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John McCain: Trumps schlimmster Parteifreund

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US-Senator John McCain  

Trumps schlimmster Parteifreund

26.09.2017, 09:02 Uhr | Julie Pace, Laurie Kellman, AP

John McCain: Trumps schlimmster Parteifreund. Der republikanische US-Senator John McCain sorgt mit großer Wahrscheinlichkeit dafür, dass gegen den Willen von Präsident Donald Trump Obamacare bestehen bleibt. (Quelle: dpa/EPA/FRANCK ROBICHON/POOL)

Der republikanische US-Senator John McCain sorgt mit großer Wahrscheinlichkeit dafür, dass gegen den Willen von Präsident Donald Trump Obamacare bestehen bleibt. (Quelle: EPA/FRANCK ROBICHON/POOL/dpa)

John McCain hat Vietnamkrieg und Krebs überlebt. Jetzt rettet er schwerkrank zum Frust seiner Republikaner Obamacare vor der Abschaffung. McCains Ziel: Republikaner und Demokraten wieder zur Zusammenarbeit zu bewegen.

Es war eine Gratwanderung zwischen Parteiloyalität und Überzeugung - und John McCain entschied so, wie seine engsten Vertrauten es erwartet hatten. Der republikanische Senator kündigte an, den von seinen Parteifreunden eingebrachten Senatsentwurf zur Abschaffung von Obamacare nicht mitzutragen.

Da am Montag auch McCains Amtskollegin Susan Collins entschied, nicht für die Maßnahme stimmen zu wollen, scheiterte damit jedenfalls vorerst der Vorstoß der Partei, die Gesundheitsgesetzgebung der Vorgängerregierung unter Barack Obama zu kippen.

In diesen Tagen sollte im Senat eigentlich über den Entwurf abgestimmt werden, nachdem bereits frühere Anläufe fehlgeschlagen waren. Doch die mangelnde Zustimmung in den eigenen Reihen bringt die Republikaner ins Straucheln - ob es zu dem Votum kommen wird, ist derzeit unklar. Dabei hatte Obamas Amtsnachfolger Donald Trump im Wahlkampf wiederholt versprochen, diese Art der Gesundheitsvorsorge abzuschaffen.

Seine Entscheidung sei McCain schwergefallen, heißt es aus Kreisen des Senators. Doch: "Wenn er das unterstützt hätte, würde er seine ganze Botschaft demontieren, die er seinen Kollegen - sowohl Demokraten als auch Republikanern - vermitteln wollte", erklärt der McCain-Vertraute Rick Davis. Der Senator wolle Zusammenarbeit mit den Demokraten, keinen Alleingang seiner Partei.

Krebserkrankung mit düsterer Prognose

Obwohl der Gesetzesvorstoß von seinem Freund Lindsey Graham kam, sei McCain in seiner Entscheidung von der Überzeugung getrieben worden, "den Senat zu mehr Einvernehmen und Parteizusammenarbeit zu bewegen", sagte Davis. Die Integrität der Senatsarbeit, zu der Debatten und Kompromisse zählten, sei ihm wirklich wichtig.

McCain hatte sich bereits bei einem vorherigen Entwurf quergestellt. Der 81-Jährige Politiker aus Arizona ist entschlossen, seinen politischen Auftrag voll und ganz zu erfüllen - trotz einer Krebserkrankung mit düsterer Prognose. Seit seiner Rückkehr nach Washington nach einer Hirntumor-Operation im Sommer gilt es als seine Mission, seine Arbeit nicht zu stark unter der Therapie leiden zu lassen.

Fit trotz Krebserkrankung

Die Versuche seiner Partei, den sogenannten Affordable Care Act Obamas ohne große Anhörungen und Debatten zu ersetzen, bemängelte McCain bereits seit Längerem. In einer schriftlichen Erklärung betonte er nun am Freitag: Er glaube daran, dass eine bessere Zusammenarbeit möglich wäre, aber dass es noch keine wirklichen Anstrengungen dazu gegeben habe.

Dass McCain trotz seiner schweren Krankheit offenbar fit genug ist, sich derart einzubringen, überrascht viele Beobachter. Im Sommer gab der Senator bekannt, dass er an einem aggressiven und häufig tödlichen Tumor leidet - der gleiche Typ, an dem Senator Edward M. Kennedy 2009 starb und dem auch der Sohn des damaligen Vizepräsidenten Joe Biden 2015 erlag. Biden gehört nun zu jenen Kollegen, die nach der Diagnose in Kontakt mit McCain gestanden haben.

"Was dieser Mann schon durchgemacht hat"

Diesem war es gar nicht recht, dass seine Rückkehr nach Washington wie ein Melodram behandelt wurde. Und seine Freunde achten darauf, mit dem Politiker nicht wie mit einem Sterbenskranken umzugehen. Bei einem Treffen der Familie und ein paar Kollegen auf McCains Ranch in Arizona in diesem Sommer war die Stimmung entspannt, und der Senator schloss sich auch bei Spaziergängen an.

"Was dieser Mann in seinem Leben schon durchgemacht hat, verleiht ihm eine ruhige und bedachte Haltung dem Tod gegenüber", sagt Berater Charlie Black. "Er glaubt, dass er ihm schon viele Male entkommen ist und dies vielleicht noch einmal tut."

Immer wieder überlebt

Scheinbar ausweglosen Situationen zu entrinnen, zieht sich wie ein roter Faden durch McCains Leben und prägte auch seine politische Laufbahn. Als Marinepilot überlebte McCain im Vietnamkrieg einen Brand, der 134 Soldaten an Bord der "USS Forrestal" tötete. Nachdem sein Flugzeug über Hanoi abgeschossen wurde, stand er fünf Jahre Kriegsgefangenschaft durch. Später bezwang er mehrmals gefährlichen Hautkrebs.

Gleichwohl zwingt die neue Therapie McCain zu Kompromissen. Nach einer ersten Chemotherapie-Runde in Phoenix zog der Senator gemeinsam mit seiner Frau Cindy nach Washington, um hier in der Hauptstadt die weitere Behandlung anzugehen. Die Wochenenden verbringt er nun in Washington statt in Arizona.

"Die Bürger bekommen etwas für ihr Geld"

Freunde beobachten auch, dass McCain nachmittags leichter ermüdet. Deshalb bemühen sich die Mitarbeiter, die Arbeit stärker auf den Vormittag und Mittag zu schieben - was bei den oftmals späten Aktivitäten des Senats schwierig ist. McCain halte aber so weit möglich an seinem Programm fest, betonen Berater. "Die Bürger von Arizona bekommen etwas für ihr Geld", resümiert McCain-Freund Steve Duprey.

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