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Angeln: Was macht ein gutes Hechtgewässer aus?

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Esox auf der Spur - was dem Hecht gefällt

04.12.2012, 14:58 Uhr | Kurt de Swaaf, trax.de

Angeln: Was macht ein gutes Hechtgewässer aus?. Blick in das Maul eines Hechtes. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Hecht ist ein richtiges Raubtier - ein Blick in sein Maul reicht wohl als Beweis. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Erfolg beim Angeln auf den Hecht hängt nicht nur von der richtigen Ausrüstung ab. Köder, Montage und Angelrute steuern zwar ihren Teil zum glücklichen Fang bei, darüber hinaus ist es jedoch sinnvoll, sich mit der Lebensweise der Schuppenträger auseinanderzusetzen - denn wo keine Hechte sind, wird ein Angler auch keinen Hecht fangen. Der Raubfisch erweist sich dabei zwar als äußerst anpassungsfähig, doch sagen ihm manche Gewässer mehr zu als andere und wieder andere bieten ihm überhaupt keinen Lebensraum. Erkennen Sie den Räuber? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Fisch-Quiz!

Der Hecht ist ein echtes Raubtier 

Der Blick ins Maul beeindruckt am meisten. Hunderte Zähne und Zähnchen, aufgereiht an den Kieferrändern oder gleich in Kohorten auf speziellen Gaumenleisten. Sogar die Zunge zeigt sich zähnebewehrt. Was hier hineingerät, kommt nicht mehr raus. Das ganze Arsenal ist schräg rückwärts ausgerichtet, wie Widerhaken. Es gibt nur einen Weg – ab in den Schlund.

Allerdings ist es nicht nur das Gebiss, welches den karnivoren Charakter seines Trägers verrät. Auch das fleckige Tarnkleid, der Körperbau und vor allem die hervorragend entwickelten Sinnesorgane zeigen: Der Hecht, Esox lucius, ist ein echtes Raubtier. Er kann bis knapp anderthalb Meter lang und circa 25 Kilo schwer werden. Seine Ernährung besteht fast ausschließlich aus anderen Fischen. Und nicht nur kleine Exemplare. Mit seinem enormen Maul und einer dehnbaren Speiseröhre kann der Hecht auch Beute verschlingen, die ungefähr halb so groß ist wie er selbst oder gar noch länger. Manchmal übernehmen sich Hechte auch. Sie schaffen es dann nicht, ihr Opfer zu schlucken und ersticken. Die rückwärts gerichtete Bezahnung macht Ausspucken unmöglich.

Anspruchslos und anpassungsfähig

Auf dem Speiseplan steht praktisch jede Fischart, die in einem Hechtgewässer vorkommt. Hierzulande sind oft Rotaugen (Rutilus rutilus), Ukelei (Alburnus alburnus) und Barsche (Perca fluviatilis) die wichtigsten Beutefische - einfach weil sie am häufigsten sind. Der Hecht ist nämlich keinesfalls wählerisch. Er frisst das, was er am leichtesten erbeuten kann. Ohne viel Aufwand und deshalb energiesparend. Dementsprechend verschlingt Meister Esox mancherorts auch gerne Frösche. Größere Hechte machen gelegentlich sogar Jagd auf Entenküken und Ratten. In den brackigen Boddengewässern der Ostsee sind Heringe eine wichtige Nahrungsressource, in einigen irischen Seen Forellen. Und fast immer ist der Hecht auch Kannibale.

Eine der interessantesten Eigenschaften von Esox lucius ist seine Anpassungsfähigkeit. Er kommt in sehr unterschiedlichen Lebensräumen vor und muss sich deshalb auf ebenso unterschiedliche Nahrungsangebote einstellen können. In Spanien zum Beispiel kam der Hecht ursprünglich nicht vor. Man importierte ihn, der Fischerei zuliebe. Heute sind die gefleckten Räuber in großen Teilen der iberischen Halbinsel zu finden. In einigen spanischen Gewässern gibt es jedoch nur wenig Futterfische. Die Hechte verzehren dort überwiegend Louisiana-Flusskrebse (Procambarus clarkii), eine ebenfalls eingeschleppte Spezies.

