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Aurich: 91-Jährige Erpresserin zu Bewährungsstrafe verdonnert

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Entführung in Ostfriesland  

91-jährige Erpresserin zu Bewährungsstrafe verdonnert

06.02.2017, 19:35 Uhr | dpa

Aurich: 91-Jährige Erpresserin zu Bewährungsstrafe verdonnert. Eine alte Dame ist in Aurich wegen erpresserischen Menschenraubs und besonders schwerer räuberischer Erpressung verurteilt worden. (Quelle: dpa)

Eine alte Dame ist in Aurich wegen erpresserischen Menschenraubs und besonders schwerer räuberischer Erpressung verurteilt worden. (Quelle: dpa)

Kein Kavaliersdelikt: Wegen erpresserischen Menschenraubs und besonders schwerer räuberischer Erpressung musste sich eine 91-jährige Frau vor dem Landgericht von Aurich verantworten. Jetzt ist das Urteil gefallen: Die Seniorin wurde als Helferin zu zwei Jahren auf Bewährung verdonnert.  

Als die kleine, weißhaarige Frau den Gerichtssaal betritt, muss sie sich an jeder Stuhllehne abstützen. Die 91-Jährige wirkt gebrechlich, aber gefasst, als das Landgericht das Urteil verkündet: Wegen Beihilfe zum erpresserischen Menschenraub wird die Frau zu zwei Jahren Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldbuße von 3000 Euro verurteilt.

Das Gericht nahm ihr nicht ab, dass sie von der Entführung eines Reeders nichts gewusst haben will. "Wenn Sie das geglaubt haben, glauben Sie auch an den Weihnachtsmann", sagte der Richter.

Mehrjährige Haftstrafen für Mitangeklagte 

Einen der drei Mitangeklagten verurteilte das Gericht ebenfalls zu einer Bewährungsstrafe, gegen die anderen beiden Männer wurden Haftstrafen von zweieinhalb Jahren sowie sechs Jahren und vier Monaten verhängt.

Als Drahtzieher der Entführung gilt der Sohn der Frau. Das Verfahren gegen den 67-Jährigen wurde aus Krankheitsgründen abgetrennt.

Entführung bei fingierter Polizeikontrolle 

Der Reeder wurde im April 2016 bei einer fingierten Polizeikontrolle auf dem Weg zur Arbeit entführt. Das geforderte Geld von einer Million Euro wurde zwar zunächst an die 91-Jährige überwiesen, von der Bank aber wieder zurückgebucht. Das Opfer war in der Zwischenzeit freigekommen.

Der erste Versuch, den Reeder zu entführen, scheiterte noch, denn das Opfer hatte einen Beifahrer dabei. Am Tag darauf jedoch gelingt die vermeintliche Verkehrskontrolle, die die in Polizeiuniformen verkleideten Täter vorspielen: Sie überwältigen den Reeder, bringen ihn mit verbundenen Augen in eine Ferienwohnung.

Entführungsopfer kann Täter beschwatzen 

Die maskierten Entführer zwingen ihr Opfer sich auszuziehen, verpassen ihm Schläge, drohen mit einem Messer sein Ohr abzuschneiden, sollte er einen Schuldschein über eine Million Euro nicht unterschreiben. Dieser willigt schließlich ein und ruft einen Freund an, der das Geld auf das Konto der 91-Jährigen überweist. Der Bekannte vermutet jedoch eine Entführung und alarmiert die Polizei.

Die 91-Jährige kündigte ihrer Bank den Zahlungseingang an, mit der Erklärung, es handele sich um eine Erbschaft aus Frankreich. Als sie erfährt, dass das Geld erst später abgehoben werden kann, geraten die Pläne durcheinander. Ihr Sohn weist die Komplizen an, die Freilassung herauszuzögern. Diese aber werden misstrauisch, trinken Whiskey mit dem Entführten und lassen sich überzeugen, ihn gegen eine künftige Zahlung von 100.000 Euro freizulassen.

U-Haft zeigt Spuren 

Nach der Freilassung führen die Aussage des Reeders, DNA-Spuren sowie Fotos misstrauisch gewordener Anwohner zur Festnahme von insgesamt sechs Beteiligten.

Einer der Angeklagten verfolgt das Urteil im Rollstuhl sitzend. Die gesundheitlichen Auswirkungen der Untersuchungshaft seien unter anderem Grund für das milde Urteil, eine Bewährungsstrafe, erläutert der Richter.

Die Haftstrafen gegen die anderen Männer begründet er mit der professionellen Ausführung der Tat sowie den vielfachen Vorstrafen - einer der Angeklagten war zuvor bereits sieben Mal verurteilt worden. 

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