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Welche Notrufnummer gilt fast in ganz Europa?

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Einheitliche Notrufnummer  

112 - ganz Europa ist dabei

22.03.2016, 14:04 Uhr | Hans-Werner Rodrian/srt

Welche Notrufnummer gilt fast in ganz Europa?. Notfall? 112 wählen. (Quelle: imago)

Notfall? 112 wählen. (Quelle: imago)

Welche Nummer ist nach einem Unfall in Portugal zu wählen? Und wie bekommt man in Frankreich per Handy einen Arzt? Noch nicht mal ein Drittel der EU-Bürger weiß Bescheid: Die Telefonnummer 112 funktioniert europaweit als Notruf.

In Deutschland scheint das Unwissen über den europaweiten Notruf noch größer zu sein: Da geben bei der jährlichen repräsentativen EU-Meinungsumfrage "Euro-Barometer" gerade mal 17 Prozent die richtige Antwort. Damit liegen die Deutschen auf dem viertletzten Platz innerhalb der EU - knapp vor Italien und Griechenland. 

Dabei kennt sie eigentlich jedes Kind

Die Notrufnummer 112 wird daheim schon seit den 70er-Jahren gewählt, wenn ein Feuer ausgebrochen, ein Unfall zu melden ist, oder dringend ein Arzt gebraucht wird. Bereits seit 1991 gilt diese einfach zu merkende Erste Hilfe übers Telefon auch jenseits der Grenzen. Ein schönes Zeichen dafür, was die EU leisten kann - allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler: Es weiß so gut wie niemand. 

Die 112 gilt nicht nur in allen 28 Ländern der Europäischen Union. Mittlerweile haben sich weitere Länder angeschlossen. Auch in der Türkei und Israel, sogar in Russland, USA, Südafrika und Neuseeland, führt die 112 zur jeweils nächsten Rettungsleitstelle. Mehr als 50 Länder, eine Notrufnummer: das ist eine Erfolgsstory, hinter der eine Menge Logistik steckt. Wer die 112 wählt, der wird direkt und kostenlos im Mobil- wie im Festnetz mit einer Leitstelle verbunden, die dann je nach Bedarf Polizei, Rettung oder Feuerwehr alarmiert. Neben diesem so genannten Euronotruf gelten zusätzlich frühere lokale Notrufnummern weiter. In Österreich und Spanien hat der Hilfesuchende auf diese Weise eine Auswahl aus immerhin acht verschiedenen Nummern. 

Besonders praktisch für Handybenutzer

Dank der Mobilfunk-Standards GSM, UMTS und LTE lässt sich mit jedem Handy sogar weltweit über die 112 ein Notruf absetzen. Hat das Mobiltelefon keinen Empfang im eigenen Netz, dann wird automatisch und kostenlos über ein fremdes Netz vermittelt. Ein solcher Notruf hat Priorität, nötigenfalls wird dafür eine andere Verbindung gekappt. Was allerdings nicht mehr überall funktioniert, ist der Euronotruf ohne aufgeladene Karte. Diese Funktion wurde nach häufigem Missbrauch in Deutschland wieder abgeschafft. 

Schon lange hat die EU auch vorgesehen, dass die Leitstelle bei Handyanrufen automatisch eine Information über den Standort des Anrufers angezeigt bekommen soll. Das funktioniert allerdings in der Praxis nicht überall, zum Beispiel nicht in Italien, Litauen und der Slowakei. Eine genaue Auskunft, wo Hilfe benötigt wird, ist aber auch in allen anderen Ländern dringend anzuraten - schließlich ist die GSM-Handyortung alles andere als genau. 

System soll weiter verbessert werden

EU-weit basteln die Techniker an weiteren Verbesserungen. Eine der wichtigsten: Jeder EU-Bürger sollte überall in seiner eigenen Sprache Hilfe bekommen. Am weitesten voran ist da Großbritannien. Das automatische Telefonauskunftsystem der Briten erkennt die Muttersprache des Anrufers und leitet ihn an einen Muttersprachler weiter. Phänomenale 170 Sprachen sind im Angebot. In Frankreich sind es immerhin noch 40 Sprachen. Da kann Deutschland nicht mithalten: Hier wurde zwar die 112 miterfunden - viel mehr als Englisch und Französisch darf man im Notfall allerdings nicht erwarten. "Schon bei Polnisch", bedauert ein Sprecher des Europäischen Verbraucherzentrums, "wird es schwierig." 

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