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Barcelona - Bayern: Thiago Alcántara und der Klub, den er liebte

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Rückkehr nach Barcelona  

Entertainer Thiago und der Klub, den er liebte

05.05.2015, 06:24 Uhr | t-online.de

Barcelona - Bayern: Thiago Alcántara und der Klub, den er liebte. Thiago kehrt am Mittwoch zurück nach Barcelona, allerdings als Star des Gegners. (Quelle: imago/Jan Huebner)

Thiago kehrt am Mittwoch zurück nach Barcelona, allerdings als Star des Gegners. (Quelle: imago/Jan Huebner)

Aus Barcelona berichtet Marc L. Merten

Er hat brasilianische Wurzeln, ist in Italien geboren, in Spanien groß geworden. Er hat einen Weltmeister zum Vater, den mutmaßlich besten Trainer zum Mentor, lernte in einer der prestigeträchtigsten Nachwuchsakademien der Welt und wurde in Deutschland durch drei Worte schlagartig bekannt: "Thiago oder nix." Sein voller Name: Thiago Alcántara do Nascimento. Seine Mission: den FC Bayern ins Finale der Champions League führen. Sein Gegner: der Klub, den er liebte. 

Oder noch immer liebt. Nur sagt der 24-Jährige das dieser Tage nicht so offen. Schließlich weiß Thiago, worum es geht. Sein heutiger Klub trägt die gleichen Initialen, die nahezu identischen Trikots und ist in den letzten zehn Jahren genauso häufig Landesmeister geworden wie der Rivale aus Katalonien. Der kleine, aber feine Unterschied: Beim FCB aus München verehren sie ihn, obwohl er in bald zwei Jahren aus Verletzungsgründen noch nicht einmal ansatzweise zeigen konnte, was er wirklich kann. Beim FCB aus Barcelona haben sie ihn vor zwei Jahren gehen lassen, obwohl er gerade erst dabei war, seine volle Schaffenskraft zu entwickeln. 

Der Zauberer mit dem 360-Grad-Radar 

Heute sind die Einen froh, ihn zu haben. Die Anderen trauern ihm nach, weil sie inzwischen festgestellt haben, welch Juwel sie haben gehen lassen. Dieses Juwel soll nun am Tag der Rückkehr in seine sportliche Heimat erstrahlen. Thiago soll den FC Bayern gegen den FC Barcelona zum Sieg führen, soll Takt- und Ideengeber sein, als Magier in einer gesundheitlich angeschlagenen Mannschaft den Zaubertrank mischen, der die bayerischen Krieger gegen das so mächtig erscheinende Barcelona allen Widrigkeiten zum Trotz unbesiegbar macht. 

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Manche möchten behaupten, dass sein Trainer Pep Guardiola der Zauberer und Thiago nur der Lehrling sei. In beiden Fällen ist der kleine Spanier mit allen Zutaten ausgestattet, die ihm die Qualitäten verleihen, am Mittwoch im Camp Nou groß aufzuspielen. Wer das Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Porto in Erinnerung hat, weiß, welche das sind. Wie kaum ein anderer Spieler in Europa beherrscht der Mittelfeldspieler Ballan- und mitnahme bei gleichzeitigem Erkennen seiner Umgebung. Dieser scheinbar eingebaute 360-Grad-Radar ermöglicht ihm zusammen mit seiner Technik im Höchsttempo Spielsituationen zu lösen oder zu kreieren. Dazu weiß Thiago, dass nicht jeder schwierige Pass funktioniert. Doch er weiß auch um seine Stärken, weshalb er ihn immer wieder versuchen wird - bis er funktioniert, spielentscheidend funktioniert. So, wie dreimal gegen Porto. 

