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Mysteriöser Tod in Russland: Enthüllungsjournalist fällt aus dem Fenster

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Mysteriöser Tod  

Russischer Enthüllungsjournalist fällt aus dem Fenster

16.04.2018, 14:24 Uhr | so, AP, t-online.de

Mysteriöser Tod in Russland: Enthüllungsjournalist fällt aus dem Fenster. Maxim Borodin: Der Journalist starb am Sonntag nach einem Sturz aus dem Fenster seiner Wohnung in Jekaterinburg. (Quelle: Facebook)

Maxim Borodin: Der Journalist starb am Sonntag nach einem Sturz aus dem Fenster seiner Wohnung in Jekaterinburg. (Quelle: Facebook)

Maxim Borodin stirbt nach dem Sturz aus dem Fenster seiner Wohnung. Der russische Enthüllungsjournalist berichtete als Erster über den Einsatz russischer Söldner in Syrien. Sein Tod wirft viele Fragen auf.

Enthüllungsjournalist Maxim Borodin starb am vergangenen Sonntag im Krankenhaus nach einem Sturz aus dem Fenster seiner Wohnung in Jekaterinburg. Drei Tage zuvor wurde der 32-Jährige bewusstlos von Nachbarn aufgefunden. Ob es sich um Selbstmord handelte, ist bislang nicht geklärt.

Illegale Einsätze russischer Söldnertruppen

Maxim Borodin schrieb als Erster über den Einsatz russischer Söldner in Syrien. Eine zwielichtige russische Firma soll Tausende Söldner nach Syrien gebracht haben. Am 7. Februar überquerten Hunderte Soldaten den Euphrat, der zu diesem Zeitpunkt die Demarkationslinie zwischen den Einflusszonen Russlands und den USA war. Die russische Truppe wollte laut Medienberichten ein durch die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) kontrolliertes Erdölfeld für sich gewinnen. Die SDF wird von den USA unterstützt. Am selben Tag sind die russischen Soldaten nach einem US-Luftschlag ums Leben gekommen. Die russische Regierung dementierte die Teilnahme russischer Soldaten in der militärischen Intervention. Söldnertruppen sind in Russland offiziell verboten.

"Putins Koch" soll hinter Söldnergruppe stehen

Der russische Enthüllungsjournalist berichtete über den Einsatz für die Internetagentur Nowy Den. Die Truppe soll, nach Borodins Berichten, aus Söldnern der russischen "Gruppe Wagner" bestanden haben. Diese war laut Medienberichten während der Machtübernahme auf der Krim und später in der Ostukraine im Einsatz. Nach Recherchen der russischen Mediengruppe RBK soll die Gruppe dem Unternehmer Jewgeni Prigoschin gehören, der als "Putins Koch" bekannt ist. Er wurde im Februar in den USA angeklagt, weil er die "Trollfirma" finanziert haben soll, die im Verdacht der versuchten Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahl 2016 steht.

Zweifel an Selbstmord

Borodin hat regelmäßig über Korruption geschrieben. Dass sich der russische Enthüllungsjournalist selbst umgebracht hat, bezweifeln viele. Der Arbeitgeber des verstorbenen Journalisten, Nowy Den, geht davon aus, dass es sich weder um einen Zufall noch um einen Selbstmord handle, so die Chefredakteurin Polina Rumjanzewa. Auch Journalistin Julia Davis hatte auf Twitter geschrieben, dass der Journalist nicht zu den Personen gehört, die Selbstmord begehen würden.

Freunde von Maxim Borodin berichten, dass er ihnen einen Tag vor seinem Tod mitgeteilt hat, dass Menschen in Militärbekleidung vor seiner Wohnung stehen. Einer von ihnen soll bewaffnet gewesen sein. Später habe Borodin erneut angerufen und sagte, es handle sich um eine Trainingseinheit.

Es ist nicht der erste Tod eines Enthüllungsjournalisten in Russland. 2006 wurde Anna Politkowskaja im Aufzug ihres Wohnhauses in Moskau ermordet. Sie schrieb über den Krieg in Tschetschenien und über Korruption im russischen Verteidigungsministerium.

Verwendete Quellen:

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