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Sprengstoff-Experte zum BVB-Attentat: "War wohl selbstgemachter Sprengstoff"

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Explosions-Experte im Interview  

"Es war wohl selbstgemachter Sprengstoff"

12.04.2017, 21:02 Uhr | Michael Ginsburg, t-online.de

Sprengstoff-Experte zum BVB-Attentat: "War wohl selbstgemachter Sprengstoff". Die zerstörte Scheibe des Mannschaftsbusses von Borussia Dortmund. (Quelle: dpa/Bernd Thissen)

Die zerstörte Scheibe des Mannschaftsbusses von Borussia Dortmund. (Quelle: Bernd Thissen/dpa)

Nach dem Anschlag auf den BVB-Teambus hält sich die Polizei zur Art der Bombe bedeckt. t-online.de sprach mit dem Spezialisten Prof. Norbert Gebbeken von der Universität der Bundeswehr in München über die Explosion. Als Experte für Sprengstoff-Wirkung berät er zahlreiche Ministerien, Ämter, Firmen und Bauherren.

t-online.de: Herr Gebbeken, Sie haben die Bilder des beschädigten Busses gesehen. Was können Sie über die Bombe sagen?

Norbert Gebbeken: Alles deutet auf eine sehr kleine Sprengladung hin. Doch die Metallstifte, die in der Bombe verbaut wurden, waren sehr schnell. Die Täter haben es offenbar darauf angelegt, dass die Stifte streuen und somit ihre volle Wirkung entfalten. Ich fürchte, dass da Leute am Werk waren, die genau wussten, was sie tun.

Wie kommen Sie darauf?

Um so einen Anschlag durchzuführen, muss man sich vorher genau Gedanken machen: Wie kann ich den Sprengstoff erzeugen. Und man muss auch wissen, wie man auch mit wenig Sprengstoff diese Metallstifte maximal beschleunigen kann. Klar ist, dass dahinter eine große kriminelle Energie steht und die Täter zumindest den Tod von Menschen in Kauf genommen haben. Das war kein Dummejungenstreich und auch keine Tat, die Besoffene tun. Sie wussten, wie man die Bombe so baut, damit die Explosion ausreicht, um sie zu einer ernsten Gefahr werden zu lassen.

Ist es schwer, eine solche Menge Sprengstoff zu produzieren?

Nein, das ist ja das Problem. Sie können mit ganz einfachen Mitteln eine Sprengwirkung erzeugen. Das muss ja kein hochbrisanter Sprengstoff mit maximaler Wirkung sein, wie etwa C4, TNT oder PETN. Das brauchen sie auch nicht. Um eine gefährliche Sprengwirkung zu erzielen, könnte man auch Gas nehmen. Die Explosion ist hierbei nicht so stark, erzielt aber trotzdem eine tödliche Wirkung. Die Metallteile werden so schnell, dass sie Glas und Metall durchdringen, vom menschlichen Körper ganz zu schweigen.

Können Sie anhand der Bilder etwas zur Sprengstoff-Art sagen?

Nein, dafür muss man die Überreste untersuchen. Aber es wäre plausibel anzunehmen, dass es sich hierbei um einen selbstgemachten Sprengstoff handelt. Es könnten theoretisch auch Gasflaschen gewesen sein, da bräuchte man jedoch erheblichen Druck. Aber auch mit Gasen ist eine tödliche Explosion möglich.

Warum ist der Bus stärker im oberen Teil beschädigt und weniger im unteren Teil?

Das liegt an der Platzierung der Bombe. Wenn die Bombe genau so platziert wurde, dann haben sie auch mit sehr wenigen Splittern die maximale Wirkung auf den Bus. Auch das spricht für eine präzise Vorbereitung der Täter. Norbert Gebbeken forscht zum baulichen Schutz der Bevölkerung vor Terrorismus. (Quelle: privat)Norbert Gebbeken forscht zum baulichen Schutz der Bevölkerung vor Terrorismus. (Quelle: privat)

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