Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele > Urlaub in Deutschland >

Homburg: Riesige Höhle von Menschenhand in Deutschland

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Homburg  

Riesige Höhle unter dem Saarland

20.11.2013, 18:03 Uhr | Maren Landwehr, dpa, dpa-tmn

Homburg: Riesige Höhle von Menschenhand in Deutschland. Farbenspiel: In allen Gelb- und Rottönen schimmern die Wände und Decken der Schlossberghöhlen in Homburg, dem größten Buntsandsteinlabyrinth Europas. (Quelle: dpa)

Farbenspiel: In allen Gelb- und Rottönen schimmern die Wände und Decken der Schlossberghöhlen in Homburg, dem größten Buntsandsteinlabyrinth Europas. (Quelle: dpa)

Die Schlossberghöhlen im saarländischen Homburg sind Europas größte Buntsandsteinhöhle. Von Menschenhand im Mittelalter erschaffen, lagen sie 200 Jahre in Vergessenheit. Heute sind Besucher willkommen - wenn sie sich denn an die wichtigste Regel halten. Sehen Sie die Höhle auch in unserer Foto-Show.

Zwölf Etagen unter der Erde

Bevor es die Treppenstufen hinab geht, teilt Markus Schindler die Helme aus. Dort unten in der zehnten Etage gilt Bergrecht und damit Helmpflicht. Es folgt eine kurze Einweisung. Ganz wichtig: Die Wände anzufassen, ist verboten. Die Folge wäre ein Rieseln mit ungewissem Ausgang, warnt der Höhlenführer. Über 250 Millionen Jahre alt ist der Buntsandstein, in den sich im Mittelalter die Herren der Festung Hohenburg eingruben und damit Europas größte Buntsandsteinhöhle schufen. Vor allem die Verfärbungen ziehen heute die Besucher an. In allen Gelb- und Rottönen schimmern die Wände und Decken. Neben den Verfärbungen sind die sogenannten Rippelmarken - Wellenspuren - charakteristisch für die Höhlen. Sie sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass vor Millionen Jahren die Region mit Wasser bedeckt war.

Höhlenlabyrinth entstand zwischen 15. und 17. Jahrhundert

Das Höhlenlabyrinth unterhalb der Ruinen der Hohenburg auf dem Schlossberg entstand zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert. Auf einer Länge von vier Kilometern gruben Arbeiter zwölf Etagen in den Berg, um den Sand mit seinem hohen Quarzanteil abzubauen und für die Glasindustrie zu nutzen, die an der Saar sehr verbreitet war. Später erfolgte der Abbau als Scheuersand zur Reinigung sowie als Formsand für die Eisenindustrie. Der französische König Ludwig XIV. ließ durch seinen Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban Schloss und Stadt zu einer Festung ausbauen und nutzte die Gänge und Kammern zu Verteidigungszwecken. Als sich die Franzosen 1714 zurückzogen, zerstörten sie die Höhlen und verschlossen die rund 40 Eingänge.

Quiz & Spiele

Wie gut kennen Sie Deutschland?

Erholung in Bad Wörishofen

Testen Sie Ihr Wissen mit unserem Dart-Spiel und vielleicht lernen Sie auch noch etwas dazu.
zum Deutschland-Dart-Spiel

Höhle war vier Jahre geschlossen

"Über 200 Jahre lagen dann große Teile der Höhle in Vergessenheit", erklärt Höhlenführer Schindler während des 45 Minuten langen Rundgangs. Vier große Hallen, geheimnisvolle schmale Gänge und kleine Höhlen sind heute für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit der Taschenlampe deutet Schindler auf die roten und gelben Verfärbungen, auf die Wellenformen an Decken und Wänden. Höhepunkt der Führung ist der Thronsaal. Hier bleibt Schindler etwas länger stehen, drückt auf den Knopf der Beleuchtungsanlage, wodurch die 47 Meter unter dem Gipfel liegende Decke hell strahlt, die im Jahr 2003 einstürzte. Der Schließung der Schlossberghöhle folgten aufwändige Sanierungs- und Sicherungsarbeiten mit modernen Stahlträgerkonstruktionen. Erst seit 2007 sind die Höhlen wieder zugänglich.

Höhle wurde in den 1930ern wieder entdeckt

Seitdem berichtet Schindler den Besuchern wieder, dass erst spielende Kinder in den 1930er Jahren die Höhle entdeckten. Die Gänge und Kammern dienten dann als Lager für Vorräte und Munition. Oder als Schutz vor Luftangriffen während des Zweiten Weltkrieges. "Rund 4000 bis 5000 Menschen flüchteten während des Krieges hierher", erzählt der Höhlenführer und zeigt auf die rund zweimal drei Meter kleinen Nischen. Ohne Frischluftzufuhr im Dunkeln harrten die Menschen hier aus und waren in diesem von Menschenhand geschaffenen Höhlensystem in Sicherheit. Aus diesem Grund wollte sich die Regierung des Saarlandes in den 50er Jahren dort auch eine Bunkeranlage bauen lassen, doch der Beitritt zur Bundesrepublik 1957 beendete dieses Projekt. Die schon fertiggestellten Teile des Bunkers sind heute noch teilweise zu besichtigen. Die Stollen, die bis zur Küche des oberhalb der Höhle liegenden Hotels oder in den Keller der ortsansässigen Brauerei führen, sind dagegen für die Öffentlichkeit geschlossen. Für Besucher zugänglich ist bisher nur die zehnte Etage der Schauhöhle. Das soll sich aber nach Aussage von Markus Schindler ändern: Das neue touristische Konzept der Stadt Homburg sieht eine Erschließung der elften und zwölften Etage vor. Darüber hinaus sind individuelle Rundgänge mit Hilfe von Audioguides geplant.

Weitere Informationen

Anreise: Von der Altstadt sind die Höhlen über einen Treppenzugang zu erreichen. Wer mit dem Auto anreist, kann auf dem Schlossberg (Schlossberghöhenstraße) parken. Auch von hier führt eine Treppe zum Eingang der Schlossberghöhlen.

Öffnungszeiten: Die Schlossberghöhlen sind von April bis Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr, von November bis März täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, die letzte Führung startet eine Stunde vor Schließung.

Eintrittspreise: Erwachsene zahlen fünf Euro, Kinder bis 16 Jahre drei Euro. Das Familienticket (zwei Erwachsene und ein Kind) kostet elf Euro, jedes weitere Kind 2,50 Euro. Die Schlossberghöhlen sind nur mit einem Höhlenführer zu besichtigen. Eine Voranmeldung ist empfehlenswert (Tel.: 06841/20 64, E-Mail: schlossberghoehlen@homburg.de).


Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Reisethemen von A bis Z

Anzeige
shopping-portal