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Herpes Zoster: Stress kann Gürtelrose auslösen

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Gürtelrose  

Herpes Zoster: Stress kann Gürtelrose auslösen

17.02.2011, 12:15 Uhr | tze, tze

Herpes Zoster: Stress kann Gürtelrose auslösen. Gürtelrose: Herpesviren verursachen einen schmerzhaften Ausschlag. (Foto: imago)

Herpesviren verursachen einen schmerzhaften Ausschlag. (Foto: imago)

Gürtelrose - hinter dem harmlos klingenden Namen verbirgt sich eine sehr unangenehme Viruserkrankung, die gefährliche Komplikationen mit sich bringen kann. Herpes Zoster, so der Fachbegriff für den schmerzhafte Ausschlag, ist kein Seniorenleiden. Er kann auch bei jungen Menschen in Stresssituationen ausbrechen. Das Tückische: Die auslösenden Viren schlummern bei den meisten Menschen jahrelang im Körper. Bald könnte eine neue Impfung vor Gürtelrose schützen.

"Es juckte, brannte und sah fürchterlich aus"

Als sich auf ihrer rechten Brust rote Flecken abzeichneten und sich bis zum Rücken ausbreiteten, dachte die 34-jährige Petra Müller zunächst an eine Allergie. "Es juckte und brannte, und ich hatte das Gefühl als würden die Nerven ständig stimuliert. Nach kurzer Zeit hatte ich starke Schmerzen im Arm und großflächig in der Mitte des Rückens. Es sah fürchterlich aus." Doch erst als der Ausschlag nach einer Woche immer schlimmer wurde, ging sie zum Arzt. Er befand: "Ein typischer Fall von Herpes Zoster." Diese Diagnose überraschte die junge Frau. "Ich habe nie an Gürtelrose gedacht, weil es ja an der Brust angefangen hat."

Erste Anzeichen einer Gürtelrose

Da der rötliche Ausschlag typischerweise an Bauch oder Rücken beginnt und sich wie ein Gürtel um den Rumpf ausbreitet, wird er im Volksmund als Gürtelrose bezeichnet. Aber auch Oberarme, Beine, Hals und das Gesicht können befallen sein. Die Vorboten sind unspezifisch: Man fühlt sich schlapp, bekommt leichtes Fieber und verspürt Schmerzreize im Gesicht oder am Rücken. Hautpartien brennen oder jucken und sind berührungsempfindlich. Dann zeigen sich dort rötliche Flecken, die anschwellen und sich innerhalb von etwa sieben Tagen zu flüssigkeitsgefüllten Bläschen entwickeln. Die Flecken und Bläschen breiten sich wie eine Kette über die Haut aus

Wer Windpocken hatte, kann Gürtelrose bekommen

Ausgelöst wird die Gürtelrose durch das Varicella-Zoster-Virus aus der Familie der Herpes-Viren. Es ist derselbe Erreger, der auch Windpocken auslöst. Hat man diese überstanden, bekommt man sie in der Regel kein zweites Mal - doch das Varicella-Zoster-Virus bleibt im Körper. Experten schätzen, dass rund 90 Prozent der erwachsenen Europäer das Virus in sich tragen. In Nervenkanälen der Wirbelsäule verharrt es im Ruhezustand, um wieder aktiv zu werden, wenn der Körper geschwächt ist. Da die Abwehrkräfte mit zunehmendem Alter nachlassen, bricht Gürtelrose oft bei Alten oder bei chronisch Kranken aus. Bei jüngeren Menschen begünstigt Stress eine Herpes-Zoster-Infektion, aber auch UV-Strahlung, beispielsweise bei intensiven Sonnenbädern, kann die Viren aktivieren. Rund 400.000 Menschen In Deutschland erkranken jährlich an Gürtelrose.

ratgeber.t-online.de: Windpocken und Gürtelrose: Der gleiche Erreger

Stress schwächt Abwehr - freie Bahn für Herpes-Virus

Petra Müller bekam Medikamente verschrieben und eine "Auszeit vom Stress" empfohlen. Der Arzt hielt es für wahrscheinlich, dass die starke Belastung am Arbeitsplatz das Immunsystem der Angestellten geschwächt hatte und das Virus freie Bahn bekam - im wahrsten Sinne, denn es breitet sich entlang der Nervenbahnen aus. "Die Schmerzen waren nach zwei Tagen weg, aber der Ausschlag hat mich noch drei bis vier Wochen begleitet", erinnert sich Müller. Noch heute - sieben Jahre später - verspürt sie in Stresssituationen ein Brennen zwischen den Schulterblättern.  

Gefährliche Komplikationen möglich

Über anhaltende Empfindlichkeit oder sogar Schmerzen klagen viele Betroffene, denn nach Abklingen des Ausschlags können Nervenschäden zurückbleiben. Noch schlimmere Folgen kann Gürtelrose im Gesicht haben: Wenn das Virus den Trigeminusnerv befallen hat, können Bindehautentzündungen, Seh- oder Hörstörungen, Schwindel oder partielle Gesichtslähmungen auftreten. Generell gilt: Je früher man mit den Beschwerden zum Arzt geht, desto besser lässt sich Gürtelrose behandeln.

Gürtelrose-Patienten verbreiten Windpocken

So lange die Bläschen Flüssigkeit absondern, kann ein Gürtelrose-Patient andere anstecken - allerdings nicht mit Gürtelrose, sondern mit Windpocken. Daher sollten Sie sich von Menschen fernhalten, die noch keine Windpocken hatten, ebenso von Schwangeren und Babys. Sobald die Bläschen verkrustet sind, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

Impfung senkt das Risiko für Gürtelrose

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit 2004 für Kinder und Jugendliche die Varicellen-Impfung gegen Windpocken. Werden Windpocken seltener, gibt es auch weniger Fälle vor Gürtelrose. In den USA wird bereits eine spezieller Impfstoff gegen Gürtelrose eingesetzt. Laut einer Studie der amerikanischen Gesundheitsorganisation "Kaiser Permanente" reduziert diese Impfung das Erkrankungsrisiko bei älteren Menschen um die Hälfte. An der Studie nahmen 300.000 Senioren über 60 Jahren teil. Der Impfstoff soll auch in Deutschland auf den Markt kommen.

ratgeber.t-online.de: Gürtelrose behandeln: So finden Sie die richtige Therapie

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