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"Jahrhundert-Raub" in Paraguay: Anwohner spricht von kriegsähnlichen Szenen

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Kriegsähnliche Szenen in Paraguay  

"Jahrhundert-Raub" hält Großstadt in Atem

26.04.2017, 10:47 Uhr | MHa, dpa, AFP

"Jahrhundert-Raub" in Paraguay: Anwohner spricht von kriegsähnlichen Szenen. Mehr als 50 schwerbewaffnete Verbrecher haben aus dem Tresor vermutlich mehrere Millionen Dollar erbeutet.

Mehr als 50 schwerbewaffnete Verbrecher haben aus dem Tresor vermutlich mehrere Millionen Dollar erbeutet. Foto: Telefuturo/telam/dpa. (Quelle: dpa)

Mit einem spektakulären Raubüberfall versetzen Dutzende Verbrecher eine ganze Stadt in Paraguay in Schrecken. Sie sprengen einen Tresor, ziehen mit mehreren Millionen Dollar ab und flüchten über einen Fluss nach Brasilien. Dort kommt es zu tödlichen Schusswechseln mit der Polizei.

Bei dem spektakulären "Jahrhundert-Raub" in der Großstadt Ciudad del Este an der brasilianischen Grenze gingen die schwerbewaffneten Angreifer laut Polizei planvoll und äußerst brutal vor. Als Ablenkungsmanöver setzten sie gegen Mitternacht zunächst nahe dem Polizeirevier Autos in Brand und zündeten mehrere Sprengsätze, um die Straßen zu blockieren.

Mit Bomben und Raketen legten sie gleichzeitig das Gebäude der Sicherheitsfirma Prosegur in Schutt und Asche und erbeuteten mehrere Millionen Dollar aus dem Tresor. Ein Sprecher des betroffenen Geldtransport-Unternehmens wies Behördenberichte zurück, nach denen die Beute rund 40 Millionen Dollar betrug.

Die Fassade des Geldtransport-Unternehmens Prosegur in Ciudad del Este (Paraguay) nach dem Überfall. (Quelle: dpa/Telefuturo/telam)Die Fassade des Geldtransport-Unternehmens Prosegur in Ciudad del Este (Paraguay) nach dem Überfall. (Quelle: Telefuturo/telam/dpa)

Drei Gangster und ein Polizist getötet

Der Anwohner Antonio del Puerto berichtete über kriegsähnliche Szenen in der Stadt, die für Schmuggel und kriminelle Geschäfte berüchtigt ist. Zwei Stunden lang seien Bombenexplosionen zu hören gewesen. Gouverneur Justo Zacarías sprach von "Chaos und Terror" und Paraguays Polizeichef Luis Rojas schloss nicht aus, dass Polizisten an dem Raub beteiligt waren.

Die brasilianische Polizei stieß einige Stunden später bei Itaipulandia, 50 Kilometer nördlich von Ciudad del Este, auf eine Gruppe der Bande. Bei einem Schusswechsel wurden drei Verbrecher getötet und weitere vier festgenommen, wie das paraguayische Innenministerium mitteilte. Bei dem Überfall in Ciudad del Este waren bereits ein Polizist getötet und weitere fünf Menschen verletzt worden.

Flucht über die brasilianische Grenze

Die Mitglieder der Bande flüchteten mutmaßlich mit Motorbooten über den Paraná-Fluss nach Brasilien. Sie hatten bei dem Überfall auf das streng gesicherte Depot mehrere Sprengsätze gelegt, um bis zum Tresor vorzudringen. Das Prosegur-Gebäude wurde völlig zerstört.

Bandenmitglieder griffen mit Sturmgewehren gleichzeitig auch das lokale Polizeipräsidium und das regionale Regierungsgebäude an und setzten mehr als ein Dutzend Fahrzeuge in der Stadt in Brand, um die Sicherheitskräfte von dem Überfall abzulenken und die Verfolgung zu erschweren. Sie verstreuten auf der Flucht zudem Tausende Krähenfüße hinter sich.

Berüchtigte brasilianische Verbrecherbande

Die Polizei fand wenige Kilometer vom Tatort entfernt fünf verlassene Autos mit brasilianischer Zulassung, in denen sich Waffen und Sprengstoff befanden. Die Ermittlungen weisen auf die berüchtigte brasilianische Verbrecherbande Primeiro Comando da Capital (PCC/Erstes Kommando der Hauptstadt) hin, wie der Polizeisprecher Augusto Lima erklärte.

Sie hat ihren Sitz in São Paulo und dominiert in vielen Regionen den Drogenhandel. Anfang des Jahres kam es zu Gefängnismeutereien mit über hundert Toten, an denen auch PCC-Mitglieder beteiligt waren.

Behörden hatten vage Informationen

Paraguays Staatschef Horacio Cartes ordnete den Einsatz des Militärs bei der Verfolgung der Räuber an. Die Behörden hatten Informationen über die Vorbereitung eines großen Überfalls bekommen, ohne jedoch das Ziel und den Zeitpunkt zu kennen, wie Innenminister Lorenzo Lezcano dem Sender ABC Cardinal erklärte.

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