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Grenzärger: Stopp bei falschem Stempel im Pass

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Nicht nur für Vielreisende  

"Zwei-Pass-Trick" erspart Ärger an der Grenze

15.08.2016, 11:13 Uhr | Hans-Werner Rodrian, srt

Grenzärger: Stopp bei falschem Stempel im Pass  . Wer viel unterwegs ist, erspart sich mit einem zweiten Pass eventuell Probleme. (Quelle: imago/Symbolbild/Schöning)

Wer viel unterwegs ist, erspart sich mit einem zweiten Pass eventuell Probleme. (Quelle: Symbolbild/Schöning/imago)

Die Stempel im Reisepass wecken auch immer die Erinnerung an den letzten Urlaub. Sie können aber auch Anlass zum Ärger sein, etwa wenn die Grenzer deswegen im nächsten Reiseland die Einreise verweigern. Ein zweiter Pass erspart Umstände, will aber gut begründet sein.

So verweigern zahlreiche arabische Staaten die Einreise, wenn man bereits einen israelischen Stempel im Pass hat. Besonders streng sind dabei Iran, Kuwait und Libanon. Und umgekehrt haben die USA nach den Terroranschlägen von Paris ihre Einreisevorschriften für Besucher verschärft, die zuvor in bestimmten Ländern waren. Wer nach dem Mai 2011 im Irak oder Iran, in Jemen, Sudan, Syrien oder Somalia gewesen ist, für den ist die normale Online-Registrierung ESTA vor USA-Reisen nicht mehr ausreichend - er benötigt ein "richtiges" Visum

In Israel ein extra Blatt stempeln lassen

Nun wissen Vielreisende, wie man sich mit kleinen Tricks behilft: In Israel bitten sie den Grenzer, seinen Einreisestempel nur auf ein eingelegtes Blatt Papier zu setzen und nicht in den Pass selbst. Dieses Vorgehen empfiehlt auch das Auswärtige Amt. Und die US-Botschaft erteilt für Reisende, die glaubhaft machen, dass sie geschäftlich in Iran oder Irak waren, gelegentlich Ausnahmegenehmigungen. 

Ein zweiter Pass muss begründet werden

Es gibt aber auch noch eine weitere Möglichkeit, Grenzärger zu vermeiden: einen zweiten Pass. So ein zusätzliches Ausweispapier wird zwar offiziell nur in Ausnahmefällen bewilligt. Doch vergeht bei den großen Passämtern kaum ein Tag ohne einen solchen Antrag.

Ohne ausführliche schriftliche Begründung geht allerdings nichts. Zwei Gründe werden gewöhnlich akzeptiert. Entweder man hat im ersten Pass bereits einige "falsche" Stempel. Oder man reist so viel, dass ein Pass nicht ausreicht, um rechtzeitig alle nötigen Visa zu erhalten. So sind etwa für ein per Post beantragtes China-Visum zwei Wochen, für Indien drei Wochen Bearbeitungszeit anzusetzen. Auch bei den Botschaften von Saudi-Arabien und den Nachfolgeländern der Sowjetunion werden Pässe oft für Wochen einbehalten.

Da das Ausstellen von Reisedokumenten in Deutschland Sache der Kommunen ist, liegt es dann immer noch im Ermessen des zuständigen Beamten, ob er der Begründung glaubt oder nicht. 

Ein neu ausgestellter zweiter Reisepass unterscheidet sich nicht vom ersten und kostet ebenso 59 Euro wie ein Erstpass. Lediglich seine Gültigkeit ist auf maximal sechs Jahre begrenzt. Offiziell müsste das mühsam erkämpfte Dokument auch wieder zurückgegeben werden, sobald der Grund für den Doppelpass nicht mehr besteht. Aber das gilt eher theoretisch. "Die Passämter gehen der Sache nicht nach", teilt das Passamt München auf Anfrage mit. 

Weitere Informationen:
Auswärtiges Amt, www.auswaertiges-amt.de

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