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Thailand: 85-Jähriger zweifelt an Legende und wird angeklagt

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15 Jahre Haft drohen  

85-jähriger Thailänder zweifelt an Legende und wird angeklagt

09.10.2017, 12:10 Uhr | AP

Thailand: 85-Jähriger zweifelt an Legende und wird angeklagt. Dem Thailänder Sulak Sivaraksa drohen wegen Majestätsbeleidigung bis zu 15 Jahre Haft. (Quelle: AP/dpa/Sakchai Lalit)

Dem Thailänder Sulak Sivaraksa drohen wegen Majestätsbeleidigung bis zu 15 Jahre Haft. (Quelle: Sakchai Lalit/AP/dpa)

Dem 85-jährigen Thailänder Sulak Sivaraksa drohen wegen Beleidigung des Königshauses 15 Jahre Haft. Die Polizei eskortierte ihn am Montag zu einem Militärgericht in Bangkok, wo er offiziell beschuldigt wurde. 

Die Vorwürfe gehen zurück auf einen Vortrag, den Sulak 2014 hielt. Darin hinterfragte er, ob ein thailändischer König vor mehr als 400 Jahren tatsächlich einen Feind auf dem Rücken eines Kriegselefanten besiegte. Sulak sagte, er wisse nicht, warum der Fall so lange nach seiner Rede vor Gericht komme. "Vielleicht mögen sie mich nicht, weil ich nie den Mund halte", erklärte er. Er sage die Wahrheit, das sei seine Pflicht.

Gesetz gegen Majestätsbeleidigung

Die Klage stützt sich auf das Gesetz gegen Majestätsbeleidigung, das bei Verstößen drei bis 15 Jahre Haft vorsieht. Allerdings werden im Gesetz nur die ranghöchsten Mitglieder des Königshauses erwähnt und keine toten Monarchen. Das Gesetz wird in der Praxis allerdings weit ausgelegt.

Sulak forderte seine Zuhörer 2014 auf, die thailändische Geschichte kritisch zu betrachten. Als Beispiel nannte er die Legende, wonach König Naresuan der Große im Siamesisch-Birmanischen Krieg bei Nong Sarai 1593 einen feindlichen Feldherrn zu einem Duell auf dem Rücken von Kriegselefanten herausforderte und ihn dann besiegte.

Laut Aktivisten keine Kritik an der Regierung erwünscht

Seit der Machtübernahme durch das thailändische Militär 2014 wurden mindestens 93 Fälle von Majestätsbeleidigung strafrechtlich verfolgt, wie die Organisation Thailändische Anwälte für Menschenrechte berichtete. Menschenrechtsaktivisten werfen der Regierung vor, mit dem Gesetz Kritiker zum Schweigen zu bringen.

Sulak will sich nach Angaben seines Anwalts gegen die Vorwürfe wehren. Er soll am 7. Dezember erneut bei der Staatsanwaltschaft erscheinen.

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