Thiago: "Ich profitiere von einer grandiosen Mischung" 

Schon Jupp Heynckes bezeichnete ihn 2011 als "größtes Talent in Europa". Guardiola holte ihn schließlich mit den berühmten "Thiago-oder-nix"-Worten nach München. In der Hoffnung, dass der 1,74 Meter kleine Rechtsfuß in Deutschland sein Repertoire vervollständigen würde, das Thiago einst selbst so beschrieb: "Ich profitiere von einer grandiosen Mischung. Ich habe die brasilianischen Wurzeln meines Vaters, in Spanien kam das Verständnis für Spielorganisation und Taktik hinzu." In Deutschland lernte er nun einen neuen Spielrhythmus und eine andere körperliche Härte. 

Ist nun die Zeit gekommen, in der sich dieser bemerkenswerte Transfer erstmals in voller Größe für die Bayern auszahlt? Der Sohn des brasilianischen Weltmeisters von 1994, Mazinho, bekommt erstmals seit seinem Abschied aus Barcelona die Chance, sich auf der ganz großen Bühne der Champions League im Trikot des FC Bayern zu beweisen. Letztes Jahr im Halbfinale gegen Real Madrid hatte er verletzt gefehlt. Nun ist er fit. Und er will zeigen, was er kann. 

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Der "Sportbild" sagte er zwar kürzlich: "Es gibt keine alten Rechnungen." Klar ist aber auch, dass er Barcelona nur deswegen verließ, weil man ihm nicht schnell genug die Rolle zugetraut hatte, für die er eigentlich angedacht war: Nachfolger von Andres Iniesta. Barcelona habe "nichts getan, um mich zu halten", wurde Thiago nach seinem Wechsel nach München zitiert. Dabei hatte der FC Barcelona nach drei Jahren unter Guardiola Thiagos Ablösesumme auf 90 Millionen Euro festgeschrieben. 

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Aber nur für den Fall, dass er auch unter Peps Nachfolger Tito Vilanova 60 Prozent der Spiele über 30 Minuten oder mehr machen würde. Doch weder Vilanova, der später an Krebs erkrankte und 2014 verstarb, noch sein Assistent und Stellvertreter Jordi Roura bauten vollends auf ihn. Erst am Ende der Saison 2012/13 avancierte er zum Stammspieler. Da war es schon zu spät, die astronomische Ablöse hinfällig – und Guardiola mit dem FC Bayern der perfekte Empfänger für den aufstrebenden Stern am Fußball-Himmel. 

Thiago: "Ich will ein Entertainer sein" 

"Das Feld ist meine Bühne", ist ein Satz, mit dem Thiago gerne seine Gefühlswelt auf dem Rasen beschreibt. 2011 sagte er mal: "Mein Traum ist es, ein Spieler zu sein, an den sich die Menschen erinnern. Ein Spieler, den die Menschen als Entertainer wahrnehmen." In München fühlen sie sich spätestens seit der Gala gegen Porto bestens unterhalten und hoffen auf ähnlich Wundersames am Mittwochabend im Camp Nou. Schließlich wurde Thiago, genauso wie Guardiola, nicht einfach nur geholt, um in der Bundesliga zu brillieren. Zauberer und Zauberlehrling kamen nach München, um den FC Bayern international in neue Sphären zu führen. 

Wie lange sie dies noch gemeinsam in München machen, ist offen. Guardiolas Vertrag läuft bis 2016, Thiagos bis 2017. Längst wird darüber spekuliert, ob der 24-Jährige seinem Mentor folgen wird, sollte dieser irgendwann den FCB verlassen und weiterziehen. Unwahrscheinlich ist es nicht. Nicht nur, weil Thiago schon Guardiolas Ruf nach München folgte. Auch, weil der Berater des Spaniers kein geringerer ist als ein gewisser Pere Guardiola, Bruder des Bayern-Trainers. Thiago sagte zwar gegenüber der "Sportbild": "Mir hat es noch nie gefallen, dass ich der Liebling von Pep sein soll." Er sagte aber auch: "Es geht uns jetzt gut hier. Wir sind zufrieden in München." Wir? Ja, Thiago und Guardiola. Eine besondere Beziehung eben. Mit gemeinsamen Wurzeln beim FC Barcelona.

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