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Der Führerschein gilt vor allem unter den jüngeren Fahranwärtern als das Ticket in die Freiheit. Die Führerscheinkosten machen dieses Ticket jedoch ziemlich kostspielig. Die finanzielle Investition kann regional und je nach Fahrschule stark schwanken, was es schwierig macht, allgemeingültige Aussagen zu den finanziellen Aufwendungen zu machen.
Wie der ADAC bei seinem letzten Vergleich der Führerscheinkosten im Jahr 2011 festgestellt hat, gibt es gewaltige Unterschiede bei den Preisen – sowohl regional bedingt als auch innerhalb bestimmter Regionen zwischen den Fahrschulen. Die durchschnittlichen Führerscheinkosten bei dem Vergleich von 15 Städten lagen bei angenommenen 25 normalen Fahrstunden bei 1.706 Euro. Dass dieser Wert wenig repräsentativ ist, zeigen jedoch die Spitzenwerte mit Freising in Bayern mit durchschnittlich 2.219 Euro und Wittenberg in Sachsen-Anhalt, wo Fahrschüler im Schnitt lediglich 1.371 Euro zahlen. Bei einzelnen Fahrschulen lag die Preisspanne sogar noch weiter auseinander: So verlangte die billigste Fahrschule im Test in Berlin bloß 1.146,70 Euro, die teuerste in Freising hingegen 2.434,20 Euro – mehr als doppelt so viel. Die grundsätzliche Tendenz: Im Süden Deutschlands ist es am teuersten, im Osten am günstigsten. Sie haben eine Frage zum Führerschein? Stellen Sie sie in unserer Ratgeber-Community.
Führerschein: Deutliche Unterschiede bei den Kosten (Quelle: imago)
Die Führerscheinkosten setzen sich aus fixen und variablen Kosten zusammen. Zu den Ersten gehören sämtliche, unumgängliche Aufwendungen, die pauschal abgerechnet werden wie der Sehtest, der Erste-Hilfe-Kurs sowie sämtliche Aufwendungen bei der Straßenverkehrsbehörde. Diese Positionen machen mit rund 100 Euro aber nur einen geringen Anteil aus.
Die restlichen Kostenbestandteile bestimmen die Fahrschulen. Allein die Anmeldegebühren schwanken zwischen etwa 50 und 350 Euro. Ob sich Fahrschüler brandneues Lernmaterial auf DVD kaufen oder gebrauchte Prüfungsbögen ausleihen, ist ihnen überlassen. Auch gibt es natürlich Menschen, die mehr Fahrstunden als andere nehmen müssen, um sicher durch die Prüfung zu kommen: Das bedeutet wiederum mehr Fahrstunden, von denen eine je nach Fahrschule mit etwa 20 bis 40 Euro zu Buche schlagen kann. (Fahrschulsuche im Internet: Tipps)
Die eklatanten Unterschiede bei den Führerscheinkosten resultieren daher, dass es keine einheitliche Gebührenordnung für Fahrschulen gibt. Abgesehen von behördlichen Fixkosten, die in jedem Bundesland gleich sind, legt jede Fahrschule die verlangten Gebühren selbst fest, um sich auf dem Markt zu positionieren. Entsprechend schwanken vor allem in Großstädten wegen des großen Konkurrenzkampfes die Preise teils beträchtlich.
Immerhin ist bei den Führerscheinkosten festgelegt, was von den Fahrschulen überhaupt in Rechnung gestellt werden kann. Die Praxis zeigt dabei, dass die Ausbilder längst nicht alles berechnen, was sie nach Gesetz eigentlich dürften – auch in diesem Marktsegment tobt mittlerweile ein Preiskrieg, der dem Verbraucher in den vergangenen Jahren zumindest einen leichten Preisverfall bescherte. Da Benzin- und Versicherungskosten zuletzt immens zugenommen haben, wurde die Ersparnis aber mittlerweile wieder relativiert. (Der Führerschein und seine Klassen)
Wer bei der Wahl der Fahrschule allerdings nur auf den Preis achtet, ist nicht immer gut beraten: „Guten Unterricht und eine hohe Qualität kann man nicht erwarten, wenn eine Fahrschule so viel billiger ist als andere“, meint Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, gegenüber dem ADAC. Unmotivierte, weil schlecht bezahlte Fahrlehrer sowie eine mangelhafte Ausstattung können die Ausbildung sehr beeinträchtigen, sodass die Führerscheinkosten bei einer vermeintlich günstigen Fahrschule am Ende doch höher liegen: Nämlich dann, wenn Sie durch die Führerscheinprüfung durchfallen und zusätzliche Fahrstunden nehmen müssen sowie erneute Anmeldegebühren für die Zweitprüfung anfallen. (Fahrschule: Kriterien zur Auswahl)
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Quelle: ps (CF)
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