Sie sind hier: Home > Ratgeber > Freizeit > Umwelt & Natur >

Giftig oder nicht: Schlangen in Deutschland im Überblick

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Heimische Schlangenarten  

Giftig oder nicht: Schlangen in Deutschland im Überblick

| hm (CF)

Auch in Deutschland gibt es Schlangen: Sechs verschiedene Arten schlängeln sich quer durch die Bundesrepublik. Erfahren Sie hier mehr über die verschiedenen Schlangenarten, welche Exemplare giftig sind und wie Sie die Tiere unterscheiden können.

Die Kreuzotter: Giftig, aber kaum gefährlich

Auch wenn die Kreuzotter (Vipera berus) laut Steckbrief giftig ist – wirklich groß ist die Gefahr nicht, von der Schlange gebissen zu werden. Die Wirkung des Giftes ist eher schwach bis mäßig und kann mit dem hierzulande verwendeten Breitbandserum gut behandelt werden. Werden Sie gebissen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Verfallen Sie nicht in Panik und versuchen nicht, das Gift aus der Wunde zu saugen. Hilfreich ist es hingegen, das betroffene Körperteil ruhigzustellen.

Giftig oder nicht: Schlangen in Deutschland im Überblick. Auch in Deutschland gibt es giftige Schlangen, zum Beispiel die Kreuzotter. (Quelle: imago/blickwinkel)

Auch in Deutschland gibt es giftige Schlangen, zum Beispiel die Kreuzotter. (Quelle: blickwinkel/imago)

Sie erkennen die Kreuzotter an ihrem typischen dunklen Zickzackband auf dem Rücken, das bei Männchen meist gräulich ist und bei Weibchen bräunlich, mit geringerem Kontrast zur Grundfarbe.

Am häufigsten kommen die Tiere in Süddeutschland vor, vereinzelt ist die Kreuzotter allerdings auch im Norden zu Hause. Die Schlange bevorzugt kühlere Gebiete wie Wälder, Moore oder Gebirge bis zu einer Höhe von 3.000 Metern. Innerhalb dieser Regionen sucht sie gerne wärmere Punkte auf, zum Beispiel helle Lichtungen oder Heiden.

Zur Nahrung der Kreuzotter gehören vor allem Mäuse und Reptilien wie beispielsweise Eidechsen, Frösche und Jungvögel. Die Schlange tötet die Tiere mit einem Giftbiss und verschluckt sie dann im Ganzen.

Aspisviper: In Mittelgebirgen beheimatete Giftschlange

Weitaus seltener zu finden sind Aspisvipern (Vipera aspis), die ausschließlich in Europa vorkommen. Diese Schlangen leben in Deutschland vereinzelt in Mittelgebirgen und im Südschwarzwald. Ihr Gift ist etwas stärker als das der Kreuzotter. Für einen gesunden Menschen ist der Biss nicht lebensbedrohlich, er kann jedoch lokale Vergiftungserscheinungen wie Schwellungen und Schmerzen hervorrufen. Sollten Sie gebissen worden sein, suchen Sie einen Arzt auf – dieser spritzt gegebenenfalls ein Antiserum.

Um gar nicht erst gebissen zu werden, sollten Sie sich in Gegenwart einer Aspisviper ruhig verhalten und Abstand nehmen. Im Normalfall flüchtet die Schlange vor dem Menschen.

Aspisvipern erreichen eine Länge von 60 bis 70 Zentimetern und sind unterschiedlich gefärbt: Während die männlichen Exemplare in der Regel hellgrau und mit schwarzem Wellenband sind, erkennen Sie die Weibchen an einer graubräunlichen Färbung. Die Giftschlange ist tagaktiv und fühlt sich in trockener, warmer und steiniger Umgebung am wohlsten. Auf dem Speiseplan der Aspisviper stehen kleine Nagetiere, Eidechsen und Jungvögel.

Heimische Schlangen ohne Giftzahn

Neben den beiden giftigen Schlangen leben in Deutschland vier weitere, ungiftige Exemplare: Die Würfelnatter (Natrix tessellata), die Äskulapnatter (Elaphe longissima), die Ringelnatter (Natrix natrix) und die Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca).

Die Würfelnatter: Bedrohte Schlangenart in Deutschland

Die Würfelnatter lebt im Wasser. Wegen der steigenden Verschmutzung der Gewässer finden sich jedoch nur noch an den Flüssen Mosel, Nahe und Lahn Populationen. Der Lebensraum der Würfelnatter beschränkt sich auf den Bereich rund um Gewässer – dazu gehören ruhige Flussläufe und dicht bewachsene Uferbereiche. Zwar verbringt die Schlange die meiste Zeit im Wasser, kommt aber gerne auch für ein paar Stunden an Land, um sich in der Sonne zu aalen.

Die Wasserschlange wird zwischen 70 und 90 Zentimeter lang, wobei die Weibchen weitaus größer sind als die Männchen. Ihre Lebenserwartung liegt bei bis zu zehn Jahren. Ihren Namen verdankt die Würfelnatter der typischen Musterung auf dem Rücken: Die Grundfarbe ist Grau, das Schuppenkleid zieren Flecken, die wie kleine Würfel aussehen. Anders als bei Landschlangen richten sich die Augen und Nasenlöcher der Würfelnatter nach oben – das erleichtert ihr das Gleiten durch Wasser.

Was die Nahrung angeht, bevorzugt die Würfelnatter Fische wie Karpfen, Barben und Barsche. Doch auch Frösche und Kaulquappen landen gelegentlich auf ihrer Speisekarte.