Hechte auch in offenem Wasser unterwegs

Für den Hechtangler ist es entscheidend zu wissen, wovon sich sein Zielfisch vor Ort hauptsächlich ernährt. Das hilft nicht nur bei der Köderwahl, sondern auch beim Aufspüren der Hechte. Ein Beispiel: In großen Seen des Alpengebiets wie Bodensee, Starnberger See oder auch im Lago Maggiore unterteilt sich der Hechtbestand praktisch in mehrere Teilpopulationen. Die jüngeren Exemplare lungern fast ausnahmslos in unmittelbarer Ufernähe herum. Diese Halbwüchsigen vertilgen große Mengen Weißfische und kleine Barsche. Im etwas tieferen Wasser, im Bodenbereich, aber noch immer unweit der Ufer, trifft man zudem auf einige ausgewachsene Hechte, die auf größere Barsche und andere, bodennah lebende Schuppenträger lauern.

Ein Teil der geschlechtsreifen Hechtpopulation hat jedoch eine für diese Art eher untypische Lebensweise. Die Tiere schwimmen weit draußen, im offenen See. Sie machen gezielt Jagd auf Renken der Gattung Coregonus, die dort in Schwärmen herum ziehen. Diese Hechte wachsen zu besonders stattlicher Größe heran. Die ideale Methode, solche Kapitalen zu fangen, ist das Schleppfischen vom Boot aus, mit großen Wobblern als Köder, oder toten Köderfischen am System.

Fischschwärme locken auch anderswo Hechte an. In vielen Seen und den Altarmen von großen Strömen wie Rhein, Donau und Elbe ziehen sich Barsche und Rotaugen während der kalten Jahreszeit in die tiefen Bereiche zurück, um in großer Zahl zu überwintern. Und werden dabei von den Raubfischen verfolgt. Wer solche Ansammlungen zu orten weiß, sollte dort unbedingt sein Glück mit dem Hecht versuchen. Im Flachen dagegen sind die Chancen im Winter praktisch gleich null.

Trübe Aussichten: Hier regiert der Zander 

Gute Hechtgewässer gibt es vielerlei. Kleine, pflanzenreiche Seen gehören oft dazu, und auch so mancher Fluss. Wichtig sind ein gutes Nahrungsangebot sowie nicht zu trübes Wasser. Meister Esox verfügt zwar über ein erstklassiges Seitenlinienorgan zur Wahrnehmung von Bewegungen im Wasser und einen guten Geruchssinn, aber er ortet seine Beute hauptsächlich mit den Augen. In sehr schlammigen Gefilden wie dem Oderhaff oder einigen niederländischen Seen unterliegt der Hecht deshalb weitgehend im Konkurrenzkampf mit einem anderen, besser an Trübung angepassten Raubfisch: dem Zander (Stizostedion lucioperca) – was allerdings nicht heißt, dass es dort gar keine Hechte gibt.

Gebändigte Flüsse sind ein echtes Problem

Die Fortpflanzung stellt gewissermaßen die ökologische Achillesferse von Esox lucius dar. Die Tiere laichen früh im Jahr, meistens in den Monaten Februar und März. Ihre Fruchtbarkeit ist an sich nicht das Problem. Ein Weibchen produziert, je nach Körpergewicht, zwischen 30.000 und mehrere hunderttausend Eier. Doch der Hecht braucht zum erfolgreichen Ablaichen unbedingt Flachwasserzonen. Nur dort finden die frisch geschlüpften Hechtlarven geschützte Lebensräume.

Die Winzlinge saugen sich mit speziellen Haftorganen an Pflanzenmaterial fest und verharren so, bis die Nahrungsreserven in ihrem Dottersack verbraucht sind und sie sich selbständig von Kleinstorganismen ernähren können. Bei Frühlingshochwasser sind geflutete Wiesen und Uferzonen hervorragende Hecht-Laichplätze. Aber genau solche findet man heutzutage immer weniger, der Regulierung und Gewässerverbauung sei "Dank".

Die Folge: In stark kanalisierten Flüssen wie Neckar und Main gibt es beim Hecht kaum noch natürliche Vermehrung. Die Bestände müssen durch Besatzmaßnahmen mehr schlecht als recht erhalten werden, wenn überhaupt möglich. In einigen anderen Fließgewässern sind die Hechtpopulationen ebenfalls zu gering. Ein inakzeptabler Zustand, auch aus Sicht des Natur- und Artenschutzes.

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