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Presse zur Niedersachsen-Wahl: "Merkel ist in Endphase ihrer langen Spielzeit"

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Presseecho zur Niedersachsen-Wahl  

"Wahrscheinlich ist Merkel in der Endphase"

16.10.2017, 13:07 Uhr | dru, t-online.de

Presse zur Niedersachsen-Wahl: "Merkel ist in Endphase ihrer langen Spielzeit". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag. (Quelle: dpa/Bernd Von Jutrczenka)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag. (Quelle: Bernd Von Jutrczenka/dpa)

Die Kanzlerin angezählt, die Sozialdemokratie noch nicht tot: So lautet der Tenor vieler Kommentare nach der Landtagswahl in Niedersachsen. Weitere Themen sind das insgesamt starke Abschneiden der Volksparteien und das Schwächeln der AfD. Ein Überblick über das Presseecho.

Für die "Stuttgarter Nachrichten" ist Merkels unangefochtener Anspruch auf die Parteiführung ins Wanken geraten: "Merkels dickfelliger Umgang mit dem 32,9-Prozent-Schlag bei der Bundestagswahl dürfte dazu beigetragen haben, dass Althusmann einen Erfolg verpasste, der lange zum Greifen nahe schien. Die mühsam unterdrückte Debatte in der CDU, welchen Kurs die Partei einschlagen soll und wie lange Merkel die beste Führungskraft ist, könnte nun offen ausbrechen."

Auch der italienische "Corriere della Sera" sieht Merkel geschwächt. Die Verhandlungen im Bund über eine neue Koalition würden mit einer Kanzlerin in der Defensive beginnen. "Sie bleibt unumgänglich, aber nicht unbesiegbar, wahrscheinlich ist sie in die Endphase ihrer langen Spielzeit eingetreten", so das Blatt aus Mailand.

Die "Nordwest-Zeitung" aus Oldenburg geht ebenfalls hart mit der Union ins Gericht: "Nach dem realitätsfernen Auftritt Peter Taubers am Sonntagabend kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man im Berliner CDU-Raumschiff noch nicht mitbekommen hat, dass die Kapelle der Titanic längst begonnen hat, den letzten Walzer zu spielen. Vier Mal war die Kanzlerin in Niedersachsen auf Wahlkampftour – gebracht hat es nichts. Im Gegenteil."

SPD kann schlechte Umfragewerte doch übertreffen

"Die deutsche Sozialdemokratie ist immer noch am Leben", kommentiert die "Frankfurter Rundschau" das starke Abschneiden der SPD. Die Partei könne die schlechten Umfragen vom Beginn eines Wahlkampfes auch übertreffen, statt sie noch zu unterbieten, könne mehr als mithalten mit einer CDU, die schon fast erschien wie das einzig verbliebene Fossil aus der Zeit der sogenannten Volksparteien.

"Offenbar haben die Sozialdemokraten zumindest im Ansatz verstanden und vermittelt, dass sie sich endlich wieder als Alternative zur wirtschaftlich, sozial und ökologisch viel zu reformfaulen Politik der Kanzlerin profilieren müssen und wollen", schreibt das Blatt weiter. "Hannover ist ein vorsichtiges Zeichen dafür, dass man mit der Merkel-Union nur dann bei den Zahlen wieder konkurrieren kann, wenn man bei den Inhalten auf Distanz zu ihr geht. Ein schwerer Fehler wäre es deshalb, zöge die SPD eine Koalition mit der CDU auch nur in Betracht."

Die "Freie Presse" aus Chemnitz hebt auf das starke Abschneiden der Volksparteien ab: "CDU und SPD haben zusammen mehr als 70 Prozent der Stimmen eingesammelt, deutlich mehr als jüngst im Bundestag, wo sie gemeinsam nur knapp über 53 Prozent kamen. Das Ergebnis von Hannover zeigt, dass es vorschnell wäre, die Volksparteien als Auslaufmodell abzuschreiben."

Ähnlich sieht es der stellvertretende Chefredakteur von t-online.de: "Ungeachtet aller politischer Ränkespiele und Spekulationen um die neue mögliche Regierung kann dieser Wahlausgang eine therapeutische Wirkung auf Deutschland haben. Denn er zeigt, wo die großen Volksparteien hart miteinander diskutieren und streiten, bleiben die Ränder schwach und Erfolgsmeldungen von Extremen werden uns erspart", schreibt Jan Hollitzer in seinem Kommentar.

"Althusmann blieb ein wenig zu blass"

Die Zeitung "Die Welt" kommentiert: "Stephan Weil und Boris Pistorius gehören zu den besten Sozialdemokraten in Regierungsverantwortung. Bernd Althusmann blieb dagegen ein wenig zu blass in diesem Wahlkampf und konnte kaum eigene Akzente setzen. Das ist geradezu tragisch für den exzellenten Landesverband der CDU, der sowohl personell als auch programmatisch eine der lebensweltlichen und intellektuellen Herzkammern der Union ist. Die Partei ist absolut regierungsfähig, ebenso wie die von Stefan Birkner geführte, modern liberale FDP. Aber Menschen wählen am Ende Menschen, und da dürfte Weil die Nase vorn haben."

Die "Süddeutsche Zeitung" warnt trotz des vergleichsweise schwachen Abschneidens der AfD vor einem Abgesang: "Es ist noch lange nicht Zeit für Entwarnung. Wer so tut, als bahne sich drei Wochen nach der Bundestagswahl schon wieder so etwas wie eine Normalisierung und Entneonazifizierung an, der macht einen schweren Fehler und wiegt sich in einer Sicherheit, die das Wahlergebnis von Niedersachsen nicht hergeben kann. Wichtig am Ergebnis ist vor allem dies: Es zeigt, dass die AfD kleiner wird, wenn es eine Polarisierung zwischen SPD und CDU gibt."

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