Selten in Deutschland: Die Äskulapnatter

Die Äskulapnatter ist in Deutschland kaum verbreitet, sie kommt häufiger in Südamerika und Teilen Asiens vor. Umso beeindruckender, wenn sich die Würgeschlange hierzulande einmal zeigt. Die männlichen Exemplare werden bis zu 1,6 Meter lang, die Weibchen erreichen diese Größe nicht ganz. Damit ist die Äskulapnatter die größte in Deutschland und Mitteleuropa lebende Schlangenart.

Die Natter ist in der Regel einfarbig und ihre Schattierungen reichen von Gelbbraun über Oliv und Braun bis zu Schwarzbraun. Der Kopf- und Halsbereich fällt meist heller aus als der restliche Körper, die Bauchpartie ist oft blassgelb bis zitronengelb gefärbt.

Die vom Aussterben bedrohte Äskulapnatter ernährt sich in erste Linie von Mäusen, Vögeln, Eidechsen und anderen kleinen Tieren. Meist lebt diese Schlangenart in der Nähe einer Grenzlinie zwischen offenen und bewachsenen Bereichen. Da Greifvögel zu ihren natürlichen Feinden gehören, verhält sich die Schlange sehr scheu und vorsichtig – für Menschen stellt die ungiftige Art keine Gefahr dar.

Ringelnatter: Steckbrief der heimischen Schlangenart

Die häufig vorkommende Ringelnatter bewegt sich wie die Würfelnatter im Wasser und verfügt über einen kräftigen Körperbau. Die Weibchen können bis zu 1,5 Meter lang werden, die Männchen sind etwas kleiner. Die Ringelnatter zählt in Deutschland zu den Schlangen mit der höchsten Verbreitung. Sie kommt in der gesamten Bundesrepublik vor und dazu in weiteren Teilen Europas und in Asien.

Die Schlangenart besitzt eine graue Grundfärbung, die am Rücken und an den Flanken ins Bräunliche oder Olivgrüne auslaufen kann. Am Hinterkopf finden sich gelbe Flecken, oft in der Form eines Halbmonds. Der Bauch der Tiere ist grau-, weiß- oder gelblich-schwarz gefleckt oder gewürfelt. Dazu befinden sich am Rücken vereinzelte schwarze Schuppen.

Die Ringelnatter kommt in Mooren, Gärten oder lichten Wäldern vor, am wohlsten fühlt sie sich aber in Wassernähe. Die Schlange schwimmt und taucht gut, weswegen sie häufig auch als Seeschlange bezeichnet wird. Als Ernährungsgrundlage dienen ihr Amphibien und Fische, dazu seltener Eidechsen, Mäuse und andere Kleintiere.

Eigenschaften der Schlingnatter

Die Glatt- oder Schlingnatter wird nur selten über 70 Zentimeter groß und gehört damit zu den kleineren in Deutschland beheimateten Schlangenarten. Sie kommt vor allem im Süden und Südwesten vor, im Norden nur noch selten. Am wohlsten fühlt sich die Glattnatter in Heiden, an Weinbergen und warmen Waldrändern.

Farblich hat sich die Schlingnatter ihrem Lebensraum bestens angepasst: Ihr Schuppenkleid variiert zwischen grau, braun und rötlich, wodurch sie in der Natur bestens getarnt ist. Sowohl der Hinterkopf als auch Hals und Rücken weisen eine dunklere Musterung auf: diese hilft der Schlange, sich unbemerkt durch das Dickicht zu bewegen. Die Schlingnatter gilt nicht umsonst als Meisterin der Tarnung. Auf den ersten Blick lässt sich das Kriechtier leicht mit der Kreuzotter verwechseln. Die Schlingnatter hat aber im Vergleich zur Kreuzotter runde Pupillen und ihre Schuppen sind glatt und nicht gekielt.

Während sich junge Schlingnattern hauptsächlich von Insekten ernähren, bevorzugen ausgewachsene Exemplare größere Beute. Auf dem Ernährungsplan der erwachsenen Tiere stehen vor allem Reptilien wie Eidechsen, Blindschleichen oder junge Schlangen. Doch auch Mäuse, Vögel oder Amphibien werden von Schlingnattern verspeist. Da die Schlangenart gemäß ihres Namens größere Tiere umschlingt und damit erstickt, wird sie oft auch als "kleine Boa" bezeichnet.

Gefährdete Schlangen schützen

Alle sechs Schlangenarten in Deutschland gelten als stark gefährdet und sind deshalb geschützt. Grund dafür ist vor allem die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes. Wie der Naturschutzbund NABU informiert, ist keine andere Schlangenart in Deutschland so stark vom Aussterben bedroht wie die Würfelnatter. Die Schuld dafür trägt in erster Linie der Mensch, der den Lebensraum der Wasserschlange sukzessive verkleinert, indem er die Flüsse zu Wasserstraßen umbaut. Die Aspisviper und die Äskulapnatter sind ebenfalls vom Aussterben bedroht.

Obwohl es relativ viele Schlingnattern in Deutschland gibt, weist der NABU darauf hin, dass deren Zahl deutlich zurückgegangen ist. Sie gilt als gefährdet und muss geschützt werden. Auch Kreuzotter und Ringelnatter stehen unter Schutz, da die Populationen stark gefährdet sind.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
UMFRAGE
Welcher Haustier-Typ sind Sie?

Shopping
Shopping
„Keine Macht den Flecken“: Siemens Waschmaschinen
ab 599,- € auf OTTO.de
Unsere Ratgeber-Themen von A bis Z
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Ratgeber > Freizeit > Umwelt & Natur

Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017