die Wiesn ist ein Exportschlager. Sogar in Yangon in Myanmar und in Yokohama in Japan gibt es ein Oktoberfest.

Zapfenstreich

Um 22.30 Uhr ist in den meisten großen Zelten Schluss: Ab dann gibt es kein Bier mehr. Die letzte Stunde verbringen die Ordnungskräfte vor allem damit, Betrunkene aus den Zelten zu treiben.

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