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Donald Trump: "Regierung arbeitet wie fein justierte Maschine"

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Trump mit denkwürdigem Auftritt  

"Die Regierung arbeitet wie eine fein justierte Maschine"

17.02.2017, 07:11 Uhr | Von Maren Hennemuth und Michael Donhauser, dpa

Donald Trump: "Regierung arbeitet wie fein justierte Maschine". Donald Trump bei der denkwürdigen Pressekonferenz am Donnerstag. (Quelle: dpa)

Donald Trump bei der denkwürdigen Pressekonferenz am Donnerstag. (Quelle: dpa)

Was war das? Ein Wahlkampfauftritt? Eine Bilanz? Ein Gesprächsangebot? Eine erneute Kriegserklärung an die Medien? Donald Trump hat am Donnerstag - kurzfristig und überraschend anberaumt - eine Pressekonferenz gegeben, wie sie das Weiße Haus noch nicht erlebt hat.

Alles wurde geboten vom nicht mehr ganz so neuen US-Präsidenten: hastige Erklärungsversuche, harte Angriffe, wirre Phrasen, dann wieder kurze Momente ernsthafter Nachdenklichkeit und väterlicher Gönnerhaftigkeit.

Die vergangenen Wochen müssen an Trump gezehrt haben: erst der vor Gericht durchgefallene Einreise- und Flüchtlingsstopp, dann die Dauerdebatte um die Russland-Kontakte des inzwischen geschassten Sicherheitsberaters Michael Flynn, die zunehmende Kritik aus der eigenen Partei, verheerende Umfragewerte in den USA. Donald Trumps erste vier Wochen im Weißen Haus waren ein einziger Fehlschlag, nein, eine Serie von Fehlschlägen; von Chaos ist die Rede, von Hauen und Stechen innerhalb seines innersten Zirkels, von Ratlosigkeit in den teils noch immer führungslosen Ministerien.

Von wem stammt das Chaos?

Angesichts dessen wirkt Trump wie ein der Realität längst entrückter Märchenkönig, wenn er selbst dazu sagt: "Diese Regierung arbeitet wie eine fein justierte Maschine." Die Bilanz sei makellos, kaum eine Regierung habe jemals so schnell so viel geschafft wie seine. Schließlich habe er ein Chaos geerbt, das es nun aufzuräumen gelte.

Menschen, die sich auskennen im Weißen Haus, zeichnen ein anderes Bild: Trump und seine Leute haben das Chaos entfacht. Und inmitten dessen geriert er sich wie ein strenger Herrscher, der sich nicht sehr erfolgreich um Milde bemüht. Er wirkt bei der Pressekonferenz völlig entfesselt, klingt in Teilen wieder ganz so, als stünde die Präsidentschaftswahl erst noch bevor.

Eigentlich ist er hergekommen, weil er einen neuen Kandidaten für das Arbeitsministerium präsentieren sollte. Der ursprüngliche Anwärter Andy Puzder hatte seine Kandidatur zurückgezogen, weil ihm eine Niederlage im Senat sicher gewesen wäre.

Er wischt alles weg

Aber darum ging es nur kurz. Der Präsident kam, um abzurechnen: mit den Medien, mit seinen Kritikern. Mit all jenen, die sagen, es laufe nicht rund.

Trump wagt sich in die Offensive, und er tut das so, wie er es auch im Wahlkampf immer wieder gemacht hatte: Er wischt alles weg. Das eigentliche Problem seien die gesetzeswidrigen Indiskretionen, die ständigen "leaks", für die er die Geheimdienste verantwortlich macht. Und natürlich die Medien, die sich mitschuldig machten, weil sie alles verbreiten würden.

Die Berichte, Mitglieder seines Wahlkampfteams hätten Kontakte zu russischen Vertretern unterhalten, nennt der Präsident "fake news".

Er spricht nicht zu den Journalisten im Raum, er spricht über sie, das eigentliche Publikum sind seine Anhänger draußen im Land. Das machte er am Donnerstag selbst zu Anfang klar, als er sagte, er wolle sich direkt an das amerikanische Volk wenden, weil die Medien nicht die Wahrheit berichten würden.

Im Nahkampf

Dann aber der Bruch: Plötzlich ging er in den Nahkampf, ließ fast genüsslich Nachfragen zu. Jim Acosta, vom Sender CNN, dem er noch vor kurzem das Wort abschnitt, durfte mehrmals nachfragen. Trump lieferte sich Wortgefechte, an einigen Stellen dozierte er, wurde für seine Verhältnisse fast philosophisch.

Trumps Verhältnis zu den Medien ist kompliziert, er missachtet viele der traditionellen Häuser und macht daraus keinen Hehl. Dann wieder überschüttet er sie mit Lob. Auch das war am gestrigen Donnerstag nicht anders.

Mal sprach er mit den anwesenden Reportern, als stünden sie auf Augenhöhe, mal mimte er den strengen Lehrer, als er einer Journalistin befahl, sich beim Stellen ihrer Frage zu erheben. Dann wieder lobte er andere für den Tiefgang ihrer Fragen. Einen Reporter, der ihn zu antisemitischen Strömungen unter seinen Anhängern befragt, bezichtigte er, Lügen verbreiten zu wollen: "Willkommen in der Medienwelt. So ist sie, die Presse."

"Die Informationen wurden mir gegeben"

Trump selbst spielte mit den Fakten, verdrehte sie, wie es ihm passte. Aber zumindest bei einer Sache kam er damit nicht durch. Immer wieder behauptete er fälschlicherweise, er habe so viele Stimmen von Wahlleuten bekommen wie seit Ronald Reagan niemand mehr.

Das stimmt nachweislich nicht, schon der Republikaner George H.W. Bush kam 1988 auf 426 Wahlleute; Trump holte 304. Als ihn ein Journalist darauf ansprach, geriet Trump in Erklärungsnot. "Die Informationen wurden mir gegeben", sagte er.

Es war ein denkwürdiger, skurriler Auftritt. Der CNN-Journalist Brian Stelter analysierte treffend: Trump lebe in einer Reality-Show, die er selbst kreiert habe.

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