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Donald Trump löst Beraterkreise im Weißen Haus auf

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Unterstützer flohen reihenweise  

Trump zieht Notbremse und löst Beraterkreise auf

16.08.2017, 21:14 Uhr | dru, dpa, rtr

Donald Trump löst Beraterkreise im Weißen Haus auf. Verliert mehr und mehr Berater: US-Präsident Donald Trump. (Quelle: Reuters/Kevin Lamarque)

Verliert mehr und mehr Berater: US-Präsident Donald Trump. (Quelle: Kevin Lamarque/Reuters)

Donald Trump gehen langsam die Unterstützer aus. Aus Kritik an dessen Haltung zur Gewalt in Charlottesville hatten sich in den letzten Tagen mehrere Berater von ihm distanziert. Nun löste der US-Präsident kurzerhand zwei Beraterkreise im Weißen Haus auf.

Trump gab den Schritt am Mittwoch auf Twitter bekannt. Kurz zuvor war allerdings bekanntgeworden, dass eines der beiden Gremien – das Strategie- und Politikforum – von sich aus die Arbeit einstellen wollte. Die Gruppe um den Chef der Investmentgesellschaft Blackstone, Stephen A. Schwarzman, IBM-Präsidentin Ginni Rometty und den Boss der Fondsgesellschaft BlackRock, Laurence D. Fink, beschloss am Morgen (Ortszeit), das Gremium geschlossen zu verlassen. Trump kam dem zuvor und zog selbst die Notbremse.

Auch im Fall des anderen Kreises, des Industrierates, war am Mittwoch ein ähnlicher Schritt erwartet worden. Aus dem Gremium hatten sich in den vergangenen Tagen bereits reihenweise Mitglieder verabschiedet, darunter der Vorstandschef des Pharmaherstellers Merck, Kenneth Frazier, und Intel-Chef Brian Krzanich. Alle begründeten dies mit Trumps Haltung zu Charlottesville.

"Statt Druck auf die Geschäftsleute des Industrierates und des Strategie- und Politikforums auszuüben, beende ich beide", schrieb Trump. "Vielen Dank an alle."

US-Medien zitierten einen CEO mit den Worten: "Angesichts der Kommentare der vergangenen Tage wollte niemand weiterhin als ein Unterstützer dieser Art von Entzweiung gelten." Die Kreise hatten sich bisher nur selten getroffen. Sie hatten keine Entscheidungsmacht und waren von Trump eher gedacht, um medienwirksam seine Nähe zur Wirtschaft zu demonstrieren.

Trump stellt Gewalttäter und Neonazis auf eine Stufe

Bei einem Neonazi-Aufmarsch am Samstag im Bundesstaat Virginia war ein mutmaßlicher Rechtsextremist in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren, hatte dabei eine Frau getötet und mehrere Teilnehmer schwer verletzt. Zudem kam es auch zu schweren Zusammenstößen. Trump löste seitdem parteiübergreifend Kritik aus, weil er rassistische Gewalttäter und Gegendemonstranten gleichermaßen verantwortlich machte statt die Rechtsradikalen ausdrücklich zu verurteilen.

"Es gab auf der einen Seite eine Gruppe, die schlimm war, und es gab auf der anderen Seite eine Gruppe, die ebenfalls sehr gewalttätig war", sagte Trump. Er wolle nicht moralisch urteilen, sagte Trump.

Der Top-Republikaner im Abgeordnetenhaus, Paul Ryan, twitterte danach: "Wir müssen uns im Klaren sein. Die Bewegung der Weißen Vorherrschaft ist abstoßend. Diese Bigotterie geht gegen alles, wofür dieses Land steht. Es darf da keine moralische Mehrdeutigkeit geben."

Der republikanische Senator Floridas, Marc Rubio, richtete auf Twitter direkt seine Worte an Trump: "Sie können den weißen Rassisten nicht erlauben, nur einen Teil der Schuld zu tragen. Sie unterstützen Ideen, die dieser Nation und der Welt so viel Schmerz zufügen."

Vater und Sohn Bush gegen Hass und Fanatismus

Die früheren US-Präsidenten George H.W. und George W. Bush riefen eindringlich zu Widerstand gegen Hass und Fanatismus auf. "Amerika muss ethnische Eiferei, Antisemitismus und Hass immer und in jeder Form zurückweisen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Charlottesville erinnere an die in der Unabhängigkeitserklärung verankerten Werte: die Gleichheit aller Menschen und die Unveräußerlichkeit ihrer Rechte, heißt es weiter. "Wir wissen, dass diese Wahrheiten ewig währen, weil wir den Anstand und die Größe unseres Landes kennengelernt haben." Vater und Sohn Bush waren die US-Präsidenten 41 und 43.

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